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17.01.2005

07:19 Uhr

Optimistisch zu Wachstumsaussichten geäußert

Märkte spekulieren über die Fed

Der Dollar schickt die Finanzmärkte im Moment auf eine Achterbahnfahrt. Hatte ein stark gestiegenes Handelsbilanzdefizit der USA im November den Greenback zunächst ins Tal gezogen, erholte sich der Dollar nach Äußerungen von William Poole, Fed-Gouverneur in St. Louis, wieder.

tor NEW YORK. Poole hat angedeutet, dass die Notenbank möglicherweise ihren Kurs „maßvoller“ Zinserhöhungen verschärfen könnte. Damit könnte sich der Zinsabstand zur Eurozone vergrößern, was die Nachfrage nach Dollar-Anlagen steigern dürfte.

Die Leitzinsen in den USA liegen derzeit mit 2,25 Prozent leicht über dem Niveau in Europa mit zwei Pro-zent. Wall-Street-Ökonomen erwarten, dass die Fed im Laufe des Jahres das Zinsniveau auf bis zu vier Prozent erhöhen könnte. Ist es doch das erklärte Ziel der Notenbanker, den Zinshebel wieder in eine konjunkturneutrale Position zu bringen.

Poole hatte sich in seiner Rede zugleich optimistisch zu den Wachstumsaussichten geäußert. Pool ist jedoch kein stimmberechtigtes Mitglied des Offenmarktausschusses. Außerdem wird über die Verwendung der Formulierung innerhalb der Notenbank schon länger diskutiert. Aus den Sitzungsprotokollen ist zu entnehmen, dass einige Fed-Gouverneure darin eine Einengung ihrer Handlungsfreiheit sehen.

Wachsende Sorge bereiten der Notenbank offenbar auch die hohen Defizite im US-Haushalt und in der Leistungsbilanz. Der New Yorker Fed-Präsident Timothy Geithner hat jetzt in ungewöhnlich deutlichen Worten auf die Risiken dieser Ungleichgewichte hingewiesen. „Die Wahrscheinlichkeit (dass es zu einem wirtschaftlichen Schock kommt) mag gering sein. Sie ist jedoch höher als sie sein sollte“, sagte er. Für die Fed sei es deshalb wichtig, die Zinsen auf ein Niveau zu bringen, das die Inflation gar nicht erst aufkommen lasse. Das würde es der Notenbank im Notfall erleichtern, mit Zinssenkungen einen wirtschaftlichen Schock abzufedern.

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