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02.01.2013

17:46 Uhr

Preise steigen um 2,0 Prozent

Von hoher Inflation gibt es (noch) keine Spur

Die Preise in Deutschland sind 2012 im Jahresvergleich um 2,0 Prozent gestiegen. Noch macht sich die lasche Geldpolitik damit im Preisniveau kaum bemerkbar. Ökonomen warnen allerdings, dass sich dies bald ändern könnte.

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind 2012 um 2,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. dpa

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind 2012 um 2,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

FrankfurtSprit so teuer wie nie, Öl und Gas teurer als im Vorjahr, der Winterurlaub als Preistreiber - dennoch blieb 2012 die Preisexplosion auf breiter Front in Deutschland aus. Moderate 2,0 Prozent Inflation, so lautet die erste amtliche Berechnung für das gerade beendete Jahr. Das ist weniger als 2011 (2,3 Prozent) und trifft exakt die Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB). Das ist eine gute Nachricht für Deutschlands Verbraucher. Die tief sitzende Angst vor einer massiven Geldentwertung dürfte sie dauerhaft aber nicht nehmen.

Auch viele Ökonomen geben nur auf kurze Sicht Entwarnung. Denn die Rettungsmilliarden der EZB für Banken und Staaten könnten auf Dauer das fragile System ins Ungleichgewicht bringen. EZB-Präsident Mario Draghi, der mit seiner Politik des billigen Geldes vor allem in Deutschland aneckt, wird nicht müde zu versichern: „Fakt ist, dass wir Preisstabilität liefern und das weiter tun werden.“

Seit Einführung des Euro 1999 als Buchwert erreichte die EZB ihr Ziel stabiler Preise bei Teuerungsraten von „unter, aber nahe bei 2,0 Prozent“ fast punktgenau. Nach den neuesten verfügbaren Daten der Notenbank bis einschließlich November 2012 betrug die Jahresteuerung im Euroraum seither durchschnittlich 2,06 Prozent. In Deutschland lag die vergleichbare Rate im Schnitt bei 1,63 Prozent. Für 2013 (1,6 Prozent) und 2014 (1,4 Prozent) prognostizieren die Währungshüter weitere Entspannung an der Preisfront im Euroraum.

Die mauen Konjunkturaussichten spielen den Inflationswächtern in die Hände. Volkswirte erwarten sowohl für Deutschland als auch für den Euroraum insgesamt für 2013 niedrigere Teuerungsraten als im abgelaufenen Jahr - auch deshalb, weil wegen der insgesamt schwachen Weltkonjunktur nicht mehr damit zu rechnen sei, dass etwa der Ölpreis die Teuerung so anheizen werde wie zuletzt. „Von der Kostenseite bleibt der Druck auf die Preise ebenfalls gering, da die Lohnpolitik sich in etwa im Rahmen des Jahres 2012 bewegen wird“, erklärt Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW/Köln).

Kommentare (61)

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Kapturak

02.01.2013, 18:16 Uhr


Bei den Immobilienpreisen haben wir längst eine Inflation. Und eine Immobilie ist nun mal ein sehr wichtiges Gut.

utfcmac

02.01.2013, 18:50 Uhr

2%... ist klar... an muss nur den zugrundeliegenden warenkorb propagandagerecht bestücken.
der normalbürger lacht sich über 2% tot.. never ever

abc

02.01.2013, 18:51 Uhr

Spielt aber keine bei der Inflationsmessung aus gutem Grund aktuell keine besondere Rolle: Die Inflation wird über einen statistischen Warenkorb ermittelt. Darin gehen auch Mieten (und in die Mieten gehen Kaufpreise, Steuern, ... ein) ein, aber die meisten Menschen haben aktuell von einer Preiserhöhung noch nichts mitbekommen. In die Inflationsrate gehen übrigens auch der Preis von Autos ein (drastische Preissenkungen) und Unterhaltselektronik (Preissenkungen).

Daher: Ob Einzelpositionen teurer werden, ist völlig irrelevant. Entscheidend sind die Kostensteigerungen insgesamt

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