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21.04.2015

13:19 Uhr

Ölpreis und Sanktionen

Russische Wirtschaft schrumpft

Die russische Wirtschaft schrumpft weiter. Grund sind der niedrige Ölpreis und die westlichen Sanktionen. Die Regierung rechnet mit einer Inflationsrate von zwölf Prozent – und einer immensen Kapitalflucht.

Russlands Wirtschaft ist um zwei Prozent geschrumpft. Für das ganze Jahr erwartet die russische Regierung einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um drei Prozent. picture-alliance

Russissche Rubel

Russlands Wirtschaft ist um zwei Prozent geschrumpft. Für das ganze Jahr erwartet die russische Regierung einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um drei Prozent.

MoskauInfolge des niedrigen Ölpreises und der westlichen Sanktionen im Zuge der Ukraine-Krise ist die russische Wirtschaft in den ersten drei Monaten dieses Jahres um zwei Prozent geschrumpft.

Der Rückgang sei der erste in einem ersten Quartal seit 2009. „Die negativen Tendenzen setzen sich dieses Jahr fort“, sagte Ministerpräsident Dmitri Medwedew am Dienstag vor Parlamentsabgeordneten.

Allerdings sei die derzeitige Entwicklung nicht so schlimm wie Anfang 2009.

Das sind die Sanktionen des Westens gegen Russland

Banken

Die EU erschwert den Zugang zu den EU-Finanzmärkten für russische Banken. Gilt für alle Banken mit einem staatlichen Anteil von mindestens 50 Prozent. Sie können auf den EU-Kapitalmärkten keine neuen Wertpapiere oder Aktien von russischen Unternehmen mehr verkaufen.

In den USA fallen drei weitere Banken im russischen Staatsbesitz unter die Strafmaßnahmen, damit sind es nun fünf von sechs: Die Bank von Moskau, die Russische Landwirtschaftsbank und die VTB Bank kamen hinzu. Ihnen wird der Zugang zu mittel- und langfristiger Dollarfinanzierung für Russland erschwert. Sie dürfen aber weiter in den USA operieren.

Waffen

Die EU verbietet künftige Rüstungslieferungen. Betroffen sind alle Güter, die auf einer entsprechenden Liste der EU stehen. Gilt nicht für bereits unterzeichnete Verträge, also auch nicht für die Lieferung von zwei französischen Hubschrauberträgern im Wert von 1,2 Milliarden Euro an Russland.

In den USA wurde die United Shipbuilding Corporation (größtes russisches Schiffsbau-Unternehmen) zu den bislang acht auf der Sanktionsliste stehenden Firmen im Verteidigungssektor ergänzt. Die Unternehmen dürfen nicht mehr das US-Finanzsystem nutzen oder mit amerikanischen Bürgern Geschäfte machen.

Technologie

Die EU verbietet den Export von bestimmten Hochtechnologiegütern an das Militär. Gilt beispielsweise für Verschlüsselungssysteme sowie für Hochleistungscomputer.

Energie

Die EU untersagt die Ausfuhr für Spezialtechnik zur Ölförderung. Zielt auf Geräte, die für Ölbohrung und -förderung beispielsweise in der Arktis gebraucht werden.

Auch in den USA gelten für Unternehmen aus der Ölbranche eingeschränkte Importmöglichkeiten für Technik zur Erschließung von Ölquellen in tiefen Gewässern, vor der arktischen Küste oder in Schiefergestein. Die aktuelle Energieproduktion werde damit aber nicht beeinträchtigt.

Für das ganze Jahr erwartet die russische Regierung einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um drei Prozent. Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew hatte Ende Januar eine Inflationsrate von zwölf Prozent vorausgesagt. Die Kapitalflucht wird laut Regierungsprognose bei 115 Milliarden Dollar liegen.

Russland leidet besonders unter dem starken Einbruch des Ölpreises seit vergangenem Sommer. Hinzu kommen die infolge des Ukraine-Konflikts verhängten westlichen Wirtschaftssanktionen.

Von

afp

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