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27.05.2015

21:14 Uhr

Rangliste der Schweizer Business School IMD

Deutschland fällt im weltweiten Standort-Ranking zurück

Nach einer Studie der Schweizer Business School IMD hat Deutschland an Attraktivität verloren: In einer Rangliste fällt die Bundesrepublik um vier Plätze. Kritisiert werden unter anderem Bürokratie und Infrastruktur.

Deutschland fällt im weltweitem Ranking um vier Plätze. Trotzdem bleibt die Bundesrepublik in einer guten Position. dpa

Deutschland

Deutschland fällt im weltweitem Ranking um vier Plätze. Trotzdem bleibt die Bundesrepublik in einer guten Position.

BerlinDeutschland hat einer Studie zufolge an Wettbewerbsfähigkeit verloren. In der am Mittwoch veröffentlichten Rangliste der Schweizer Business School IMD rutschte die Bundesrepublik vom sechsten auf den zehnten Platz ab - die schlechteste Platzierung seit 2011.

Nummer eins bleiben die USA, gefolgt von Hongkong und Singapur. Neben Kanada liegen mit der Schweiz, Luxemburg, Norwegen, Dänemark und Schweden auch fünf europäische Staaten vor Deutschland. IMD stellt das Ranking seit 1989 jährlich auf, wofür 600 Geschäftsleute befragt und 61 Länder nach 342 Kriterien bewertet werden.

„Deutschland bleibt in einer sehr guten Position“, sagte IMD-Direktor Arturo Bris der Nachrichtenagentur Reuters. Deutschland punktet vor allem mit hoch qualifizierten Arbeitnehmern, einem großen Binnenmarkt, einem stabilen politischen Umfeld und seiner Exportausrichtung. „Schlechter als zuletzt schneidet Deutschland bei der Infrastruktur ab“, ergänzte Bris. „Auch Bürokratie und Regulierung werden kritischer gesehen.“ Vergleichsweise hohen Kosten und die Besteuerung sind ebenfalls Kritikpunkte.

Die USA verteidigen ihre Führungsposition wegen ihrer „hohen Unternehmenseffizienz und dem starken Finanzsektor, der Innovationsfähigkeit und einer effizienten Infrastruktur“, so der IMD-Direktor. „Allerdings haben Hongkong und Singapur stark aufgeholt. Halten sie das Tempo bei, können sie im nächsten Jahr die Vereinigten Staaten überholen.“

Fortschritte werden auch einigen Euro-Krisenstaaten bescheinigt. Griechenland etwa verbesserte sich um sieben Ränge auf Platz 50. Auch Italien (Platz 38), Spanien (39) und Portugal (43) machen einen Sprung nach vorne. „Die Reformen zahlen sich allmählich aus“, sagte Bris.

In die andere Richtung zeigt das Barometer für einige große Schwellenländer. Russland rutschte um sieben Ränge nach unten und findet sich nun auf dem 45. Platz wieder. Auch Brasilien und Südafrika verloren an Boden. China - die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt - kletterte hingegen vom 23. auf den 22. Rang.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Fred Meisenkaiser

28.05.2015, 08:50 Uhr

Ohne Steuereinnahmen eben keine Finanzierung der Infrastruktur. Irgendwann müssen eben auch Reiche Steuern zahlen: Vermögenssteuern, Erbschaftssteuern und auch höhere Einkommenssteuern.
Zur Zeit werden die Steuern gesenkt, dafür die Abgaben drastisch erhöht: Die Bürger zahlen über Abgaben die Steuersenkungen der Reichen. Dies geht nicht ewig so weiter. 60% der Deutschen haben kein nennenswertes Vermögen, dafür haben 10% der Vermögensten 60% des Deutschen Vermögens auf sich konzentriert.

http://www.oecd.org/berlin/presse/oecd-sozialbericht-einkommensungleichheit-in-deutschland-im-mittelfeld-vermoegensungleichheit-hoch.htm

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