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09.07.2011

10:32 Uhr

Preissteigerungen

Inflation in China steigt auf Drei-Jahres-Hoch

China bekommt die hohe Inflation nicht in den Griff. Trotz aller Gegenmaßnahmen steigen die Preise weiter an. Es wird erwartet, dass die Notenbank erneut eingreift – es wäre die vierte Zinserhöhung in diesem Jahr.

Chinesische Münzen und Banknoten. Quelle: dpa

Chinesische Münzen und Banknoten.

PekingChina bekommt die Inflation nicht in den Griff. Die Preissteigerungen erreichten im Juni mit 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat den höchsten Stand seit drei Jahren. Vor allem die Nahrungsmittelpreise legten um 14,4 Prozent zu, wie das Statistikamt am Samstag in Peking berichtete.

Auch die Erzeugerpreise stiegen um 7,1 Prozent. Trotz aller Bremsmanöver hat sich damit die Inflation in China schneller als erwartet beschleunigt. Die Regierung geht inzwischen davon aus, dass das Jahresziel von vier Prozent Inflation nicht erreicht werden dürfte. Die Verbraucherpreise hatte im Mai um 5,5 Prozent zugelegt.

Im Kampf gegen die Preissteigerungen hatte die Zentralbank seit Oktober schon fünfmal den Leitzins und neunmal die Kapitalanforderungen für die Mindestreserven der Banken erhöht, um überschüssige Liquidität im Markt abzuschöpfen.

In den Städten lag die Inflation im Juni bei 6,2 Prozent, während ländliche Regionen 7,0 Prozent erlebten. Die Staatsagentur Xinhua zitierte Experten, die trotzdem keinen Grund zur Panik sahen. Neue Faktoren, die die Preise antrieben, seien inzwischen unter Kontrolle, wurde versichert. Die Lebensmittelversorgung habe sich insgesamt verbessert - mit der Ausnahme von Schweinefleisch. So stiegen die Schweinefleischpreise im Vergleich zum Vormonat Mai um 11,4 Prozent.

Die Chefökonomin der Wertpapierfirma Galaxy, Zuo Xiaolei, sagte laut Xinhua voraus, dass die Preissteigerungen auch künftig hoch sein werden. Es werde eine Weile dauern, bis der Inflationsdruck schrittweise nachlasse.

Professor Cao Fengqi vom Forschungszentrum für Finanzen und Aktien an der Peking Universität meinte, die Verbraucherpreise hätten im Juni ihren Höhepunkt erreicht. Es wurde auch darauf verwiesen, dass die Maßnahmen der Zentralbank greifen sollten. Auch ließen die Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt nach.

Das Gespenst der Inflation

China: Kampf gegen Überhitzung der Wirtschaft

Aus China kommen alarmierende Nachrichten. Das Statistikamt verkündet einen weiteren Anstieg der Teuerungsrate im Mai um 0,2 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent. Die Notenbank erhöhte als Sofortreaktion auf die Inflationsgefahr den Mindestreservesatz der Banken, um Geld zu verknappen. „Für die Regierung hat es nun Priorität, die Preise zu dämpfen“, sagte ein Sprecher Statistikamts. In China hat die steigende Teuerung eine Reihe von Ursachen. Die Nahrungsmittelpreise sind um zwölf Prozent gestiegen, vor allem für Schweinefleisch müssen Verbraucher deutlich mehr bezahlen als bisher. Zugleich zogen die Erzeugerpreise im Jahresvergleich stärker an als erwartet. „Der Inflationsdruck bleibt auf breiter Front bestehen“, sagt Ökonom Zeng Hongyu von Guoyuan Securities in Peking. Kurzfristig werde sich die Lage nicht bessern, da eine Kombination aus Dürre und Überflutungen die Lebensmittelpreise weiter treibe. Auch die Arbeitskosten steigen rasant an. Da der staatlich festgelegte Kreditzins in China nun unter der Inflation liegt, droht der Wirtschaft zudem weiterhin Überhitzung – „Negativzins“ nennen Wirtschaftswissenschaftler diesen Zustand. fmk

Indien: Neun Zinserhöhungen reichen nicht aus

Der Regen brachte nur kurze Hoffnung. In vielen Teilen Indiens setzte der Monsun in diesem Jahr bereits früher ein als vorhergesagt. Er sollte nicht nur das in der Sonne brütende Indien abkühlen, sondern auch die Inflation. In einem Land, in dem es außerhalb der Regenzeit fast keinen Niederschlag gibt, entscheidet die Wassermenge während des Monsuns über den Ertrag der Landwirte – und damit über die in Indien so wichtigen Lebensmittelpreise.

