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29.08.2012

21:50 Uhr

Notenbank

US-Wirtschaft weiter leicht gewachsen

Das US-Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal gestiegen. Der Handel habe zugelegt, was etwa an den Autoverkäufen abzulesen sei. Schwächer sei die Entwicklung dagegen in der verarbeiteten Industrie ausgefallen.

Arbeiter bei der Herstellung von US-Flaggen. ap

Arbeiter bei der Herstellung von US-Flaggen.

WashingtonDie US-Wirtschaft ist nach Einschätzung der Notenbank weiter leicht gewachsen. Die Aktivität habe im Juli und Anfang August graduell zugenommen, hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht der Federal Reserve.

Der Handel habe zugelegt, was etwa an den Autoverkäufen abzulesen sei. Schwächer sei die Entwicklung dagegen in der verarbeiteten Industrie ausgefallen. Im zweiten Quartal war die weltgrößte Volkswirtschaft etwas stärker als bislang angenommen gewachsen. Wie das Handelsministerium mitgeteilt hatte, legte das Bruttoinlandsprodukt von April bis Juni mit einer Jahresrate von 1,7 Prozent zu.

Achillesferse der Wirtschaft bleibt die hohe Arbeitslosigkeit. Im Beige Book, das den Beginn des dritten Quartals abdeckte, deuteten die Notenbanker an, dass die Erholung nicht stark genug sei, um Unternehmen zu deutlich mehr Einstellungen zu bewegen. In den meisten Fed-Bezirken sei die Beschäftigung stabil geblieben oder nur leicht gewachsen, hieß es. Die hohe Arbeitslosigkeit belastet die US-Wirtschaft, die traditionell stark von der Kauflaune der Amerikaner abhängt.

Ökonomen halten ein Wirtschaftswachstum in den USA von mehr als zwei Prozent für notwendig, um einen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern. Im Juli war die Arbeitslosenquote von 8,2 auf 8,3 Prozent gestiegen. Das verschärft den Druck auf Präsident Barack Obama. Da ihm die flaue Konjunktur und hohe Arbeitslosigkeit angelastet werden, muss er im November um seine Wiederwahl bangen.

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Fed-Chef Ben Bernanke wird am Freitag bei der mit Spannung erwarteten Notenbankerkonferenz in Jackson Hole in den Rocky Mountains eine Rede halten. An den Finanzmärkten wird darauf spekuliert, dass Bernanke die Gelegenheit nutzen könnte, neue Staatsanleihenkäufe und damit einen weiteren Stimulus für die US-Wirtschaft anzukündigen. Viele Analysten bezweifeln dies jedoch, da die Fed erst in gut zwei Wochen über ihren weiteren Kurs entscheiden will und bis dahin unter anderem die extrem wichtige Veröffentlichung aktueller Arbeitsmarktdaten noch auf der Agenda steht.

Zudem weiß die Fed Mitte September wahrscheinlich auch, welche Maßnahmen gegen die Euro-Schuldenkrise die Europäische Zentralbank (EZB) ergreifen will. Deren Präsident, Mario Draghi, sagte den Besuch in Jackson Hole am Dienstag kurzfristig ab. Als Grund wurde Arbeitsüberlastung genannt. Draghi und die anderen Währungshüter in Frankfurt arbeiten mit Hochdruck am Design eines neuen Staatsanleihenkaufprogramms zur Unterstützung Spanien und Italiens. Bis kommenden Donnerstag, wenn der EZB-Rat sich das nächste Mal in Frankfurt trifft, soll der Plan stehen und - wenn möglich - auch einigen der Bedenken Rechnung tragen, die Bundesbank-Präsident Jens Weidmann unlängst geäußert hatte.

Von

rtr

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