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07.05.2013

11:08 Uhr

Produktion schrumpft

Rückschlag für die französische Wirtschaft

Von Fahrzeugen bis Lebensmitteln – in fast allen Bereichen schrumpft die Produktion in Frankreich stärker als erwartet. Die schwierige Lage spiegelt auch ein Milliarden-Defizit in der Handelsbilanz.

Frankreichs Wirtschaft ist angeschlagen – darunter leidet auch das Image des Landes. Präsident Hollande ist angetreten, das zu ändern. dpa

Frankreichs Wirtschaft ist angeschlagen – darunter leidet auch das Image des Landes. Präsident Hollande ist angetreten, das zu ändern.

ParisRückschlag für die französische Wirtschaft: Die Unternehmen drosselten ihre Produktion im März viel stärker als erwartet. Sie sank um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistikamt Insee am Dienstag in Paris mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich ein Minus von 0,3 Prozent erwartet, nachdem es im Februar noch ein Wachstum von 0,8 Prozent gegeben hatte. In fast allen Bereichen ging es bergab: von der Produktion von Fahrzeugen und Lebensmitteln bis hin zur Öl-Verarbeitung.

Im gesamten ersten Quartal ging die Erzeugung um 0,4 Prozent zurück. Auch wenn die Industrie nur noch zwölf Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmacht, wächst damit die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in Frankreich. Bereits Ende 2012 war die Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent gesunken. Erstmals seit 2009 dürfte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone nach Prognose der EU-Kommission auch im Gesamtjahr 2013 schrumpfen - wenn auch mit 0,1 Prozent nur minimal.

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Als Beleg für die schwierige Lage der französischen Wirtschaft gilt auch das Defizit in der Handelsbilanz. Im März übertrafen die Importe die Exporte um rund 4,7 Milliarden Euro. Das Defizit verringerte sich damit leicht, vor allem wegen Auslieferungen von Airbus-Flugzeugen und eines Kreuzfahrtschiffes. Deutschland schafft dagegen wegen seiner Export-Stärke Monat für Monat Handelsüberschüsse in Milliardenhöhe. Der seit einem Jahr amtierende Präsident Francois Hollande hat versprochen, die Industrie zu alter Stärke zurückzuführen und deren Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, was aber Zeit in Anspruch nehmen werde.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Vicario

07.05.2013, 11:49 Uhr

Zitat : Von Fahrzeugen bis Lebensmitteln – in fast allen Bereichen schrumpft die Produktion in Frankreich stärker als erwartet.

- das wird die Franzosen nicht kalt lassen !

Die werden schnell überlegen, von der 35 Stundenwoche auf die 30 Stundenwoche zurückzuschrauben ( bei vollem Lohnausgleich, versteht` sich ) und das Rentenalter von 60 Jahren auf 55 Jahre runter zu setzen !

Den fehlenden Globalausgleich holen sie sich beim ESM oder sonstigen Mist, wie man eben die Steuereinzahlungen der Nordeuropäer heute halt nennt !

Viva la France !

winter

07.05.2013, 11:56 Uhr

jetzt verkauft der französische staat seine unternehmensbeteiligungen von edf bis zu eads. der wert sind ca. 55 mrd €.
das außenhandelsbilanzdefizit sind aber 70 - 100 mrd €/a, d.h. frankreich ist pleite und schäuble nickt das gelddrucken ab...

steuerhilfe.net

07.05.2013, 14:09 Uhr

Ach, was solls die Wirtschaft ist egal.....an den Finanzmärkten gehen die Raketen ab.
Allzeithochs wo hin man sieht. Wenn interessieren noch Wirtschaftsdaten, wo man doch nun Kaufpanik herrscht und alle reich an den Finanzplätzen werden.

Kaufen, Kaufen, Kaufen die Märkte steigen ewig weiter.

(Ironie aus)

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