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30.05.2011

16:15 Uhr

Ökonomen-Umfrage

Ein Sommermärchen vom Arbeitsmarkt

Offenbar ist die Arbeitslosenzahl im Mai bereits unter die Marke von drei Millionen gerutscht. Die Bundesanstalt für Arbeit gibt am Dienstag ihre Zahlen bekannt - und dürfte weitere positive Nachrichten bereit halten.

Die Zahl der Arbeitslosen soll im Mai erstmals unter drei Millionen sinken, so eine Umfrage unter Volkswirten. Quelle: dpa

Die Zahl der Arbeitslosen soll im Mai erstmals unter drei Millionen sinken, so eine Umfrage unter Volkswirten.

NürnbergDie boomende deutsche Wirtschaft hat die Zahl der Arbeitslosen im Mai erstmals in diesem Jahr unter die Drei-Millionen-Marke gedrückt. Insgesamt seien im Mai 2,94 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit gewesen, berichteten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Dies wären rund 140.000 weniger als im April und rund 300.000 weniger als vor einem Jahr. Die offiziellen Zahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Dienstag bekanntgeben.

Allianz-Volkswirt Rolf Schneider ist davon überzeugt: „Die Erwerbslosenzahl wird bis Jahresende unter drei Millionen bleiben.“ Erst mit der Winterarbeitslosigkeit im Januar und Februar dürften in Deutschland wieder mehr als drei Millionen Jobsucher gezählt werden. Zuletzt war die 3-Millionen-Grenze im November 2010 unterschritten worden.

Kommentar: Bloß keine Party!

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Bloß keine Party!

Unter drei Millionen Arbeitslose im Mai - wenn sich diese Zahl bewahrheitet, ist das hübsch, aber kein Grund zum Feiern. VON OLIVER STOCK

Leicht gedämpft wurde die Arbeitsmarkteuphorie am Montag lediglich von der Bundesagentur für Arbeit (BA); sie berichtete von einer leicht gesunkenen Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften - zum ersten Mal seit Monaten. Der entsprechende Beschäftigungsindex der BA sank um zwei auf 164 Punkte. „Inwieweit das leichte Minus das Überschreiten der maximalen Arbeitskräftenachfrage dieses Aufschwungs anzeigt oder ob die Nachfrage nochmals ansteigt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen“, urteilte die Bundesagentur.

Die Bankenvolkswirte beurteilen die Lage dennoch ungeteilt positiv: „Der Jobaufschwung wird weitergehen“, stellte etwa HypoVereinsbank-Volkswirt Alexander Koch fest. Und auch Commerzbank-Volkswirtin Ulrike Rondorf ist zuversichtlich: „Die Firmen investieren weiter und müssen deshalb mehr Leute einstellen.“ Selbst die steigenden Energiepreise und die EU-Schuldenkrise dürften nach Prognosen der Fachleute weder Konjunktur noch Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten trüben.

Im April war die Zahl der Arbeitslosen nach Angaben der Bundesagentur um 132.000 auf 3.078.000 gesunken. Das waren 321.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,3 Punkte auf 7,3 Prozent ab. Saisonbereinigt war die Arbeitslosenzahl um 37.000 auf 2,97 Millionen gesunken - im Westen um 26.000, im Osten um 11.000. Zugleich wächst die Zahl der Arbeitsplätze weiter. Im März waren zuletzt 40,51 Millionen Jobs gezählt worden - 554.000 mehr als vor einem Jahr.

Von

dpa

Kommentare (7)

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Maerchenprinz

30.05.2011, 16:58 Uhr

Wieder das wenig Arbeitslose Märchen.....gääähn...

Wilhelm_K

30.05.2011, 17:07 Uhr

"Zahl der Arbeitslosen sinkt unter 3 Millionen"...

...und demnächst die Zahl der Hauptschüler auf Null - werden durch Abschaffung und Zusammenlegung mit den Realschulen demnächst alles "Oberschüler".

Heißa, was Politiker in Jahrzehnten nicht in den Statistiken zu verändern vermochten, erledigen Merkel, von der Leyen und Schavan mit schlichter Wortklauberei...

Traumtaenzer

30.05.2011, 17:14 Uhr

Sinkende Reallöhne seit der Euro-Einführung, Zahl der Hartz4-Aufstocker und Geringstverdiener auf Rekordniveau, Schönung und Fälschung der Statistik mit allerlei statistischen Manipulationen und Tricks...
In Schland herrscht nur Lug und Trug!
Das ansonsten seriöse Handelsblatt sollte nicht kommentarlos solche vorgefertigten Jubelmeldungen übernehmen...

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