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18.06.2015

17:34 Uhr

Philly-Fed-Index

Nordost-Industrie der USA gewinnt deutlich an Tempo

Einer der wichtigsten Indikatoren der US-Produktion hat kräftig zugelegt: der Philly-Fed-Index der Notenbank des US-Bundesstaats Philadelphia. Überraschend – denn Experten hatten nur mit einem leichten Anstieg gerechnet.

Die Industrie im Nordosten der USA gilt als Schlüsselregion für die US-Wirtschaft. dpa

Wichtiges Barometer

Die Industrie im Nordosten der USA gilt als Schlüsselregion für die US-Wirtschaft.

BerlinDie US-Industrie hat in einer ihrer wichtigsten Regionen zum Ende des zweiten Quartals spürbar Fahrt aufgenommen. Der Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia stieg im Juni überraschend deutlich auf 15,2 von 6,7 Zählern im Mai, wie die Federal Reserve (Fed) am Donnerstag mitteilte. Dies ist der höchste Stand seit Dezember 2014. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem leichten Anstieg auf acht Punkte gerechnet. Werte über null signalisieren Wachstum. Der Philly-Fed-Index erfasst die Industrie in der Schlüsselregion im Nordosten und gilt als einer der wichtigsten Früh-Indikatoren für die US-Produktion.

Die größte Volkswirtschaft der Welt war im ersten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 0,7 Prozent geschrumpft. Heftige Schneefälle und ein harter Winter bremsten die Wirtschaft, die zusätzlich noch durch einen Streik von Hafenarbeitern an der Westküste belastet wurde. Für das Gesamtjahr sagt der IWF der US-Wirtschaft dennoch ein kräftiges Wachstum von 3,1 Prozent voraus, nach rund 2,4 Prozent im Vorjahr.

Konjunkturindikatoren

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklima

Der GfK-Konsumklimaindex soll die Konsumneigung der Privathaushalte abbilden. Hierfür befragt das Institut monatlich 2000 repräsentativ ausgewählte Personen über ihr Anschaffungs- und Sparneigung auf Sicht von 12 Monaten sowie über ihre Erwartungen zur Gesamtwirtschaftlichen Situation.

Geldmenge M1

Das Geldmengenaggregat M1 umfasst den Bargeldumlauf und Sichteinlagen (jederzeit verfügbare Einlagen, zum Beispiel auf Girokonten). Sie ist ein Indikator für die Transaktionshäufigkeit in einer Volkswirtschaft. Steigt die Geldmenge M1, so wird in der Regel auch mehr gekauft.

Von

rtr

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