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29.10.2015

16:22 Uhr

Preise in Deutschland

Inflation feiert ein Mini-Comeback

Vor allem wegen teurer gewordener Nahrungsmitteln steigen die Preise in Deutschland steigen. Dennoch ist das Plus noch weit von dem Wert entfernt, der von der Zentralbank angestrebt wird.

Die Preise für Energie bleiben niedrig, doch Nahrungsmittel sind zuletzt deutlich teurer geworden. dpa

Roastbeef

Die Preise für Energie bleiben niedrig, doch Nahrungsmittel sind zuletzt deutlich teurer geworden.

Der kräftigste Anstieg der Lebensmittelpreise seit anderthalb Jahren sorgt wieder für ein wenig Inflation in Deutschland. Waren und Dienstleistungen kosteten im Oktober durchschnittlich 0,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte. Das ist das stärkste Plus seit vier Monaten. Im September war die Inflationsrate auf null gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit Februar 2015 - vor allem wegen billigerer Energie.

Für Nahrungsmittel mussten die Verbraucher im Schnitt 1,6 Prozent mehr bezahlen. "Das ist der kräftigste Anstieg seit April 2014", sagte ein Statistiker. Lebensmittel fallen besonders stark ins Gewicht, da sie einen Anteil von fast zehn Prozent am Warenkorb haben, den die Statistiker zur Berechnung der Teuerungsrate nutzen. Entlastet wurden die Haushaltsbudgets dagegen erneut von weniger teurem Benzin, Diesel und Heizöl. Energie war insgesamt 8,6 Prozent billiger als im Oktober 2014.

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Experten gehen davon aus, dass sich die Teuerungsrate in den kommenden Monaten in Richtung der Ein-Prozent-Marke bewegen wird. "Wir dürften den Tiefpunkt bei der Inflation gesehen haben", sagte der Chefvolkswirt vom Bankhaus Lampe, Alexander Krüger. Grund dafür sei auch ein statistischer Effekt. Vor einem Jahr begann der deutliche Rückgang der Ölpreise. Da sie sich inzwischen auf niedrigem Niveau bewegen, dürften die Preise für Benzin und Heizöl künftig nicht mehr so stark fallen wie aktuell.

Die Teuerungsrate verharrt deutlich unter dem Niveau, das die Europäische Zentralbank (EZB) anstrebt. Sie spricht nur bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen. Da sich auch in der Euro-Zone die Inflation hartnäckig nahe der Nulllinie hält, will die EZB ihre Geldschleusen bei Bedarf weiter öffnen. Viele Experten erwarten, dass sie bei der auf über eine Billion Euro angelegten Geldschwemme noch einmal nachlegt. Das Ziel: Anleihen-Investments sollen für Banken unattraktiv werden. Sie sollen stattdessen mehr Kredite an Unternehmen und Haushalte vergeben, was Konjunktur und Inflation anschieben könnte.

Von

rtr

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