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22.07.2014

14:23 Uhr

Öffentliche Hand gibt zu viel aus

Euroländer machen wieder mehr Schulden

Sie führen die Negativrangliste an: Griechenland und Italien haben erneut enorme Schuldenberge angehäuft. Der gesamte Währungsraum schneidet schlechter ab als im vorherigen Halbjahr – und schlechter als ganz Europa.

Aus vollen Zügen? Ein Mann passiert die Werbetafel einer Bank in Athen, die sorgenlose Liquidität verspricht. dpa

Aus vollen Zügen? Ein Mann passiert die Werbetafel einer Bank in Athen, die sorgenlose Liquidität verspricht.

BrüsselDer Schuldenberg der öffentlichen Hand in der Eurozone ist erneut gewachsen. Er belief sich Ende des ersten Quartals 2014 auf 93,9 Prozent, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP), wie aus am Dienstag in Luxemburg veröffentlichten Daten des EU-Statistikamtes Eurostat hervorgeht. Das ist eine Steigerung von 1,2 Prozentpunkten gegenüber 92,7 Prozent zum Jahresende 2013. Der Anstieg kommt demnach nach zwei aufeinander folgenden Quartalen mit sinkendem Schuldenstand.

Absolut gesehen betrugen die Schulden Ende des ersten Quartals 9,06 Billionen Euro, über sieben Billionen davon in Wertpapieren. Werden die zehn EU-Länder hinzugerechnet, die nicht der Eurozone angehören, beläuft sich der Gesamtstand in der EU sogar auf 11,5 Billionen Euro. Die Schuldenquote für die gesamte Union ist besser als für die Eurozone, denn sie betrug Ende des ersten Quartals laut Eurostat 88 Prozent. Auch sie ist aber gestiegen, nachdem sie Ende 2013 noch 87,2 Prozent betragen hatte.

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Die höchsten Schuldenberge verzeichneten laut Eurostat Ende des ersten Quartals Griechenland mit 174,1 Prozent, gemessen am BIP eines Jahres, und dahinter Italien mit 135,6 Prozent. Die niedrigsten Quoten hatten demnach Estland mit nur zehn Prozent Staatsverschuldung und Bulgarien mit 20,3 Prozent.

Deutschland nahm mit 77,3 Prozent einen mittleren Platz ein. Dies entsprach laut Eurostat öffentlichen Schulden von 2,14 Billionen Euro hierzulande. Allerdings ging demnach der deutsche Schuldenberg gegenüber Ende 2013 um 1,1 Prozentpunkte zurück. Die Daten zu einzelnen Ländern waren teilweise bereits vorher bekannt.

Von

afp

Kommentare (6)

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Herr Peter Kock

22.07.2014, 14:56 Uhr

Deutschland, Italien und Frankreich haben zusammen über 65 % der gesamten EU-Staatsverschuldungen angehäuft. In Deutschland sind es nach neuesten Berechnungen über 6,5 Billionen Euro = 1450 Jahre Tilgungszeit , und , wenn alle 30 Jahre eine neue Generation zur Welt kommt , sind das schon 49 verschuldete Generationen...... aber habt Vertrauen denn nach der Staatspleite ,und der dann anstehenden Währungsreform , können wir mit den gleichen Politikern weitermachen wie bisher ..... was zwar keinen Sinn macht aber so wird es dann sein !

Account gelöscht!

22.07.2014, 15:07 Uhr

Wenn die deutsche Regierung (Schäuble und Merkel) der EZB und damit den Schuldenländern wie auch Schuldenbanken mit dem Bruch des Maastricher Vertrag und dem daraus folgenden ESM einen Freibrief zum Schulden machen überreicht, dann brauch sich doch im nachhinein keiner wunder, dass diese Schuldenländer/Banken mehr und mehr Schulden auf Kosten des deutschen Steuerzahler und damit auf Kosten der gesamten EU-Wirtschaft machen.

Herr Woldemar von Stechlin

22.07.2014, 15:46 Uhr

Die Schuldenorgie kann kein gutes Ende nehmen!

Aber die Leute interessieren sich mehr für Lahms Abschied aus der Nationalmannschaft als für die unweigerlich heraufziehende Katastrophe...

Läppische 6% für die AfD sprechen auch dafür dass die Menschen den Ernst der Lage beim Euro noch nicht begriffen haben...

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