Doch die am Dienstag veröffentlichten Zahlen zerstörten die Hoffnungen auf ein Ende der Preisspirale. Der Großhandelspreisindex zeigte für Mai eine Teuerungsrate von 9,1 Prozent, nach 8,7 Prozent im April. Dabei hat Indiens Notenbank den Leitzins seit März 2010 schon neunmal angehoben, von damals fünf auf 7,25 Prozent. Experten rechnen für morgen bereits mit der nächsten Erhöhung um mindestens 25 Basispunkte.

Die Teuerungsrate wird für Indien zum Fluch. Das Wirtschaftswachstum von zuletzt 8,5 Prozent scheint so kaum wiederholbar, weil weitere Zinsanstiege die indische Wirtschaft spürbar bremsen werden. Notenbankchef Duvvuri Subbarao betonte kürzlich, dass er durchaus bereit sei, Wachstum zu opfern, um die Inflation unter Kontrolle zu bekommen.

Doch dafür könnten ein höherer Leitzins und Regenfälle im Monsun zu wenig sein. Denn die Inflationssteigerung im Mai kam trotz niedrigerer Teuerungsraten für Lebensmittel und Kraftstoff zustande.

Vielmehr machte die Inflation der Herstellerpreise einen Sprung von 6,2 Prozent im April auf 7,3 Prozent im Mai. Als Nettoimporteur von Rohöl droht Indien damit dreifach Gefahr: durch anhaltend hohe Rohstoffpreise, durch schlechter als erwartet ausfallende Ernten sowie rapide steigende Löhne im produzierenden Gewerbe, die im Mai zu einem der Haupttreiber der bedrohlichen Preisspirale geworden sind. stm

Brasilien: Geldzuflüsse treiben Real in die Höhe

Die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas versucht alles, um die grassierende Inflation in den Griff zu bekommen. Im Mai ist die Teuerungsrate um 6,6 Prozent gestiegen, auch im Vormonat lag die auf das ganze Jahr berechnete Rate schon bei 6,5 Prozent. Vor diesem Hintergrund hat Brasiliens Notenbank allein in diesem Jahr schon viermal den Leitzins erhöht, zuletzt in der vergangenen Woche um 0,25 Punkte auf 12,25 Prozent.

Flankierend hat die Regierung unter anderem die Steuern auf Finanztransaktionen erhöht, um die Flut ausländischer Gelder einzudämmen, die wegen der hohen Zinsen nach Brasilien fließen. Darüber hinaus kündigte die Regierung an, die Staatsausgaben um umgerechnet 22 Milliarden Euro zu verringern, um ein Überhitzen der Wirtschaft zu verhindern.

Doch die geldpolitischen Instrumente erzielen derzeit ebenso wenig den gewünschten Effekt wie die administrativen Maßnahmen. Denn solange die Zinsen in den großen Industriestaaten auf einem Rekordstand liegen, werden Investoren ihr Geld weiter in Länder umschichten, in denen sie wie in Brasilien eine höhere Rendite erzielen.

Nicht zuletzt treibt der massive Geldzufluss auch den brasilianischen Real in die Höhe und belastet damit die eigene Exportwirtschaft. Gleichzeitig wachsen die Importe etwa aus China derzeit schneller als die Ausfuhren, weil die wachsende Mittelschicht Brasiliens zunehmend konsumorientiert ist. So importiert das Land auch Inflation, beispielsweise aus China.

Analysten erwarten aber, dass die Zentralbank das hohe Wirtschaftswachstum von zuletzt 7,5 Prozent zugunsten der Inflationsbekämpfung opfern wird. Sie sagen weitere Erhöhungen der Leitzinsen voraus. Die Zentralbank rechnet daher in diesem Jahr nur noch mit einem Wachstumsplus von vier bis 4,5 Prozent. ebe/ke

Großbritannien: Grabenkämpfe innerhalb der Notenbank

Die britische Notenbank bekommt die Inflation nicht in den Griff. Im Mai sind die Verbraucherpreise in England gegenüber dem Vorjahresmonat erneut um 4,5 Prozent gestiegen. Seit Dezember 2009 liegt die Teuerung nun schon über dem Stabilitätsziel von zwei Prozent, das die Regierung der Zentralbank vorgegeben hat.

