Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.10.2011

11:35 Uhr

Preisentwicklung

Euro-Inflationsrate auf Drei-Jahres-Hoch

Das Preisniveau stieg im September um drei Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Grund waren die hohen Energiepreise. Die Europäische Zentralbank rechnet erst in einigen Monaten mit Linderung.

Die Energiekosten sind der Preistreiber schlechthin. dpa

Die Energiekosten sind der Preistreiber schlechthin.

BrüsselDie Verbraucherpreise in der Euro-Zone sind im September wegen teurer Energie so stark gestiegen wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Sie zogen um 3,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an, teilte das Statistikamt Eurostat am Freitag nach endgültigen Berechnungen mit . Damit wurde eine erste Schätzung bestätigt. Eine höhere Inflationsrate gab es zuletzt im Oktober 2008 mit 3,2 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat kletterten die Preise um 0,8 Prozent. Die Jahresteuerung liegt damit weit über dem von der EZB angepeilten Stabilitätsziel von knapp unter zwei Prozent.

Die Europäische Zentralbank (EZB), die ihren Leitzins trotz der Rezessionssorgen in der Euro-Zone Anfang des Monats stabil bei 1,5 Prozent hielt, rechnet erst in einigen Monaten mit einer deutlichen Entspannung an der Preisfront. Somit wäre der Weg frei für eine Zinssenkung in naher Zukunft. EZB-Ratsmitglied Erkki Liikanen warnte zugleich, dass die Euro-Zone konjunkturell in schwieriges Fahrwasser geraten dürfte: „Eine nachhaltige Schwächung der wirtschaftlichen Aktivität ist nicht auszuschließen“, sagte der finnische Notenbankchef.

Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten in ihrem Herbstgutachten, dass die Folgen der Schuldenkrise im Winter massiv auf die Konjunktur durchschlagen werden. Für das vierte Quartal sagen sie ein Schrumpfen des Bruttoinlandsprodukts in der Euro-Zone voraus, Anfang kommenden Jahres soll die Wirtschaftsleistung dann stagnieren.

Angesichts der düsteren Aussichten hat die EZB bereits laut über eine Zinssenkung nachgedacht. Experten schließen nicht aus, dass die Zentralbank bereits in den kommenden Monaten die geldpolitischen Zügel lockern wird. „Die Inflationsentwicklung in der Eurozone hat ihren Höhepunkt erreicht. Für die EZB erwarten wir im vierten Quartal 2011 eine Zinssenkung auf 1,0 Prozent“, schreiben die Experten der Privatbank Sal. Oppenheim.

Von

rtr

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

lowabras

14.10.2011, 12:17 Uhr

Hier werden immer mehr nur einfach die Kurzberichte der Politgesteuereten Agenturen abgedruckt. Für was macht eine Zeitung eine Zeitung, fragt man sich?
Hintergründe und Fakten zum Wirtschafts- und Finazdesaster findet man ausführlich, hier:
www.steuerembargo.co.de

Ottavo

14.10.2011, 13:12 Uhr

Die Preisfrage ist doch immer: Wie sehen die ungeschönten Inflationsraten aus?

Account gelöscht!

17.10.2011, 08:57 Uhr

Die Notenbank wird die Geldentwertung mit Zinssenkungen bekämpfen? Na, das ist ja mal was Neues ...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×