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25.02.2011

11:28 Uhr

Ölpreis-Explosion

Libyen-Krise trifft Deutsche mit voller Wucht

VonDietmar Neuerer

Die Libyen-Krise hat den Ölpreis in gefährliche Höhen getrieben. Sollte sich die Situation weiter verschärfen droht ein Konjunktur-Rückschlag. In Deutschland haben die Spritpreise schon kräftig angezogen.

Anzeigetafel an einer Tankstelle in München: Der Preisanstieg trifft die Autofahrer mit voller Wucht. Quelle: dpa

Anzeigetafel an einer Tankstelle in München: Der Preisanstieg trifft die Autofahrer mit voller Wucht.

DüsseldorfDie Ölpreis-Explosion infolge der Unruhen in der arabischen Welt stellt nach Einschätzung des Direktors des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, eine Bedrohung für den konjunkturellen Aufschwung dar. Auf eine entsprechende Frage antwortete Horn im Gespräch mit Handelsblatt Online: "Die Frage muss mit ja beantwortet werden. Denn die Kosten für die Unternehmen steigen, was ihre Gewinne und damit ihre Investitionsbereitschaft schmälert."

Wälzten die Unternehmen die höheren Energiekosten auf die Verbraucher ab, würden zudem deren Realeinkommen geschmälert, was die Konsumbereitschaft belaste. Positiv bemerkbar machen dürfte sich nach Horns Ansicht allerdings die durch die höheren Öleinnahmen beflügelte Nachfrage der Ölexporteure nach deutschen Exporten. "Dieser Effekt dürfte jedoch nicht ausreichen ,um die Belastungen zu kompensieren", fügte der Ökonom hinzu.

Angesichts der anhaltenden gewalttätigen Unruhen in Libyen hat sich der Ölpreis am Freitag auf hohem Niveau gehalten. Das Fass Brent wurde 0,3 Prozent teurer mit 111,67 Dollar gehandelt, WTI verteuerte sich um 0,4 Prozent auf 97,70 Dollar. "Wenn am Ölmarkt die Weltpolitik im Nahen Osten ins Spiel kommt, dann sind alle gewöhnlichen Annahmen zur Richtung des Ölpreises auf Basis von Angebot und Nachfrage oder ökonomischen Daten abgeschaltet", heißt es einem Marktkommentar der BNP Paribas.

Am Donnerstag war der rasante Ölpreisanstieg der Vortage zum Stillstand gekommen, nachdem Saudi-Arabien höhere Ölexporte in Aussicht gestellt hatte. Das Fass Brent kostete am Donnerstag zeitweilig knapp 120 Dollar. Charttechnisch betrachtet kann der WTI-Preis nach Einschätzung von Reuters-Analyst Wang Tao aus technischen Gründen in diesem Jahr noch auf 159 Dollar je Fass steigen.

Der Anstieg weckt böse Erinnerungen an vergangene globale Rezessionen. „Wenn die Situation in der Region außer Kontrolle gerät, bekämen wir sicher eine neue Ölkrise“, warnt Rohstoffexperte Klaus-Jürgen Gern vom Kieler Institut für Weltwirtschaft. Felix Neugart vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag hat gerechnet: „Steigt der Ölpreis um ein Prozent, kostet das die deutsche Wirtschaft etwa eine halbe Milliarde Euro.“ Davon betroffen wären vor allem Chemiekonzerne und Fluggesellschaften. Die Branchenführer Tui und Thomas Cook bezifferten ihre Ergebniseinbußen allein durch gestrichene Reisen und Rückholaktionen auf 35 beziehungsweise 24 Millionen Euro.

Kommentare (11)

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bernie999

25.02.2011, 12:24 Uhr

Was heißt hier Deutschland? Es trifft die ganze Welt mit voller Wucht.... Das Ganze ist doch nur ein Vorgeschmack auf das, was wir zu erwarten haben (in ca. 50 Jahren) wenn die Öl- und Gasvorkommen auf der Erde zu Neige gehen. Nur um Potenzen härter wird es uns dann treffen....

Markus

25.02.2011, 12:33 Uhr

Und ihr lasst euch wieder mal verarschen !!!!
Der Ölpreis steigt wegen mehr Fiat-Money, wegen Investoren welche sich in Rohstoffe flüchten und weil ihr ausgenommen und manipuliert werden sollt !!
Es gibt genug Ölreserven, wir bekommen gerade mal ca. 2% aus Libyen und andere Öllieferer könnten - sofern überhaupt nötig - das locker ausgleichen.
Sofern sie dürften !!

Anton

25.02.2011, 12:37 Uhr

Hie glaubt wieder einer an den Peak Oil Schwindel und das Mär vom Öl aus Saurier und Pflanzen :-)
Erst ernsthaft informieren und recherchieren - mit eingeschaltetem Hirn !

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