Obwohl Notenbankchef Mervyn King erwartet, dass die Inflation 2011 bis auf fünf Prozent anziehen wird, schreckt der geldpolitische Rat der Bank of England (BoE) mehrheitlich davor zurück, den Leitzins von 0,5 Prozent zu erhöhen. Der Grund: Die Währungshüter fürchten, dass sie die ohnehin fragile Erholung der Konjunktur mit einer Erhöhung endgültig abwürgen könnten.

Die von King repräsentierte Mehrheitsmeinung ist aber selbst in der Notenbank heftig umstritten. Kritiker fürchten, dass die Inflationserwartung aus dem Ruder läuft und die zögerliche Haltung der Notenbank zu einer Welle von Preiserhöhungen und aggressiven Lohnforderungen führt, die am Ende in eine gefährliche Inflationsspirale münden können. Selbst BoE-Chefvolkswirt Spencer Dale räumt ein, dass die Inflationserwartungen der Bürger „ein Grund zur Besorgnis“ seien.

Sein Kollege Martin Weale geht noch einen Schritt weiter. Der Notenbanker fordert eine sofortige Zinserhöhung. Nur so könne die BoE beweisen, dass sie den Kampf gegen die Inflation nicht aufgegeben habe.

Laut Ariel Bezalel, Fondsmanager beim Vermögensverwalter Jupiter, sind für die Teuerung hingegen Faktoren verantwortlich, die die BoE nicht beeinflussen könne: die Mehrwertsteuererhöhung Anfang des Jahres, die Abwertung des Pfunds und die steigenden Rohstoffpreise. Bezalel rechnet deshalb damit, dass die Notenbank in diesem Jahr nicht mehr den Leitzins erhöhen wird – schon um einen Rückfall des Landes in die Rezession zu verhindern. mm

USA: Tiefe Kluft zwischen Bürgern und Notenbank

Seit Monaten spüren die Amerikaner, dass die Preise im Land steigen: beim Tanken sowieso, aber auch beim Einkaufen im Supermarkt, bei der Miete und bei Kleidung. Der Index der Konsumentenpreise lag im April um 3,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Heute werden die Zahlen für den Monat Mai veröffentlicht. Analysten erwarten erneut einen leichten Anstieg, obwohl die Benzinpreise in den vergangenen Wochen etwas zurückgegangen sind.

In den USA ist wegen der Teuerung eine Debatte über die Betrachtungsweise entstanden: Misst man das, was die Verbraucher tatsächlich ausgeben – oder lässt man bestimmte Preise außen vor? Ben Bernanke, der Chef der US-Notenbank Federal Reserve, versteift sich auf die zweite Variante und konzentriert sich auf die sogenannte Kern-Inflation. Lässt man die volatilen Energie und Nahrungsmittel außen vor, ist die Kern-Inflation im April nur um 1,3 Prozent gestiegen, nicht um 3,2 Prozent. Der jüngste Anstieg sei zwar besorgniserregend. Er sei jedoch nur vorübergehend, versicherte Bernanke, der den Leitzins auf die Spanne zwischen null und 0,25 Prozent gesenkt hat – und ihn offenbar auch noch weiter auf diesem historischen Tief lassen will.

Wie sehr sich die Ansichten der Bürger und Notenbanker unterscheiden, zeigt ein aktuelles Beispiel aus Queens. William Dudley, Chef der regionalen Notenbank in New York, hatte kürzlich versucht, die Sichtweise seines Chefs Bernanke am Beispiel des neuen Apple-Computers „iPad“ anschaulich zu machen: „Heute kann man ein iPad 2 kaufen, das genauso viel kostet wie das iPad 1, aber doppelt so viel kann“, erklärte Dudley. Das müsse man bei der Betrachtung von Inflation auch bedenken.

