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26.03.2012

15:45 Uhr

Prognos-Studie

Deutschland bleibt Exportmacht - auf Dauer

VonDirk Heilmann

ExklusivAllen Befürchtungen zum Trotz hält Deutschland seine Weltmarktanteile stabil. Der Export-Vizeweltmeister gewinnt in manchen Branchen sogar Anteile hinzu. Und auch die Struktur mit reifen Industrien ist kein Hindernis.

Autos werden für den Export verladen: Deutschland hebt sich von den anderen Industrieländern und vor allem von den USA ab. dapd

Autos werden für den Export verladen: Deutschland hebt sich von den anderen Industrieländern und vor allem von den USA ab.

DüsseldorfEnde der 1980er-Jahre blickte die ganze Welt gebannt auf Japan. Unaufhaltsam schien der Aufstieg des Landes zur Wirtschaftsmacht Nummer eins, turmhoch überlegen seine Industrie. „Wir sind ihnen nicht gewachsen, sie sind einfach besser als wir“, resignierte der ehemalige Tokio-Korrespondent des ZDF, Günter Ederer, in seinem Buch „Das leise Lächeln des Siegers“. Er irrte sich gewaltig: Das Werk erschien 1991, in dem Jahr, in dem die enorme Immobilienblase in Japan platzte und das Land in Jahrzehnte der Stagnation rutschte. Zugleich erfreute sich die deutsche Industrie am Wiedervereinigungsboom.

Zwei Jahrzehnte später ist es das Milliardenvolk China, dem ein spektakulärer Aufstieg gelingt. Wieder preisen Autoren China als neue Führungsmacht und sagen den Niedergang der deutschen Industrie voraus. Doch der bleibt einmal mehr aus. Im Gegenteil: Der Anteil Deutschlands an der weltweiten Industrieproduktion ist in der vergangenen Dekade von 7,6 auf 8,1 Prozent gestiegen, der Anteil an den weltweiten Exporten von 12,1 auf 14,3 Prozent. Der Anteil an den Forschungsausgaben blieb bei neun Prozent.

Zahlen zum deutschen Außenhandel

Exporte insgesamt

1,06 Billionen Euro (+11,4 Prozent)

Exporte in EU-Länder

627 Milliarden Euro (+9,9 Prozent)

Exporte in Drittländer

433 Milliarden Euro (+13,6 Prozent)

Importe insgesamt

902,0 Milliarden Euro (+13,2 Prozent)

Importe aus EU-Ländern

572,6 Milliarden Euro (+13,8 Prozent)

Importe aus Drittländern

329,4 Milliarden Euro (+12,0 Prozent)

Außenhandelsbilanz

Überschuss von 158,1 Milliarden Euro (Vorjahr: 154,9 Mrd Euro)

Das zeigt eine Studie des Forschungsinstituts Prognos im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW), die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Sie basiert auf einem einzigartigen Welthandelsmodell aus 100 Millionen Datenkombinationen, mit dem sich für jede Branche nachvollziehen lässt, wie sich durch die Globalisierung Produktion, Forschung und Exportgeschäft von einem Land zum anderen verschoben haben.

Der Befund ist eindeutig: Der Aufstieg Chinas geht überwiegend zulasten der USA. Während der Anteil der US-Industrie an der weltweiten Produktion von 2000 bis 2009 von 28 auf 18 Prozent geschrumpft ist, ist der Chinas von 6 auf 26 Prozent gestiegen. Der Exportanteil der USA knickte von 16 auf 10 Prozent ein, während China von vier auf elf Prozent expandierte.

Kommentare (18)

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Account gelöscht!

26.03.2012, 16:19 Uhr

Ganz toll!!! Exportmacht weil man Ländern denen man das Zeugs zuschickt, vorher erstmal die Kohle schickt damit die den Mist überhaupt importieren können. Zweitens... Exportmacht während die eigenen Leute im Land Hungerlöhne beziehen. Hier passt doch gar nichts mehr zusammen.

Ganz toll!

dumdidum

26.03.2012, 16:39 Uhr

Schön gebrüllt, HB-Löwe! So sind die deutschen wirklichen Nationalisten wieder so von sich eingenommen, dass sie weiter überheblich, sich selbst überschätzend und größenwahnsinnig meinen, den Euro retten zu können.

Die Dummen sterben nie aus!

EuroBolschewist

26.03.2012, 17:21 Uhr

wir exportieren teuere ware , die zu 60 prozent in die EU geht, aus angst vor einem exporteinbruch müssen wir diese länder weiterfinanzieren, denn langfristig werden asiaten ihre Märkte gut verteidigen, Ach ja wieviel Prozent von diesen exportüberschüssen sind den bei den Manager und wieviel bei den Arbeitrn verblieben steht hier nicht drin. Eine kräftige Lohnforderung muss sein !!

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