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13.06.2013

17:42 Uhr

Ökonomen erwarten positiven Effekt

Fluthilfe sorgt für kleines Extra-Wachstum

VonJan Mallien

Acht Milliarden Euro wollen Bund und Ländern den Flutopfern geben. Das hilft der Bauindustrie - und auch dem Wachstum. Allzu groß sind die Effekte jedoch nicht - weil sich die Maßnahmen über längere Zeiträume verteilen.

Polizisten gehen durch die überflutete Unterstadt von Lauenburg. Der Wiederaufbau nach der Flut könnte der Konjunktur einen kleinen Schub geben. dpa

Polizisten gehen durch die überflutete Unterstadt von Lauenburg. Der Wiederaufbau nach der Flut könnte der Konjunktur einen kleinen Schub geben.

Ökonomen erwarten, dass sich die Flut auf das Wachstum in Deutschland auswirken wird. „Die Flut hat einen wirtschaftlichen Effekt,“ sagt Simon Junker vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Der Wiederaufbau helfe vor allem der Bauindustrie. Negativ zu Buche schlage der Produktionsausfall, den einzelne Unternehmen während der Flut erleiden hätten. Unterm Strich sei der Wachstumseffekt vermutlich positiv. „Die Flut wird das gesamtwirtschaftliche Wachstum aber nicht erheblich beeinflussen,“ sagt Junker.

Ähnlich sieht das auch der Konjunkturchef des Ifo-Instituts, Kai Carstensen. „Gesamtwirtschaftlich dürften die konjunkturellen Effekte der Flut eher gering sein,“ sagt er. Erste Schätzungen gingen offenbar davon aus, dass die Schäden bei 12 bis 15 Milliarden liegen. Das sei im Verhältnis zu einer Wirtschaftsleistung von 2,6 Billionen und einem Anlagevermögen von 8,6 Billionen relativ gering. „In einzelnen Regionen kann es aber schon spürbare Auswirkungen auf die Baukonjunktur geben,“ sagt Carstensen.

Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag bekannt gab, wollen Bund und Länder den Flutopfern acht Milliarden Euro Hilfe zur Verfügung stellen. Getragen werden sollen die Kosten je zur Hälfte von Bund und Ländern. Dafür will die Bundeskanzlerin auch neue Schulden in Kauf nehmen.

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Bund und Länder haben sich verständigt: Sie wollen acht Milliarden Euro für einen Hilfsfond aufbringen, um den Flutopfern zu helfen. Um das Geld aufzubringen, will Kanzlerin Merkel mehr neue Schulden aufnehmen.

Diese Lösung erinnert an die Hilfen nach der Flut im Jahr 2002. Damals halfen Bund und Länder den Flutopfern mit rund sieben Milliarden Euro. Einen direkt messbaren Effekt bei den Bauinvestitionen gab es in den Quartalen nach der Flut jedoch nicht.

Diesmal wird dies vermutlich ähnlich sein. „Wegen des strengen Winters wird es ohnehin einen Nachholeffekt bei den Bauinvestitionen geben,“ sagt Junker. Da sei es schwierig zu unterscheiden, was auf die Flut zurückzuführen sei.

Kommentare (1)

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HofmannM

13.06.2013, 15:14 Uhr

Ein Wachstum auf Kosten der betroffen Bürger ist das!
Der Bürger muss Kredite aufnehmen oder Erspartes (für sein Alter hinterlegtes Geld) aufbrauchen. Der Staat wird sich weiter verschulden müssen und diese Verschuldung werden die Steuer- und Abgabenerhöhung der Zukunft für den Bürger sein. Die Flut hat die gleichen verherrenden volkswirtschafltichen Folgen für uns Bürger, wie die Energiewende auf Basis eines diktierenden EEG-Zwangsabgaben/Subventionsgesetz!
Und wäre diese Flut und das EEG nicht schon schlimm genug, da kommt auch noch dieser ESM daher.
Die Wohlstandsvernichtung der deutschen Bürger durch den ESM und dem EEG wird durch die Flutkatastrophe nur noch beschleunigt.

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