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02.01.2008

08:22 Uhr

Prognose für 2008

Glos sieht niedrigeres Wirtschaftswachstum

Wirtschaftsminister Glos hat vor den Gefahren gewarnt, die auch für Deutschland noch in den Folgen der US-Immobilienkrise liegen. Die Bundesregierung hat ihre Vorhersage für das Wirtschaftswachstum im neuen Jahr darum nach unten korrigiert.

Wirtschaftsminister Michael Glos warnt vor den Folgen der Immobilienkrise. Foto: AP Quelle: ap

Wirtschaftsminister Michael Glos warnt vor den Folgen der Immobilienkrise. Foto: AP

HB BERLIN. Für eine genaue Prognose sei es zwar noch zu früh, sagte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos der Zeitung „Bild“ einem Vorabbericht zufolge. „In der Tendenz rechne ich aber mit einem Wirtschaftswachstum von knapp unter zwei Prozent im Jahr 2008.“ Bislang war die Regierung von mindestens zwei Prozent ausgegangen.

Glos verwies darauf, dass die Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognosen mehrfach gesenkt hätten. Dies könne auch die Bundesregierung nicht übersehen.

Die Risiken für die Konjunktur seien größer geworden, sagte Glos. Der Hauptgrund dafür sei die Immobilienkrise in den USA. Erst, wenn die Geschäftsabschlüsse vorliegen, lasse sich das Ausmaß endgültig abschätzen – auch für Deutschland. „Eine große Gefahr ist, dass die Weltwirtschaft und der Export leiden und sich hierzulande die Kredite für mittelständische Unternehmen verteuern.“

Auch nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wird sich die Konjunktur im neuen Jahr leicht abschwächen. Das Wachstum werde aber noch „ein bisschen“ über zwei Prozent liegen, sagte DIW-Präsident Klaus Zimmermann im ZDF. Insgesamt seien die Risiken in der Welt größer geworden. Die Bankenkrise sei noch immer nicht ausgestanden. Zimmermann rechnet aber nicht damit, dass die Inflationsrate weiter rasant ansteigen wird. Vergangenes Jahr habe durch einmalige Effekte wie die Mehrwertsteuererhöhung, die Verteuerung von Lebensmitteln und Energie sowie die generelle weltwirtschaftliche Nachfrage eine besondere Situation vorgelegen. „Das Ganze wird aber in diesem Jahr sich nicht weiter fortsetzen“, sagte der DIW-Chef.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet 2008 ebenfalls eine leichte Abschwächung des Wachstums. Ein Plus von zwei Prozent und 300 000 zusätzliche Arbeitsplätze seien aber möglich, sagte Präsident Ludwig Georg Braun der „Berliner Zeitung“.

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