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14.10.2014

14:06 Uhr

Projekte liegen auf Eis

Firmen ziehen sich aus Ebola-Gebieten zurück

Kein deutsches Unternehmen ist mehr in den Ebola-Regionen Afrikas aktiv. Alle infrastruktur-Projekte sind auf Eis gelegt. Dabei hatte sich die Zahl der in Afrika aktiven Firmen in den vergangenen Jahren verdoppelt.

Das Geschäftsleben auf den Straßen Monrovias geht trotz Ebola weiter. Deutsche Unternehmen haben sich aus den afrikanischen Ebola-Gebieten allerdings zurückgezogen. ap

Das Geschäftsleben auf den Straßen Monrovias geht trotz Ebola weiter. Deutsche Unternehmen haben sich aus den afrikanischen Ebola-Gebieten allerdings zurückgezogen.

BerlinDie deutsche Wirtschaft hat sich angesichts der Ebola-Epidemie in Westafrika komplett aus den betroffenen Ländern zurückgezogen. Kein deutsches Unternehmen sei mehr in Liberia, Guinea oder Sierra Leone aktiv, alle Infrastrukturprojekte auf Eis gelegt, sagte der Vorsitzende des Afrika-Vereins der Deutschen Wirtschaft, Stefan Liebing, am Dienstag in Berlin.

Vor dem Ausbruch der tödlichen Krankheit hatte sich rund ein Dutzend deutscher Firmen vor allem mit Vorhaben aus der Energiebranche in der Region engagiert.

Liebing warnte, auch die Reputation anderer afrikanischer Länder leide. „Wir müssen aufpassen, dass die Wahrnehmung Afrikas als Krankheits- und Krisenkontinent nicht wieder hochkommt.“ Es gebe keinen Grund, auf Projekte in Südafrika, im Kongo oder in Namibia zu verzichten.

Wo Ihr Geld im Kampf gegen Ebola am besten aufgehoben ist

Wie man am besten spenden sollte

Das DZI rät dazu, keine zweckgebundenen Spenden zu geben. Das erhöhe nur den Verwaltungsaufwand. Außerdem bestehe die Gefahr, dass für eine Krise zu viel und für eine andere zu wenig gespendet wird. Eine freie Spende an eine seriöse Organisation, das heißt ohne Zweckbindung, sei stets die beste und wirksamste Art zu helfen. Das DZI hat aber eine Liste zusammengestellt von empfehlenswerten Organisationen, die zur Ebola-Spende aufrufen, sie ist auch abrufbar unter unter www.dzi.de.

ChildFund Deutschland e.V.

Child Fund hat seinen Sitz in Nürtingen, trägt das DZI-Spendensiegel und wird von dem Institut zur Spende für Ebola empfohlen. Informationen unter www.childfund.de.

Deutscher Caritasverband e.V.

Die Caritas ist Deutschlands größter Wohlfahrtsverband und wird vom DZI für Ebola-Spenden empfohlen. Infos unter www.caritas-international.de.

Deutsches Medikamenten-Hilfswerk „action medeor“

„Action Medeor“ ist laut eigenen Angaben das größte europäische Medikamentenhilfswerk. Das DZI empfiehlt es bei Spenden für Ebola. Wie man spenden kann: www.medeor.de.

Deutsches Rotes Kreuz

Seit Ausbruch von Ebola hat das Rote Kreuz laut eigenen Angaben mehr als 3.500 Freiwillige in der Region geschult. Das DZI empfiehlt die Organisation für eine Spende für Ebola. Weitere Infos unter: www.drk.de.

Diakonie Katastrophenhilfe

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist seit 60 Jahren weltweit im Einsatz und fördert lautet eigenen Angaben jährlich im Durchschnitt 150 Hilfsmaßnahmen. Das DZI rät zu einer Spende an die Organisation. Infos unter www.diakonie-katastrophehilfe.de.

Don Bosco Mission

Weniger bekannt in Deutschland ist die Don Bosco Mission, eine Ordensgemeinschaft der römisch-katholischen Kirche. Das DZI empfiehlt die Organisation für eine Spende für Ebola. Weitere Informationen über ihre Arbeit: www.donboscomission.de.

Weitere Empfehlungen des DZI

Weiter empfiehlt das DZI folgende Organisationen für eine Ebola-Spende: Handicap Internationl (www.handicap-international.de), Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ (www.sternsinger.de), Medico International (www.medico.de), Plan International Deutschland (www.plan-deutschland.de), SOS-Kinderdörfer weltweit (www.sos-kinderdörfer.de).

Afrika sei vor dem Ebola-Ausbruch gerade wieder stärker in den Fokus deutscher Unternehmen gerückt. So habe sich die Zahl der auf dem Kontinent aktiven Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Inzwischen seien 1000 Firmen registriert. „Afrika war dabei, ein bisschen zur Mode zu werden“, sagte Liebing.

Liberia und Guinea gehörten vor dem Ausbruch der Epidemie laut Afrika-Verein zu den Staaten mit dem weltweit größten Wirtschaftswachstum. Nun sei damit zu rechnen, dass sich dieses Wachstum in ein Minus verwandle. Die Wirtschaft in den betroffenen Ländern komme mehr und mehr zum Stillstand. Inzwischen gebe es akute Versorgungsprobleme, weil beispielsweise der Hafen in Monrovia nicht angefahren werde.

Der Afrika-Verein trägt derzeit zusammen, mit welchen Mitteln deutsche Unternehmen in der Ebola-Region helfen können. Es gehe um die Ausrüstung von Krankenhäusern und Lieferung von Schutzanzügen, aber auch um Logistik und verstärkte Forschungsbemühungen was Medikamente angeht. „Wir werden alle Ressourcen zusammennehmen“, versprach Liebing. Das Problem in Westafrika sei aber eigentlich nicht fehlendes Material. „Der Engpass sind die Mitarbeiter.“ So könnten Feldlazarette nach Liberia gebracht werden, es fehlten aber Menschen, die unter diesen Bedingungen arbeiten könnten.

Von

dpa

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