Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.12.2015

19:18 Uhr

Ratingagentur

S&P erwartet mehr Kreditausfälle in Europa

Die Kreditausfallrate in Europa liegt derzeit „sensationell niedrig“ – der Ratingagentur S&P nach dürfte sie sich 2016 mehr als verdoppeln. Vor allem Rohstoffunternehmen machen weiter schwierige Zeiten durch.

Die Ratingagentur rechnet damit, dass die Zahl der Kreditausfälle 2016 deutlich steigt. dpa

Ratingagentur Standard & Poor's

Die Ratingagentur rechnet damit, dass die Zahl der Kreditausfälle 2016 deutlich steigt.

FrankfurtDie Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) erwartet trotz der wirtschaftlichen Erholung in Europa steigende Kreditausfälle. Durch Überkapazitäten, verstärkte Regulierung und politische Unsicherheiten stünden viele Unternehmen vor großen Herausforderungen, sagte S&P-Kreditanalyst Tobias Mock am Mittwoch in Frankfurt. 2016 werde sich die Ausfallrate in Europa von „sensationell niedrigen“ 1,1 Prozent auf 2,4 Prozent mehr als verdoppeln. Damit liege die Rate aber auch künftig unter dem langjährigen Durchschnitt von 3,2 Prozent und weit weg von Krisenwerten. Zudem stehe Europa besser da als die USA, wo der Einbruch der Öl- und Gaspreise zahlreichen Konzernen zusetzt.

„Unternehmen in den Branchen Öl und Gas, Bergbau, Stahl, Chemiegrundstoffe und Investitionsgüter leiden weltweit unter einem Überangebot und Überinvestitionen“, sagte Mock. Sie hätten in Erwartung hoher Rohstoffpreise und eines anhaltend starken Wachstums in Schwellenländern wie China viel investiert und hohe Schulden aufgenommen. In Europa - und vor allem in Deutschland - gebe es jedoch weniger Unternehmen in diesen überinvestierten Branchen als in den USA. Zudem profitierten europäische Firmen von fallenden Rohstoffpreisen, dem schwachen Euro und der lockeren Geldpolitik.

Die Verlierer der Weltwirtschaft

Großbritannien

2014: 2,435 ; 2030: 3,586 ; 2050: 5,744 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Zwar wird Großbritannien auch 2030 noch im Ranking der Top-Volkswirtschaften mit Platz zehn in der Top Ten sein. Doch 2050 sieht das anders aus: Rang elf.

Italien

2014: 2,066 ; 2030: 2,591 ; 2050: 3,617 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Italien wird in 35 Jahren auf Rang 18 zurückfallen. Die Prognose zeigt deutlich, dass Europa im weltweiten Vergleich weiter an wirtschaftlichem Gewicht verliert.

Frankreich

2014: 2,587; 2030: 3,418; 2050: 5,207 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Frankreich kommt schafft es bereits 2030 auf Rang elf und rutscht bis 2050 auf Platz 13.

Russland

2014: 3,559 ; 2030: 4,854 ; 2050: 7,575 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Russland wird bis 2050 auf Platz acht verdrängt.

Deutschland

2014: 3,621 ; 2030: 4,590 ; 2050: 6,338 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Drei europäische Staaten gehören derzeit zu den zehn größten Volkswirtschaften der Welt: Deutschland, Frankreich und Großbritannien. 2050 wird nur noch die Bundesrepublik in den Top Ten der wirtschaftlich leistungsfähigsten Staaten vertreten sein. Deutschland wird bereits 2030 auf Rang acht zurückfallen.

Japan

2014: 4,788 ; 2030: 6,006 ; 2050: 7,914 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Während Japan auch 2030 den vierten Platz verteidigt, wird das Land bis 2050 drei Ränge abrutschen und auf Rang sieben landen.

USA

2014: 17,416 ; 2030: 25,451 ; 2050: 41,384 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Auch wenn die USA 2020 den zweiten Platz noch verteidigen können, werden sie 2050 von Indien auf Platz drei verdrängt. Dann wird drittstärkste Volkswirtschaft USA fast zweieinhalbmal so groß sein wie Indonesien (2050: Rang vier).

Da die Zinsen niedrig sind und die Unternehmen aus eigener Kraft kaum wachsen könnten, setzen sie auf Zukäufe, sagte Mock. 2015 sei bei Fusionen und Übernahmen das zweitbeste Jahr seit 2004 gewesen. Das Übernahmefieber werde auch im kommenden Jahr anhalten.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×