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08.09.2011

12:48 Uhr

OECD-Konjunkturprognose

Deutschland könnte hinter die USA zurückfallen

Schon zum Jahresende wird der Wachstumstrend der deutschen Wirtschaft abbrechen, sagt die OECD voraus. Der Maschinenbau bleibt zwar optimistisch - aber auch die aktuellen Exportzahlen lassen böse Vorahnungen aufkommen.

Deutschlandfahne auf dem Reichstag in Berlin (Archivbild). dpa

Deutschlandfahne auf dem Reichstag in Berlin (Archivbild).

Die deutsche Wirtschaft wird nach Ansicht der OECD Ende 2011 schrumpfen. Das Bruttoinlandsprodukt werde zwischen Oktober und Dezember mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 1,4 Prozent zurückgehen, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Donnerstag in ihrem Zwischenbericht zum Wirtschaftsausblick mit.

In der üblichen Rechnung entspricht dies einem Rückgang auf Quartalssicht von rund 0,3 Prozent. Anfang des Jahres hat die heimische Wirtschaft noch um kräftige 1,3 Prozent von Quartal zu Quartal zugelegt, im Frühjahr schaffte sie nur noch ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent.

Sollten die am Donnerstag in Paris vorgestellten Prognosen eintreffen, wäre Deutschland im Schlussquartal 2011 die schwächste große Industrienation der Welt. Für Länder wie die USA, Frankreich oder Kanada sagen die Volkswirte noch Wachstum voraus. Die Regierungen in Washington und Paris können von Oktober bis Ende Dezember beispielsweise ein auf das Jahr hochgerechnetes Quartalswachstum von 0,4 Prozent erwarten.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) betonte bei der Vorstellung des Berichts, dass die Unsicherheit der jüngsten Prognosen relativ hoch sei. Insbesondere seien die Folgen der staatlichen Schuldenkrisen in Europa und den USA sowie der jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten noch nicht vollständig berücksichtigt.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler wies Ängste vor einem wirtschaftlichen Abschwung als unbegründet zurück. Der FDP-Politiker verwies im Bundestag auf positive konjunkturelle Eckdaten und ergänzte: „Angesichts solcher Zahlen ist Verunsicherung, ja sogar Angst vor Rezession vollkommen unangebracht.“ Deutschland habe eine starke Wirtschaft. „Und wir erwarten auch weiterhin robustes Wachstum in Deutschland."

Kommentare (31)

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BlackWidow

08.09.2011, 12:09 Uhr

Konjunktureinbruch - was wäre daran schlimm? So schlecht wie im Aufschwung ging es den Deutschen selten. Nicht unbedingt materiell, da hat sich ein stetiger, aber langsamer Trend verfestigt, der schwer zu lokalisieren ist; für die meisten Menschen ist alles gleich geblieben.
Sonst aber: Ideell, sozial, im Zusammenleben der Menschen, der Familien, im Hinblick auf die Kinder - da hat der "Aufschwung" kein Glück gebracht.
Arbeitgeber setzen Menschen unter Druck wie in einer üblen Diktatur, fahren Gewinne auf Gewinne ein, verdienen sich dumm und dämlich; verlangen aber von den Mitarbeitern, möglichst die Familie hintenanzustellen, am besten keine zu gründen (weil sie als "Singles" leichte Beute für die gewissenlose deutsche Unternehmerbrut sind), fordern indirekt, Kinder im Stich zu lasen ("flexibel arbeiten" nennt sich das so schön).
Das Land BRD hat geliten unter dem Aufschwung wie selten in der Nachkriegsperiode zuvor.
Gierige Unternehmer und Banker haben das Land, seine Menschen, seine Kinder zerstört.
So lese ich die Überschrift gerne und hoffe, dass es dann auch so kommt.
Unseres Landes wegen. Damit es besser wird.

Pendler

08.09.2011, 12:15 Uhr

1,8% Exportquote nach Griechenland wird uns BESTIMMT retten

Realist

08.09.2011, 12:17 Uhr

Ich wuerde einem Top Mittelstaendler mit jahrsehntelanger Erfahrung aus dem eigenen Bereich mehr Glauben schenken als einem Zahlenjuenger und weltfremden Citibaenkler oder am Tropf des deutschen Steuerzahlers haengender Commerzbank. Elektroindustrie und Maschinenbau Teil des deutschen Wrtschaftsmotors waechst und lauft auf hoechster Drehzahl. Zudem werden weitere 20.000 Stellen im Maschinenbau geschaffen. Da sieht doch die OECD mal wieder wie so ueblich blass mit einer danebenliegenden "Berechnung".

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