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18.09.2014

13:11 Uhr

Prognose

Mehr Beschäftigung, aber kaum weniger Arbeitslose

Die Zahl der Erwerbstätigen wird 2015 voraussichtlich auf knapp 43 Millionen steigen. Rekord! Die Zahl der Arbeitslosen stagniere allerdings seit Jahren, warnen Experten. Immer mehr Ältere suchen sich Jobs.

Die Zahl der Arbeitslosen wird 2015 im Jahresschnitt voraussichtlich nur um gut 20.000 auf 2,88 Millionen sinken. dpa

Die Zahl der Arbeitslosen wird 2015 im Jahresschnitt voraussichtlich nur um gut 20.000 auf 2,88 Millionen sinken.

Berlin.Die Arbeitslosigkeit in Deutschland kommt einer Studie zufolge trotz Rekordbeschäftigung kaum vom Fleck. Die Zahl der Arbeitslosen werde 2015 im Jahresschnitt nur um gut 20.000 auf 2,88 Millionen sinken, teilte das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit (IAB) am Donnerstag mit.

„Zugleich wird die Zahl der Erwerbstätigen um knapp 270.000 auf 42,89 Millionen steigen - ein neuer Rekord.“ Der Jobmarkt befinde sich insgesamt in guter Verfassung. „Die Arbeitslosigkeit stagniert allerdings seit Jahren“, betonten die Experten.

Jugendarbeitslosigkeit in Krisenländern Europas

Frankreich

Die Perspektivlosigkeit von jungen Menschen ohne Job gilt in Frankreich als eine der größten Gefahren für den sozialen Zusammenhalt. Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen lag zuletzt (Juni) bei 22,4 Prozent. Die Regierung von Präsident François Hollande finanziert mit Milliardenbeträgen Eingliederungsprogramme sowie sogenannte „Zukunftsarbeitsplätze“ für gering qualifizierte Jugendliche. Zudem wurde das System sogenannter „Generationenverträge“ geschaffen. Es bietet kleinen Unternehmen finanzielle Anreize, die sich gleichzeitig für den Nachwuchs und für alte Arbeitnehmer einsetzen.

Griechenland

Nach Angaben vom Mai sind in Griechenland 53,1 Prozent der unter 25-Jährigen ohne Job. Im Vorjahr waren es 59,6 Prozent. Die leichte Verbesserung liegt nach Angaben der Gewerkschaft des privaten Bereichs am boomenden Tourismus. In Griechenland sollen nach den Worten von Regierungschef Antonis Samaras in den kommenden Monaten 145.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Sie sollen mit Hilfe von EU-Mitteln und dem für 2014 erwarteten zaghaften Wirtschaftswachstum entstehen. In den nächsten Monaten sollen 600 Millionen Euro EU-Subventionen für neue Jobs – vornehmlich Ausbildungsplätze – nach Griechenland fließen.

Italien

43,7 Prozent der jungen Italiener sind arbeitslos, Schüler und Studierende nicht eingerechnet. Das nationale Statistikamt Italiens (Istat) sieht die Jugendlichen als „am stärksten von der Krise betroffen“. Der sozialdemokratische Regierungschef Matteo Renzi bemüht sich – bisher erfolglos – um eine Entspannung der Lage. Zeitarbeitsverträge sollen leichter verlängert, der Kündigungsschutz in den ersten drei Jahren ausgesetzt werden. So – und mit Steuererleichterungen – möchte er die Arbeitgeber entlasten. Durch EU-Gelder, 1,5 Milliarden in den kommenden zwei Jahren, erhofft sich Renzi eine bessere Grundlage zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit.

Spanien

Die Arbeitslosenquote beträgt in Spanien bei den unter 25-Jährigen 53,5 Prozent. Schon seit Jahren bezeichnen spanische Politiker aller Parteien die hohe Jugendarbeitslosigkeit als eines der größten Probleme. Dennoch geschah relativ wenig, um das Problem zu lösen. Die Regierung beschloss im Juli Hilfen für Unternehmer, die junge Leute einstellen. Politiker aus Deutschland warben in Spanien für eine Übernahme des deutschen Systems der dualen Berufsausbildung. Die Traditionen des spanischen Bildungssystem verhinderten jedoch, dass diese Idee sich in größerem Umfang durchsetzen konnte.

Seit einiger Zeit wird es für Jobsuchende und vor allem Langzeitarbeitslose immer schwieriger, eine Stelle zu finden. Denn ihre Profile reichen oft nicht mehr für die Anforderungen der Firmen. Die steigende Beschäftigung geht zunehmend darauf zurück, dass mehr Zuwanderer, Frauen und Ältere arbeiten.

Die IAB-Fachleute veranschlagen in ihrer Prognose für 2014 ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent, das sich nächstes Jahr auf 1,4 Prozent abschwächen dürfte. Zudem gebe es Risiken durch die Schuldenkrise in Europa und Konflikte wie in der Ukraine und im Nahen Osten.

Von

rtr

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