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29.01.2010

13:24 Uhr

Pfandbriefe

Zum Teil mit riskanten Staatsanleihen gedeckt

VonAndrea Cünnen

Den Inhabern von Pfandbriefen bereitet die hohe Staatsverschuldung einiger Euro-Länder zunehmend Sorgen, denn die Pfandbriefe sind zum Teil mit Staatsanleihen aus Spanien, Griechenland, Portugal, Irland und Italien gedeckt. Banken könnten höhere Risikoprämien verlangen, wenn sich die Situation in den Ländern weiter verschlechtert.

Portugal und andere Euro-Staaten bereiten Inhabern von Pfandbriefen zunehmend Sorgen. ap

Portugal und andere Euro-Staaten bereiten Inhabern von Pfandbriefen zunehmend Sorgen.

FRANKFURT. Die Inhaber von Pfandbriefen betrachten die hohe Staatsverschuldung einiger Euro-Länder mit Sorge. Denn die Pfandbriefe sind auch mit Anleihen aus Griechenland, Spanien, Portugal, Irland und Italien gedeckt. Diese Anleihen dienen neben der Zahlungskraft der emittierenden Bank quasi als Pfand dafür, dass die gedeckten Bonds bedient werden. Wegen der generell größeren Sicherheit verlangen Investoren für die international als Covered Bonds bekannten Papiere weniger Rendite als für ungedeckte Anleihen von Banken. Für diese sind Covered Bonds deshalb ein wichtiges Refinanzierungsinstrument.

"Das Problem ist, dass mit den sinkenden Kursen der entsprechenden Staatsanleihen im Prinzip die Deckungswerte der Covered Bonds sinken", erklärt Johannes Rudolph, Covered-Bond-Analyst bei HSBC Trinkaus. Dies müssten die Banken allerdings gemäß der Barwertverordnung nicht in der Bilanz ausweisen. Denn gemäß dieser Verordnung müssten Banken Staatsanleihen für die Deckung nicht zu Marktrenditen, sondern mit den am Interbankenmarkt relevanten Swap-Zinsen bewerten.

Besonders viele Anleihen der unter Druck stehenden Länder gibt es laut einer Studie der Commerzbank bei den mit Staatskrediten gedeckten Bonds der Töchter der gebeutelten Hypo Real Estate Gruppe (HRE). So machen bei den entsprechenden Covered Bonds der Deutschen Pfandbriefbank Anleihen aus den fünf Ländern knapp 25 Prozent der Deckungswerte aus. Bei der irischen Depfa und der luxemburgischen Hypo Pfandbrief Bank International sind es rund 20 Prozent. Auch bei der genossenschaftlichen DG Hyp entfallen fast 25 Prozent auf die Problemländer.

Risikoprämien könnten steigen

Anteile von über 15 Prozent haben die Postbank, die französischen Dexma, die Eurohypo-Tochter EEPK und die vom Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken aufgefangene Düsseldorfer Hypothekenbank. Dabei sei bei der Postbank das Gesamtvolumen mit 400 Millionen Euro nur klein.

Auch der Anteil der besonders kriselnden griechischen Staatsanleihen ist bei den Banken nur gering. Die meisten Emittenten haben laut Commerzbank weniger als drei Prozent ihrer Deckungsstöcke in diesen Bonds angelegt.

Die Analysten der Commerzbank fürchten, dass Investoren für die Covered Bonds der Banken, die relative viele Anleihen aus den problematischeren Ländern halten, höhere Risikoprämien verlangen könnten. Dies gelte aber vor allem dann, wenn sich die fundamentale Situation in Griechenland, Portugal, Italien, Irland und Spanien weiter verschlechtere.

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