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14.04.2015

14:53 Uhr

Nur noch 3,3 Prozent

WTO senkt Wachstumsprognose für Welthandel

Währungsschwankungen, weltweite Krisen, weniger Wachstum in den Schwellenländern: Die WTO senkt ihre Wachstumsprognose für 2015. Die eigentlich angepeilte Marke von 4,0 Prozent soll nun erst 2016 erreicht werden.

WTO-Generaldirektor Roberto Azevêdo: „Der Welthandel hat sich in den vergangenen Jahren enttäuschend entwickelt“. ap

WTO senkt Wachstumsprognose für 2015

WTO-Generaldirektor Roberto Azevêdo: „Der Welthandel hat sich in den vergangenen Jahren enttäuschend entwickelt“.

GenfDie Welthandelsorganisation (WTO) hat ihre Wachstumsprognose für den globalen Handel gesenkt. In diesem Jahr soll der Welthandel demnach nur noch um 3,3 Prozent zulegen, wie die WTO am Dienstag in Genf mitteilte. In ihrer Prognose im vergangenen September war die Organisation noch von einem Wachstum von 4,0 Prozent für 2015 ausgegangen. Ein solcher Zuwachs wird nun erst für 2016 erwartet.

Die WTO begründete die getrübten Aussichten unter anderem mit Währungsschwankungen und einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums in Schwellenländern. Auch geopolitische Spannungen wirkten sich negativ aus, hieß es. In der EU deute sich zwar eine stärkere Konjunkturerholung an. Allerdings dürften die Wachstumsraten nicht ausreichen, um den Welthandel anzukurbeln.

Die Verlierer der Weltwirtschaft

Großbritannien

2014: 2,435 ; 2030: 3,586 ; 2050: 5,744 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Zwar wird Großbritannien auch 2030 noch im Ranking der Top-Volkswirtschaften mit Platz zehn in der Top Ten sein. Doch 2050 sieht das anders aus: Rang elf.

Italien

2014: 2,066 ; 2030: 2,591 ; 2050: 3,617 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Italien wird in 35 Jahren auf Rang 18 zurückfallen. Die Prognose zeigt deutlich, dass Europa im weltweiten Vergleich weiter an wirtschaftlichem Gewicht verliert.

Frankreich

2014: 2,587; 2030: 3,418; 2050: 5,207 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Frankreich kommt schafft es bereits 2030 auf Rang elf und rutscht bis 2050 auf Platz 13.

Russland

2014: 3,559 ; 2030: 4,854 ; 2050: 7,575 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Russland wird bis 2050 auf Platz acht verdrängt.

Deutschland

2014: 3,621 ; 2030: 4,590 ; 2050: 6,338 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Drei europäische Staaten gehören derzeit zu den zehn größten Volkswirtschaften der Welt: Deutschland, Frankreich und Großbritannien. 2050 wird nur noch die Bundesrepublik in den Top Ten der wirtschaftlich leistungsfähigsten Staaten vertreten sein. Deutschland wird bereits 2030 auf Rang acht zurückfallen.

Japan

2014: 4,788 ; 2030: 6,006 ; 2050: 7,914 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Während Japan auch 2030 den vierten Platz verteidigt, wird das Land bis 2050 drei Ränge abrutschen und auf Rang sieben landen.

USA

2014: 17,416 ; 2030: 25,451 ; 2050: 41,384 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Auch wenn die USA 2020 den zweiten Platz noch verteidigen können, werden sie 2050 von Indien auf Platz drei verdrängt. Dann wird drittstärkste Volkswirtschaft USA fast zweieinhalbmal so groß sein wie Indonesien (2050: Rang vier).

„Der Welthandel hat sich in den vergangenen Jahren enttäuschend entwickelt“, sagte WTO-Generaldirektor Roberto Azevêdo. Grund dafür sei das anhaltend langsame Wirtschaftswachstum nach der Finanzkrise. Azevêdo forderte den weiteren Abbau von Handelshemmnissen wie etwa Zöllen und verbesserte Marktzugänge, um den negativen Trend umzukehren.

Von

dpa

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