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13.05.2014

18:37 Uhr

Personalwechsel in Bundesbankspitze

Buch tritt Lautenschläger-Nachfolge offiziell an

Dass sie Sabine Lautenschläger um den Posten der Vizepräsidentin der Bundesbank beerbt, stand schon fest, nun hat sie ihre Spezialgebiete abgesteckt: Claudia Buch wird künftig die Stabilität der Währung im Blick haben.

Ob sie mit ihren neuen Ressorts Akzente setzen kann, wird sich noch weisen, nun tritt sie erst einmal offiziell ihr Amt als Vizepräsidentin der Bundesbank an: Claudia Buch. Reuters

Ob sie mit ihren neuen Ressorts Akzente setzen kann, wird sich noch weisen, nun tritt sie erst einmal offiziell ihr Amt als Vizepräsidentin der Bundesbank an: Claudia Buch.

FrankfurtDie frühere „Wirtschaftsweise“ Claudia Buch hat am Dienstag ihren Posten als Vizepräsidentin der Deutschen Bundesbank angetreten. Die 47-jährige Bankenexpertin folgt auf Sabine Lautenschläger, die im Januar ins Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) gewechselt war. Die Vize-Vorsitzende der europäischen Bankenaufsicht wurde am Dienstag feierlich von der Bundesbank verabschiedet.

Buch ist im sechsköpfigen Vorstand der Bundesbank ab sofort für die Bereiche Finanzstabilität, Statistik und Revision verantwortlich.

Den bisher von Lautenschläger geleiteten Zentralbereich Banken und Finanzaufsicht übernimmt Andreas Dombret, der zudem weiterhin das Risiko-Controlling führt. Bis Ende 2015 nimmt Dombret darüber hinaus die Funktion des G7- und G20-Stellvertreters der Bundesbank wahr. Die Zuständigkeiten der übrigen Bundesbank-Vorstände ändern sich nicht.

Die Bundesbank im Überblick

Aufgaben

Die Bundesbank ist Teil des Eurosystems und damit mitverantwortlich für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie ist die Zentralbank und damit die "Bank der Banken" - bei ihr müssen Banken Mindestreserven einzahlen, um ihr Bankgeschäft betreiben zu dürfen.

Im Auftrag der EZB werden auch Überweisungen abgewickelt und Bargeld gedruckt und verteilt.

Ein weiteres wichtiges Gebiet ist die Überwachung von Banken und ihren Geschäften sowie die Beobachtung der Großwetterlage der Konjunktur und Finanzmärkte.

Verhältnis zur Europäischen Zentralbank (EZB)

Die Bundesbank ist die bedeutendste Notenbank im Euro-Raum mit einem Anteil am eingezahlten Kapital der EZB in Höhe von etwas mehr als 27 Prozent. Viele Dienstleistungen wie der Aufkauf von Staatsanleihen oder die Lagerung von Bargeld-Notreserven erfolgen im Auftrag der EZB.

Jahresüberschuss

Der Überschuss der Bundesbank steht dem Finanzministerium zu. Im Jahr 2012 gab es einen Gewinn in Höhe von 664 Millionen Euro (Vorjahr: 643 Millionen Euro).

Goldbestände

Zu den Währungsreserven der Bundesbank zählen auch Goldbestände. Sie belaufen sich auf 3391 Tonnen und werden von der Bundesbank mit einem Wert von 137,5 Milliarden Euro bilanziert.

Das Gold lagert in Frankfurt (1036 Tonnen), New York (1536 Tonnen), London (445 Tonnen) und Paris (374 Tonnen). Die Goldbestände in Paris sollen nach Deutschland geholt werden.

Mitarbeiter

10.825 Mitarbeiter (9.543 Vollzeitstellen), davon 5417 Beamte und 5408 Tarifbeschäftigte

Standorte

Die Zentrale der Bundesbank ist in Frankfurt. Es gibt außerdem neun Hauptverwaltungen und 41 Filialen, 2011 waren es noch 47 Filialen. Ein weiterer Abbau auf 35 Filialen ist beschlossen – dicht gemacht werden noch Bayreuth, Bremen, Dresden, Gießen, Kiel und Lübeck.

Die Außenstellen sind unter anderem für Bargelddienstleistungen zuständig, entsenden aber auch Prüfer in Banken.

Buch leitete bisher das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Seit 2012 gehört sie dem Sachverständigenrat der Bundesregierung an, den sogenannten Wirtschaftsweisen. Nach ihrer Ernennung ins Präsidium der Notenbank schied sie zum 30. April 2014 aus dem Gremium aus.

Das Vorschlagsrecht für den Vizeposten bei der Bundesbank hat die Bundesregierung. Allerdings war die Personalie in der großen Koalition lange umstritten, weil die SPD Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel für den Top-Posten favorisiert hatte.

Von

dpa

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