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25.10.2013

15:10 Uhr

Pakt zwischen EU und USA

Wer vom Transatlantik-Freihandel profitieren würde

VonSabine Bernard

Die transatlantische Freihandelszone soll den Handel zwischen den USA und der EU erleichtern. Doch welche Folgen hätte die Einführung der größten Freihandelszone der Welt für die rund 800 Millionen Einwohner?

2011 wurden im Hafen von Antwerpen rund 8,664 Millionen Container umgeschlagen. Sollte das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA kommen, werden es wohl noch ein paar mehr werden. dpa

2011 wurden im Hafen von Antwerpen rund 8,664 Millionen Container umgeschlagen. Sollte das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA kommen, werden es wohl noch ein paar mehr werden.

DüsseldorfDer Skandal um das abgehörte Handy von Kanzlerin Merkel bringt die Verhandlungen um das transatlantische Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA in Gefahr. Dabei steht viel auf dem Spiel. Mit einer Wirtschaftskraft von rund 21,8 Billionen Euro geht es um die größte Freihandelszone der Welt. Nach Berechnungen des Ifo-Instituts könnten durch eine transatlantische Freihandelszone 2 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Die EU rechnet immerhin mit rund 400.000 neuen Jobs und einer zusätzlichen Wirtschaftsleistung in Höhe von jährlich 120 Milliarden Euro. Doch wer wird von dem Handelsabkommen am meisten profitieren und welche Folgen hat es für die deutsche Wirtschaft?  

Gewinner und Verlierer

Die rund 800 Millionen Einwohner in den USA und der EU können auf einen Anstieg der Wirtschaftsleistung und die Schaffung neuer Arbeitsplätze hoffen. Einer Studie des Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) zu Folge werden die USA den größten Nutzen aus dem Freihandelsabkommen ziehen. Das amerikanische Pro-Kopf-Einkommen soll langfristig um 13,4 Prozent steigen. In Europa wird vorzugsweise Großbritannien mit 9,7 Prozent, Schweden mit 7,3 Prozent und Spanien mit 6,6 Prozent von der Freihandelszone profitieren. Deutschland kommt nur auf ein 4,7-pozentiges Wachstum des Pro-Kopf-Einkommen.

Den Zuwächsen der Länder, die Teil der Handelszone sind, stehen jedoch reale Einkommens- und Beschäftigungsverluste im Rest der Welt gegenüber.

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Was die Freihandelszone dem Verbraucher nutzt
Fallen die Handelszölle zwischen den Ländern weg, so sinken die Importkosten und damit vielleicht auch die Verbraucherpreise. Produkte können billiger verkauft werden, verspricht beispielsweise der Verband der Automobilindustrie (VDA). „Das würde auch die Kosten eines Autos für den Verbraucher senken“, sagt VDA-Präsident Matthias Wissmann. Auch andere Branchen können mit einer Kostensenkung rechnen. Ob sie den Vorteil an ihre Kunden weitergeben oder den eigenen Gewinn damit steigern, ist jedoch nicht klar.

Außerdem können Produkte schneller verfügbar sein, wenn sie einheitlich zugelassen werden - etwa wenn die US-Aufsicht FDA ein neues Medikament freigibt, das damit automatisch auch die Zulassung in der EU erhält. Gerade in der Nahrungsmittelindustrie könnten europäische Verbraucher aber auch benachteiligt werden. Die Vorschriften in den USA für Gentechnik oder hormonbehandeltes Fleisch unterscheiden sich deutlich von den strengen europäischen Standards.

Bundeskanzlerin Angela Merkel tritt diesen Befürchtungen allerdings entgegen: „Wir wollen jetzt nicht einfach Standards minimieren,“ sagte sie. Dennoch fordern Verbraucherzentralen im Notfall Handelsschranken für Lebensmittel beizubehalten. „Wir brauchen für Produkte, die auf unseren Märkten nicht gewünscht sind, weiterhin Einfuhrverbote“, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Gerd Billen, der „Rheinischen Post“. „Wir dürfen uns nicht damit vertrösten lassen, dass Chlor-Hähnchen und mit Hormonen versetzte Milch für den europäischen Markt nur gekennzeichnet werden.“

Wenn Hühner wie in den USA zur Desinfizierung beim Schlachten durch ein Chlorbad gezogen würden, sei der Anreiz für hohe Hygienestandards in Ställen gering. Billen forderte für die Verhandlungen ein eigenes Kapitel zum Verbraucherschutz.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

25.10.2013, 15:39 Uhr

Deutschland kommt nur auf ein 4,7-pozentiges Wachstum des Pro-Kopf-Einkommen.

also in verrechnugn mit der Euro Rettung faktisch wieder ein Minus für die D bürger....^^ da die inflation für lebenshaltungs kosten schon jetzt über 4 % liegen....

Profitiern werden Monsanto, Goldman Sachs, und die Superreichen beider Kontinente.....

aber sicher keine Normalbürger.....

man sieht ja am Euro wie toll wir das letzte mal profitiert haben...

ja ich weiss schlimmer populismus..^^

Gastkritiker

25.10.2013, 16:04 Uhr

Einer Studie des Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) zu Folge werden die USA den größten Nutzen aus dem Freihandelsabkommen ziehen. - Mann multipliziere diesen Sockelvorteil mit dem Wettbewerbsvorteil einer umfassenden nachrichtendienstlichen Überwachung der deutschen Wettbewerber plus der Fähgigkeit unbegrenzt Spielgeld für US - amerikanische Investoren zu drucken und schon kriegt man es mit der Angst zu tun. Den US gehen die Kolonien aus deswegen vergreifen sie sich jetzt an ihren sogenannten Verbündeten. Und wo das militärisch nicht ohne weiteres möglich ist schafft man eben Freihandelsabkommen die es ermöglichen den eigenen Vorteil jederzeit durchzusetzten.

conny

25.10.2013, 16:31 Uhr

Den Gen-Murks aus den USA braucht Europa nicht. Die sollen sich selbst vergiften!

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