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10.01.2005

07:00 Uhr

ost DÜSSELDORF. Seit seiner Einführung im Jahr 1992 ist es eine gute Tradition: Im Abstand von einigen Jahren wird der Handelsblatt-Frühindikator überarbeitet und neu justiert „Die Treffsicherheit des Indikators wird durch diese Kalibrierung stetig erhöht“, erläutert der Ökonomie-Professor Ulrich van Suntum, der das Barometer jetzt erneut überarbeitet hat.

Dabei ist es ihm gelungen, die ohnehin schon hohe Prognosegüte des Barometers abermals zu steigern. Die mittlere zu erwartende Fehlermarge der Prognose beträgt jetzt nur noch weniger als 0,2 Prozentpunkte, in der Vergangenheit lag sie gut ein Drittel höher. Van Suntum: „Der Indikator zeigt konjunkturelle Wendepunkte jetzt noch zuverlässiger und auch etwas frühzeitiger an.“ Referenzgröße bleibt die gleitende Jahresrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Sie setzt die Summe der Wirtschaftsleistung in den jeweils letzten vier Quartalen in Beziehung zur Wirtschaftsleistung in den jeweils vorhergehenden vier Quartalen. Allerdings eignet sich das Barometer nun auch besser für Aussagen zum Wachstum im Vergleich zum Vorjahr.

Die wichtigste Neuerung im Vergleich zur bisherigen Version: Künftig liefert der Indikator schon zu Quartalsbeginn eine Prognose für die Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im folgenden Jahresviertel. Das gleiche gilt für das Konjunkturbarometer Ost.

In der Vergangenheit konnte eine Prognose für das folgende Vierteljahr erst abgegeben werden, nachdem alle drei Monatswerte des Indikators aus dem vorherigen Quartal des Indikators vorlagen. In Zukunft ist bereits der Januar-Wert selbst eine erste Schätzung für das BIP-Wachstum im zweiten Quartal. Mit dem Februar-Wert des Indikators wird diese Prognose dann präzisiert. Im März schließlich liefert das Barometer dann eine endgültige Prognose für das kommende Jahresviertel. „So wird im Laufe eines Quartals den immer zahlreicheren und aktuelleren Informationen Rechnung getragen, die in die Indikatorberechnung eingehen“, sagt van Suntum. Damit lasse sich mit dem Indikator weiter in die Zukunft blicken. „Zu Beginn eines Quartals läuft er der Konjunktur jetzt fünf Monate voraus, am Ende des Quartals – wie bisher – drei Monate.“

Geändert hat sich auch die Gewichtung der Einzelgrößen, die in das Barometer einfließen. Stimmungsindikatoren spielen für den Indikator künftig eine etwas höhere Rolle als früher: Der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen fließt in der neuen Version zu 40 Prozent, statt bisher mit 21 Prozent in den Indikator ein. Die Ifo-Geschäftserwartungen haben einen Anteil von 13, nach acht Prozent. Bei den harten Indikatoren sind die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe mit 24 Prozent (bisher 18 Prozent) jetzt höher gewichtet als die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe (12 nach bisher 41 Prozent). Das Gewicht der Einzelhandelsumsätze ist mit 11 Prozent unverändert gegenüber geblieben. Folge der Neujustierung ist, dass die Daten für zurückliegende Quartale revidiert wurden.

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