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29.11.2016

11:06 Uhr

Protektionismus und Nationalismus

Deutsche Unternehmen haben den „China-Blues“

VonStephan Scheuer

Ab 2018 will China Autobauern feste Verkaufsquoten für E-Autos vorschreiben. Deutsche Hersteller halten das für unmöglich. Doch nicht nur VW und Co. fürchten um ihr China-Geschäft – die Stimmung ist schlecht wie nie.

Während ein Viertel der befragten Firmen von Gewinnrückgängen im China-Geschäft ausgehen, erwarten 66 Prozent der Autobauer steigende Gewinne. Die Lage könnte sich aber ändern. dpa

VW in China

Während ein Viertel der befragten Firmen von Gewinnrückgängen im China-Geschäft ausgehen, erwarten 66 Prozent der Autobauer steigende Gewinne. Die Lage könnte sich aber ändern.

PekingDie deutschen Unternehmer gehörten über Jahre zu den Optimisten in China. Während amerikanische Wirtschaftsführer zusammen mit CEOs anderer europäischer Konzerne über schlechte Bedingungen im Reich der Mitte klagten, hielten die Deutschen meist dagegen. Doch in diesem Jahr hat sich das Bild deutlich gewandelt.

„2016 wird wahrscheinlich eines der wirtschaftlich schwierigsten Jahre“, sagt der Präsident der deutschen Handelskammer (AHK) in China, Lothar Herrmann, am Dienstag bei der Vorstellung der jährlichen Umfrage zum Geschäftsklima. Ausgerechnet bei den Schlüsselindikatoren Umsatz, Profit und Investitionen geben sich die deutschen Unternehmen so pessimistisch wie noch nie. Seit die Kammer 2012 zu den drei Indikatoren fragt, sind die Antworten nicht so negativ ausgefallen.

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Ein Viertel der befragten Firmen ging für dieses Jahr von Gewinnrückgängen aus. In der für Deutschland besonders wichtigen Maschinenbau-Branche ging sogar mehr als ein Drittel (36 Prozent) der befragten Unternehmen von einem Rückgang der Profite aus, während immerhin noch 30 Prozent der Betriebe steigende Profite erwarteten.

Dem gegenüber standen jedoch die Autobauer. 66 Prozent der Firmen aus dem Autosektor erwarteten für dieses Jahr steigende Gewinne, während zwölf Prozent von Profitrückgängen ausgingen. Langfristig könnte sich die Lage für die Autobauer in China jedoch verändern, warnt der deutsche Botschafter, Michael Clauss. Peking erwägt, Autoherstellern ab 2018 feste Absatzquoten für Elektroautos vorzuschreiben. Demnach müssten Hersteller acht Prozent ihrer in China abgesetzten Wagen mit Elektromotor verkaufen, 2019 bereits zehn Prozent und 2020 zwölf. „Das ist etwas, was man kaum schaffen kann“, sagt Clauss. Großen Autobauern wie Volkswagen könne es in der kurzen Zeit kaum gelingen, ihre Produktion umzustellen.

Kommentare (4)

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Herr Franz Paul

29.11.2016, 11:37 Uhr

Zahlen wir China eigentlich immer noch Entwicklungshilfe?

Herr Wolfgang Wüst

29.11.2016, 12:43 Uhr

Zu Hause mauern - den US-Kunden Riesen-Abfindungen zahlen - und nach China künftig E-Autos liefern.

Wenn das keine Anzeichen von mangelhafter Zukunftsplanung sind, dann weiß ich's auch nicht. Die Riesen-Sauerei gegenüber deutschen Kunden mal außen vor gelassen.

Frau Lana Ebsel

29.11.2016, 12:51 Uhr

Es wird kommen, wie es kommen muss. Die Blau- und Gutgläubigkeit naiver oder an einen Kurzerfolg bedachter deutscher Unternehmen wird zum Massengrab. Es ist doch klar, dass die Chinesen jede ausländische Firma sofort dann aus dem Lande drängen, wenn diese für den eigenen Erfolg überflüssig geworden ist. Wer das nicht vorausgesehen hat, ist selber schuld oder bewusst ein Verräter gewesen.

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