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17.05.2013

13:52 Uhr

Notwendige Reformen

Asmussen warnt vor dem „kranken Mann“

EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen macht der deutschen Industrie Hoffnung auf ein stärkeres Wachstum im zweiten Quartal. Gleichzeitig dürfe sich Deutschland nicht ausruhen. Ohne Reformen drohe die Rezession.

EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen sieht gute Gründe für ein Anziehen der Wirtschaft im zweiten Quartal. Reuters

EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen sieht gute Gründe für ein Anziehen der Wirtschaft im zweiten Quartal.

BerlinEZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen rechnet im zweiten Vierteljahr mit einem Anziehen der Konjunktur in Deutschland. „Ich denke, es gibt gute Gründe daran zu glauben, dass das zweite Quartal besser sein wird als das erste“, sagte Asmussen am Freitag in Berlin. Von Januar bis März war die deutsche Wirtschaft mit einem Miniwachstum von 0,1 Prozent hauchdünn der Rezession entgangen, die die meisten anderen Euro-Länder fest im Griff hat.

Gleichzeitig forderte Asmussen von Deutschland mehr Reformanstrengungen, etwa beim Umbau des Bildungssystems, bei der Energieversorgung, der Infrastruktur, dem Steuersystem oder bei der Bewältigung des demografischen Wandels. Ohne solche Reformen drohe Deutschland wieder zum „kranken Mann Europas“ zu werden wie bereits vor Jahren, kritisierte der frühere Finanzstaatssekretär.

Für die andern europäischen Länder rechnet die EZB damit, die Konjunktur noch längere Zeit stimulieren zu müssen. EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeure sagte, er gehe nicht von einem schnellen Ende der Billiggeldpolitik der Zentralbank aus. „Die Probleme bei der Übertragung der geldpolitischen Impulse in der Euro-Zone bedeuten, dass die Geldpolitik noch für eine ziemlich lange Zeit sehr konjunkturstimulierend wird bleiben müssen“, sagte Coeure am Freitag im französischen Orleans. Die EZB hatte wegen der Rezession in weiten Teilen der Währungsunion ihren Leitzins Anfang des Monats erstmals auf 0,5 Prozent gesenkt. EZB-Chef Mario Draghi hatte zudem die Möglichkeit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik angedeutet – auch negative Zinsen scheinen seitdem perspektivisch nicht mehr ausgeschlossen.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Finger

17.05.2013, 17:22 Uhr

Den kranken Mann kann man auch wieder herbeireden wie damals Gerhard Schröder, um seine Sozialschweinereien zu rechtfertigen. Haben diese Typen immer noch nicht gelernt? Der Euro ist die Ursache allen Übels, und der muss als Einheitswährung weg. Und da hilft nur noch die millionenfache Wahl der AfD. Die letzte Rettung für die Bürger unseres Landes.

RDA

18.05.2013, 11:52 Uhr

Vorschlag für Reformen:
* Nachhaltigkeitsfaktor in Beamtenpensionen
* Wertschöpfungsabgabe für alle Unternehmen, auf die Gewinnsteuern und gezahlte Arbeitgeberbeiträge angerechnet werden (dann lohnt sich nämlich die Gewinnverschiebung nicht mehr)
* Streichung der steuerlichen Absetzbarkeit von Parteispenden
* Streichung des Ehegattensplittings und Ersatz gegen eine negative Einkommensteuer für Personen, die Kinder erziehen.
* Änderung des Nachhaltigkeitsfaktors in der Rentenformel von einem Altenquotienten in einen Nichterwerbstätigenquotienten
*Inflationsindexierung der Einkommensteuer und sämtlicher Sozialleistungen
* Moderate Vermögensabgabe mit Sonderregeln für kleine und mittlere Unternehmen
*Vollständige steuerliche Abziehbarkeit der Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung und der nicht mehr von der GKV bezahlten Kosten
*Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf 60% bei 250.000 Euro.
Arbeitnehmerbeiträge von Beamten zu ihrer Altersversorgung

Aber davon hört man nichts im aktuellen Vorwahlkampf

Account gelöscht!

18.05.2013, 12:50 Uhr

warum man den wegen dem IKB desaster, nicht zur rechenschaft zieht, sondern nach EZB weglobt ist mir ein rätzel

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