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23.07.2013

14:04 Uhr

Notenbank-Prognose

Spanische Wirtschaft setzt Talfahrt fort

Das BIP Spaniens sinkt bereits das achte Quartal in Folge – zumindest laut der nationalen Notenbank. Die Regierung zapft erneut die Reserven der Sozialversicherung an. Aber es gibt auch gute Nachrichten.

Die Notenbank, die Banco de Espana, verkündet das kleinste Minus des BIP seit Beginn der Rezession. AFP

Die Notenbank, die Banco de Espana, verkündet das kleinste Minus des BIP seit Beginn der Rezession.

MadridDie spanische Wirtschaft ist nach Prognose der Notenbank von April bis Juni das achte Quartal in Folge geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte um 0,1 Prozent gesunken sein, sagte die Banco de Espana am Dienstag in Madrid voraus. Das wäre das kleinste Minus seit Beginn der Rezession 2011.

Zu Jahresbeginn war die Wirtschaftsleistung noch um 0,5 Prozent zurückgegangen. Die offiziellen Daten werden am 30. Juli veröffentlicht. Die Regierung rechnet damit, dass die Dauerrezession in den Sommermonaten ein Ende findet. Auch die Notenbank macht Hoffnung. „Die Stimmungsindikatoren haben sich stetig verbessert, was in den kommenden Quartalen die Binnennachfrage ankurbeln könnte“, schrieb sie.

Spanien leidet unter den Folgen des 2008 geplatzten Immobilienbooms. Offiziellen Angaben zufolge sind die Grundstückspreise seit ihrem Höhepunkt 2007 um 43 Prozent eingebrochen. Immobilienexperten gehen sogar von einem Minus von mindestens 70 Prozent aus. Banken mussten deshalb milliardenschwere Abschreibungen vornehmen. Das Geld fehlt nun, um es in Form von Krediten an Unternehmen zu vergeben.

Spanische Reformbilanz in Zahlen.

Spanische Reformbilanz in Zahlen.

Wegen der Wirtschaftskrise kommt auch die Sanierung der Staatsfinanzen nicht voran. Die Regierung zapft bereits zum zweiten Mal in diesem Monat den Reservefonds der Sozialversicherung an. Zur Zahlung zusätzlicher Pensionsleistungen im Sommer müsse die Regierung eine weitere Milliarde Euro aus dem gesetzlich vorgeschriebenen Rücklagenfonds entnehmen, teilte das Arbeitsministerium mit. Am 1. Juli waren es 3,5 Milliarden Euro gewesen.

Die spanischen Pensionäre erhalten zwei Schecks im Sommer und zwei weitere über Weihnachten. Spanien musste auf den Fonds zurückgreifen, da die Regierungskassen wegen hoher Ausgaben durch die Rekordarbeitslosigkeit und Mindereinnahmen durch die Rezession leer waren. Bereits im vergangenen Jahr hatte Spanien dem Reservefonds rund sieben Milliarden Euro entnommen. Dort befinden sich jetzt noch 59,3 Milliarden Euro – das sind 5,65 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Das Finanzministerium sammelte Dienstag am Kapitalmarkt ohne Probleme 3,5 Milliarden Euro bei Investoren ein. Der Zins für die dreimonatigen Geldmarktpapiere halbierte sich dabei gegenüber der vorangegangenen Auktion auf 0,442 Prozent, während er für die neunmonatigen Papiere von 1,44 auf 1,15 Prozent fiel.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

23.07.2013, 14:24 Uhr

Die Spanier sind auch auf dem richtigen Weg !

Bis zur Pleite haben sie es nicht mehr lange !

undertaker

23.07.2013, 15:49 Uhr

ok, aber in Frankreich hellt sich die Stimmung auf -
wahrscheinlich wie jedes Jahr in Frankreich, wenn´s Ferien gibt ;-)

Account gelöscht!

23.07.2013, 16:15 Uhr


Monowirtschaftskultur gepaart mit gigantischen Korruptionsentzen, ineffektive Verwaltung, da kommt nicht mehr viel bei dieser so immensen Bankenmisere. Aufschlag.
Spanier plündern Spanien.

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