Sein Beispiel kam in dem New Yorker Arbeiterviertel jedoch nicht gut an. Ein aufgebrachter Zuhörer entgegnete Dudley: „Ein iPad kann ich aber nicht essen!“ asd

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

09.07.2011, 11:50 Uhr

„In den Städten lag die Inflation im Juni bei 6,2 Prozent, während ländliche Regionen 7,0 Prozent erlebten“

Mit der hohen Inflation in China sind nicht nur die Endverbraucher betroffen, sondern davon hängt die gesamte Exportwirtschaft ab.
Höhere Lebensmittelpreise und Mieten machen zwangsläufig höhere Löhne erforderlich. Doch gerade mit Kinderarbeit und Dumpinglöhnen hat sich China unlautere Wettbewerbsvorteile auf dem Weltmarkt verschafft, die sich nach einer massiven Lohnspirale in Luft auflösen würden. Damit wäre der Export von giftigem Spielzeug und Kleidern gefährdet und die Serienproduktion von Millionären auf dem Fliessband der Unmenschlichkeit schlagartig beendet.

Doch all dies wäre für China lediglich Peanuts, evtl. mit aufflammenden Unruhen verbunden, die es auch jetzt schon gibt.

Der massive Exportüberschuss ist lediglich eine wünschenswerte Begleiterscheinung, von dem vor allem die USA und Germany partizipieren, da sie Ramschartikel billigst einkaufen und mit wertlosen Papierschnipsel bezahlen, mit denen dann wieder die modernsten Produktionsanlagen Made in Germany gekauft werden. Clever diese Jungs.

China braucht weder den Export, noch die westlichen Industriestaaten, um Wohlstand zu erzeugen! Ein Drittel der Bevölkerung hat noch keine Elektrizität!! Ein Paradies für die Schaffung von Wohlstand durch eine gigantische Binnennachfrage in den nächsten 50 Jahren. Eine Situation wie in Europa nach 1945.

Und sämtliche Produktionsanlagen Made in Germany für den Aufbau des Landes wurden bereits in weiser Voraussicht angeschafft und sogar bezahlt!!

Der in Kürze stattfindende Zusammenbruch des westlichen Finanz- und Wirtschaftssystems wird China in keinster Weise negativ beeinflussen. Ganz im Gegenteil.

Account gelöscht!

09.07.2011, 11:53 Uhr

„In den Städten lag die Inflation im Juni bei 6,2 Prozent, während ländliche Regionen 7,0 Prozent erlebten“

Mit der hohen Inflation in China sind nicht nur die Endverbraucher betroffen, sondern davon hängt die gesamte Exportwirtschaft ab.
Höhere Lebensmittelpreise und Mieten machen zwangsläufig höhere Löhne erforderlich. Doch gerade mit Kinderarbeit und Dumpinglöhnen hat sich China unlautere Wettbewerbsvorteile auf dem Weltmarkt verschafft, die sich nach einer massiven Lohnspirale in Luft auflösen würden. Damit wäre der Export von giftigem Spielzeug und Kleidern gefährdet und die Serienproduktion von Millionären auf dem Fliessband der Unmenschlichkeit schlagartig beendet.

Doch all dies wäre für China lediglich Peanuts, evtl. mit aufflammenden Unruhen verbunden, die es auch jetzt schon gibt.

Der massive Exportüberschuss ist lediglich eine wünschenswerte Begleiterscheinung, von dem vor allem die USA und Germany partizipieren, da sie Ramschartikel billigst einkaufen und mit wertlosen Papierschnipsel bezahlen, mit denen dann wieder die modernsten Produktionsanlagen Made in Germany gekauft werden. Clever diese Jungs.

China braucht weder den Export, noch die westlichen Industriestaaten, um Wohlstand zu erzeugen! Ein Drittel der Bevölkerung hat noch keine Elektrizität!! Ein Paradies für die Schaffung von Wohlstand durch eine gigantische Binnennachfrage für die nächsten 50 Jahre. Eine Situation wie in Europa nach 1945.

Und sämtliche Produktionsanlagen Made in Germany für den Aufbau des Landes wurden bereits in weiser Voraussicht angeschafft und sogar bezahlt!!

Der in Kürze stattfindende Zusammenbruch des westlichen Finanz- und Wirtschaftssystems wird China in keinster Weise negativ beeinflussen. Ganz im Gegenteil.

Diaspora

09.07.2011, 12:54 Uhr

Sehr gut erkannt!! Schade, das dies unsere Politiker nicht checken. Bin kein Nazi, aber selbst der kranke Hitler hat schon vor der "gelben Gefahr" gewarnt.

是故百戰百勝,非善之善者也;不戰而屈人之兵,善之善者也。

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