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05.06.2015

09:16 Uhr

Optimismus steckt Bundesbank an

Deutschland strotzt vor Kraft

Die Wirtschaftsinstitute haben vorgelegt, jetzt zieht die Bundesbank nach: Sie traut der deutschen Wirtschaft 2015 und 2016 in ihrer Prognose ein kräftiges Wachstum zu – getrieben von Kauflust und einem schwachen Euro.

Bundesbank-Chef Jens Weidmann sieht Deutschland auf einem guten Weg. Reuters

Jens Weidmann

Bundesbank-Chef Jens Weidmann sieht Deutschland auf einem guten Weg.

BerlinDie Bundesbank hat ihre Prognose für die Konjunktur in Deutschland kräftig nach oben geschraubt. Im laufenden Jahr dürfte die Wirtschaft demnach um 1,7 Prozent und im kommenden Jahr um 1,8 Prozent wachsen, teilte die Bundesbank in ihrer am Freitag in Frankfurt veröffentlichten halbjährlichen Prognose mit. Noch im Dezember hatte sie mit einem Wachstum von 1,0 für dieses und von 1,6 Prozent für das kommende Jahr gerechnet. Für 2017 erwarten die Bundesbank-Ökonomen einen realen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,5 Prozent.

Zwar war der Start ins Jahr 2015 eher mau, dennoch rechnen viele Volkswirte mit einem weiteren guten Jahr. Entsprechend hatten vor der Bundesbank bereits zahlreiche Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Konjunkturprognosen nach oben korrigiert. Carsten-Patrick Meier vom Forschungsinstitut Kiel Economics hält sogar zweieinhalb Prozent Wachstum für denkbar.

Auch auf dem Arbeitsmarkt sieht es gut aus: Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist dank des Frühjahrsaufschwungs auf den niedrigsten Mai-Wert seit 24 Jahren gesunken. Die Zahl der Jobsucher ging im Vergleich zum Vormonat um 81 000 auf 2,762 Millionen zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Dadurch sank die Arbeitslosenquote um 0,2 Punkte auf 6,3 Prozent.

Fünf Gründe für Deutschlands Aufschwung

Starker Konsum

Weil Sparen sich wegen der Mini-Zinsen nicht lohnt, tragen die Verbraucher ihr Geld in die Geschäfte oder reisen viel. Löhne und Gehälter steigen zudem weiter kräftig.

Billiges Öl

Der Rückgang der Rohölpreise um nahezu die Hälfte seit dem Sommer 2014 entlastet Unternehmen und Verbraucher. Dies wirkt wie ein kostenloses Konjunkturprogramm.

Schwacher Euro

Die Exporteure jubeln, weil der im Verhältnis zum US-Dollar extrem schwache Euro Ausfuhren außerhalb des Euroraums günstiger macht.

Boom in den USA

Die US-Wirtschaft brummt – und die Amerikaner schätzen Waren „made in Germany“, gerade Luxusautos und Maschinen.

Job-Motor

Auf dem Arbeitsmarkt jagt ein Beschäftigungsrekord den nächsten. Bald dürften über 43 Millionen Deutsche erwerbstätig sein – das gibt Sicherheit und stützt den Aufschwung.

Nach Einschätzung von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat sich die deutsche Wirtschaft von der Konjunkturschwäche vor allem Mitte des vergangenen Jahres schneller als gedacht erholt. „Die Binnenwirtschaft profitiert dabei von der guten Arbeitsmarktlage und den kräftigen Einkommenszuwächsen“, sagte Weidmann. Zwar beeinträchtigte das Auslandsgeschäft aktuell dämpfende Effekte aus der Weltwirtschaft – dem stünde aber der schwächere Euro und die wirtschaftliche Erholung im Euro-Raum gegenüber. Zudem rechnet Weidmann damit, dass die Weltwirtschaft wieder stärker in Schwung kommt.

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Bei der Preisentwicklung würden sich zunächst der Einfluss der Euro-Abwertung gegenüber anderen Währungen zeigen. Später würde aber zunehmend der Kostenauftrieb im Inland seine Wirkung zeigen. Ihre Inflationserwartungen für dieses Jahr nahm die Bundesbank deutlich zurück: Die Teuerung könne sich gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) im laufenden Jahr von 0,5 Prozent auf 1,8 Prozent im kommenden Jahr und dann weiter auf 2,2 Prozent im Jahr 2017 verstärken.

Noch im Dezember wurde für 2015 eine Teuerung von 1,1 Prozent erwartet. „Wesentlich für die gedämpften Inflationsaussichten ist vor allem der kräftige Rückgang der Rohölnotierungen“, sagte Weidmann.

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Kommentare (18)

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Account gelöscht!

05.06.2015, 09:27 Uhr

Deutschland strotzt deswegen vor Kraft, weil Deutschland mit dem EURO ein Diktat eingeführt hat, dass es Deutschland erlaubt über den anderen Ländern im EURO Raum stehen und bestimmen zu können. Die anderen EURO Länder haben im wirtschaftlichen Wettbewerb mit Deutschland in der Welt mit diesen Einheits-Diktat-EURO keine Chance mehr ihre kulturellen Eigenschaften in Form ihrer eigenen Währungsab- bzw. aufwertung mehr Rechnung zu tragen = zu leben und wirtschaften, wie es ihrer eigenen Kultur, Lebengefühl entspricht.
Der EURO macht Deutschland und vor allen das EU-Bürokratiemonster zum neuen Diktator über die europäischen Völker und Kulturen. Die Römer wollten schon Diktator in Europa spielen, auch Karl der Große, auch Napoleon, auch Hitler und jetzt versucht es eben ein EU-Konstrukt aus verschiedenen Lobby- und NGO Truppen....mal wieder.

Account gelöscht!

05.06.2015, 09:34 Uhr

alles "Glaskugelschauerei".

Herr Peter Spiegel

05.06.2015, 09:35 Uhr

Klar erkannt und das Ganze auf Anordnung von unseren Freunden.

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