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30.10.2014

16:07 Uhr

Quartalszahlen

US-Wirtschaft wächst um 3,5 Prozent

Die US-Wirtschaft bleibt eine der globalen Wachstumslokomotiven: Im dritten Quartal wächst die weltgrößte Volkswirtschaft überraschend stark – und übertrifft sogar die Prognosen von Experten.

Die US-Zentralbank Fed stellt ihre milliardenschweren Konjunkturspritzen ein. dpa

Die US-Zentralbank Fed stellt ihre milliardenschweren Konjunkturspritzen ein.

WashingtonDie US-Wirtschaft wächst derzeit so kräftig wie kaum ein anderes Industrieland. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von Juli bis September mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von 3,5 Prozent, wie das Handelsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Die Erholung steht dabei auf einem breiten Fundament: Exporte und Konsum trugen ebenso dazu bei wie Investitionen der Unternehmen und höhere Staatsausgaben. Damit rückt erstmals seit Jahren eine Zinserhöhung durch die Fed näher. Die US-Zentralbank will noch in dieser Woche ihre milliardenschweren Konjunkturspritzen einstellen, weil sich vor allem die Lage am Arbeitsmarkt zuletzt deutlich verbessert hat.

Experten hatten der weltgrößten Volkswirtschaft nur ein Plus von 3,0 Prozent zugetraut. Im zweiten Quartal waren es 4,6 Prozent gewesen, allerdings stark begünstigt von Nachholeffekten nach dem ungewöhnlich strengen Winter. „Die US-Konjunktur läuft sprichwörtlich auf allen Zylindern“, sagte Postbank-Ökonom Heinrich Bayer. „Vor diesem Hintergrund braucht man sich um die Fortsetzung des robusten Aufschwungs in den USA keine Sorgen zu machen.“

Die USA bleiben auch nach einer Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) eine der globalen Wachstumslokomotiven. In diesem Jahr wird mit einem Plus von 2,2 Prozent gerechnet, 2015 sogar mit 3,1 Prozent. Von solchen Zuwächsen können viele Länder nur träumen. Deutschland werden zum Beispiel nur 1,4 und 1,5 Prozent zugetraut. Europas größter Volkswirtschaft setzt die Flaute seiner Nachbarn ebenso zu wie die vielen internationalen Krisen. Auch aus China kamen zuletzt weniger Impulse, weil die dortige Wirtschaft im Sommer so schwach wuchs wie seit Anfang 2009 nicht mehr.

Die wettbewerbsfähigsten Länder der Welt

Platz 10

Norwegen (Vorjahr: 6.)

Platz 9

Dänemark (Vorjahr: 12.)

Platz 8

Vereinigte Arabische Emirate (Vorjahr: 8.)

Platz 7

Kanada (Vorjahr: 7.)

Platz 6

Deutschland (Vorjahr: 9.)

Platz 5

Schweden (Vorjahr: 4.)

Platz 4

Hong Kong (Vorjahr: 3.)

Platz 3

Singapur (Vorjahr: 5.)

Platz 2

Schweiz (Vorjahr: 2.)

Platz 1

USA (Vorjahr: 1.)

Quelle

IMD World Competitiveness Ranking 2014

Angesichts der kräftigen Erholung in den USA schaltet die Fed einen Gang zurück. Seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 hatte sie ihre Bilanz auf mehr als vier Billionen Dollar aufgebläht, um der Wirtschaft auf die Sprünge zu helfen - vor allem mit massiven Wertpapierkäufen. Dies hat nun ein Ende. Der Leitzins soll aber noch „geraume Zeit“ auf dem Rekordtief von null bis 0,25 Prozent verharren, entschieden die Währungshüter um Fed-Chefin Janet Yellen am Mittwochabend. „Die Fed nähert sich der ersten Zinserhöhung, die wir für Mitte 2015 erwarten“, sagte Commerzbank-Ökonom Christoph Balz. Der Dollar wertete angesichts dieser Aussichten zum Euro auf. Höhere Zinsen machen eine Währung attraktiver für Anleger.

Von der Belebung der US-Wirtschaft profitieren nicht zuletzt deutsche Unternehmen, die in Nordamerika die Stagnation in der Euro-Zone, die Schwäche vieler Schwellenländer und die Ukraine-Krise zumindest teilweise ausgleichen können. Ihre Exporte dorthin zogen von Januar bis August um 6,5 Prozent auf gut 61 Milliarden Euro an, während die Ausfuhren insgesamt nur um 2,8 Prozent kletterten.

Die US-Exporte zogen im dritten Quartal unterdessen um 7,8 Prozent an. Die dortigen Unternehmen investierten auch wegen der niedrigen Zinsen 5,5 Prozent mehr. Die Verbraucher gaben 1,8 Prozent mehr aus. Der Konsum steht für 70 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Der Staat trug ebenfalls zum Wachstum bei: Er steigerte seine Rüstungsausgaben so kräftig wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Herr Josef Schmidt

30.10.2014, 14:08 Uhr

Sind Drogen und Prostitution schon mitberechnet worden ? Ich glaube das sind die Boombrachen in den USA, ausser natürlich Gelddrucken und Schuldenmachen.

Frau Helga Trauen

30.10.2014, 14:26 Uhr

Und die Überschuldung bleibt. Seit 2007 ist sie noch deutlich gestiegen. Der Prozentsatz der Beschäftigten in der Bevölkerung sinkt immer weiter - die Leute geben auf, einen Job zu finden und fallen aus der Statistik raus. Die Anzahl der Lebensmittelkartenempfänger wächst allerdings entsprechend. Ja, das ist durchaus beeindruckend, wie man Narrative postuliert und der Mainstream daran glaubt. Es ist so einfach, die Dummen zu verführen...

Herr Josef Schmidt

30.10.2014, 15:38 Uhr

Ach was, alles nur Putins Verschörungstheorien. :-)

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