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03.01.2006

12:30 Uhr

RBS/BME-Einkaufsmanagerindex

Deutsche Industrie bekommt wieder Aufträge aus dem Inland

Auch das Inland fragt wieder Waren aus Deutschland nach. Das hat der heimischen Industrie zum Jahresende neuen Schub verliehen. Deshalb legte der deutsche RBS/BME-Einkaufsmanagerindex für Dezember von 52,7 auf 53,6 Punkte zu.

HB BERLIN. Viele der 500 befragten deutschen Firmen wollten wieder mehr investieren und schafften sogar zunehmend neue Arbeitsplätze, berichtete das britische Forschungsinstitut NTC am Dienstag. Dabei habe die neue Regierung für wachsende Zuversicht gesorgt. Wegen der volleren Auftragsbücher fuhren die Unternehmen ihre Produktion so kräftig hoch wie zuletzt vor fast eineinhalb Jahren.

Analysten hatten mit einem Anstieg des Einkaufsmanagerindex auf 53,5 Punkte gerechnet, da sich zuletzt auch andere Konjunkturbarometer wie etwa das Ifo-Geschäftsklima deutlich verbessert hatten. Der Einkaufsmanagerindex für die Euro-Zone kletterte um 0,8 auf 53,6 Punkte und übertraf damit ebenfalls die Erwartungen der Experten.

Die Industrie stellte unterm Strich so viel Personal ein wie seit mehr als vier Jahren nicht mehr. Der Stellenaufbau kam wegen der hohen Energiepreise und der scharfen Konkurrenz zwar zunächst nur zögerlich voran, wie der Anstieg dieses Index um 0,8 auf 50,9 Zähler zeigte. NTC-Chefvolkswirt Chris Williamson äußerte jedoch die Hoffnung, dass die neuen Arbeitsplätze die aufkeimende Zuversicht der Verbraucher stärkt und dadurch die inländische Nachfrage weiter befeuert. Zudem gebe es eindeutige Zeichen dafür, dass die Firmen auch in Zukunft Mitarbeiter einstellen müssen: Sie können die anschwellenden Auftragsbücher nicht bewältigen und haben immer weniger fertige Waren auf Lager. „Mit ihren gegenwärtigen Produktionsanlagen können sie einfach nicht genug herstellen“, fasste Williamson zusammen.

Der Auftragszuwachs beschleunigte sich am Jahresende, der entsprechende Index legte um knapp 2 auf 56,2 Punkte zu. Dies verdankten die Firmen Bestellungen aus Deutschland, denn die Nachfrage aus dem Ausland nahm etwas langsamer zu als im November. „Es gibt sehr klare Anzeichen für einen kräftigen Anstieg der heimischen Investitionsnachfrage“, erläuterte Williamson. „Dies signalisiert, dass neben der Erholung im Konsumbereich auch die Investitionen steigen. Das ist ein gutes Vorzeichen für die Qualität und die Nachhaltigkeit des Aufschwungs.“

Das Barometer für die Produktion sprang um knapp 2 auf 56,6 Zähler. Die siebte Produktionserhöhung in Folge in der Euro-Zone reichte dennoch nicht aus, um den deutlichsten Auftragsanstieg seit knapp anderthalb Jahren abzuarbeiten. Dabei war das Wachstum in Deutschland erstmals seit sieben Monaten am kräftigsten. Die Vorräte an fertigen Waren schrumpften im letzten Vierteljahr so deutlich wie noch nie seit Umfragebeginn 1997. Wie in Deutschland setzte sich auch in Italien die Erholung schwungvoll fort: Hier nahmen sowohl Produktion als auch Aufträge so deutlich zu wie seit fünf Jahren nicht mehr. Die Entwicklung in Frankreich war dagegen vergleichsweise gedämpft: Im Gegensatz zu Italien, Deutschland und Spanien entließen die Firmen hier Mitarbeiter.

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