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06.08.2015

11:09 Uhr

Quartalszahlen

Überraschend viele Aufträge für deutsche Industrie

Die deutsche Industrie hat zuletzt deutlich mehr Aufträge eingesammelt als erwartet. Vor allem außerhalb der Euro-Länder hat die Nachfrage zugelegt. Besonders eine Branche ist für den positiven Trend verantwortlich.

Das Auftragsvolumen der deutschen Industrie lag im zweiten Quartal deutlich höher als im ersten Quartal. dpa

Chemieanlage in Freiberg

Das Auftragsvolumen der deutschen Industrie lag im zweiten Quartal deutlich höher als im ersten Quartal.

Wiesbaden/BerlinZahlreiche Flugzeugbestellungen haben die Auftragsbücher deutscher Industrieunternehmen im Juni kräftig gefüllt. Das verarbeitende Gewerbe erhielt wesentlich mehr Aufträge als erwartet, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Demnach lagen die Bestellungen im Juni 2,0 Prozent höher als im Mai. Analysten hatten im Schnitt mit einem Zuwachs um lediglich 0,3 Prozent gerechnet.

Der Anstieg ist auf Zuwächse allein bei den Investitionsgütern zurückzuführen. Hier kamen 3,7 Prozent mehr Aufträge rein, während es bei den Vorleistungsgütern 0,4 Prozent und bei den Konsumgütern 0,6 Prozent weniger Bestellungen waren.

Die positive Gesamtzahl ist aber mit Vorsicht zu genießen. „Die Auftragseingänge der deutschen Industrie wurden im Juni wie von uns erwartet durch die zahlreichen Flugzeugbestellungen bei der Luftfahrtmesse in Le Bourget nach oben verzerrt“, erklärte Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen. Auch Analysten der Unicredit führten den Anstieg auf den Einmaleffekt der Luftfahrtmesse zurück.

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Vor allem die Bestellungen aus dem Ausland legten im Juni kräftig zu. Aus Ländern außerhalb der Eurozone gingen 6,3 Prozent mehr Aufträge ein. Aus Euroländern kamen 2,3 Prozent mehr Bestellungen. Im Inland gingen sie dagegen um 2,0 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück.

Thomas Gitzel, Chefökonom bei der VP Bank geht davon aus, dass vor allem die USA und Asien für die starken Zahlen verantwortlich sind: „Die US-Wirtschaft ist für die deutschen Unternehmen ein Treiber, aber auch das Geschäft mit Asien dürfte in den Frühjahrsmonaten noch gut gelaufen sein.“

Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der Bank Ing-Diba, erklärte, der positive Einfluss des schwachen Euro gleiche die Probleme in China und der Eurozone mehr als aus. Ein schwacher Euro belebt den Export weil er die Ausfuhrgüter außerhalb der Währungsgemeinschaft billiger macht.

Von

rtr

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