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11.11.2014

12:55 Uhr

Reaktion auf Sanktionen

Russische Zentralbank kauft vermehrt heimisches Gold

Die russische Zentralbank kauft offenbar verstärkt Gold aus heimischen Minen aus. Das berichten Insider. Die Käufe seien nötig, weil russische Banken auf ihren Goldbeständen sitzenbleiben.

Die westlichen Sanktionen verbieten zwar nicht ausdrücklich den Kauf von Gold. Westliche Banken seien dennoch vorsichtig geworden bei Geschäften mit russischen Instituten, heißt es. dpa

Die westlichen Sanktionen verbieten zwar nicht ausdrücklich den Kauf von Gold. Westliche Banken seien dennoch vorsichtig geworden bei Geschäften mit russischen Instituten, heißt es.

LimaAls Reaktion auf die westlichen Sanktionen kauft die russische Zentralbank Insidern zufolge verstärkt Gold aus heimischen Minen auf. Die Käufe seien nötig, da die russischen Banken als Abnehmer der heimischen Edelmetallproduktion auf ihren Goldbeständen sitzen blieben.

Dies sagten Teilnehmer der Jahreskonferenz des Londoner Goldmarktverbandes (LBMA) in Peru, die namentlich nicht genannt werden wollten. Russische Geldhäuser wie etwa die Sberbank oder VTB sind in der Regel oft Zwischenhändler und verkaufen das Gold an die Zentralbank oder aber ausländische Institute weiter. Diese halten sich nun allerdings mit dem Erwerb russischen Goldes zurück.

Die EU-Sanktionen gegen Russland

Rüstungslieferungen

Verbot künftiger Rüstungslieferungen. Betroffen sind alle Güter, die auf einer entsprechenden Liste der EU stehen.

Exportverbot

Exportverbot für bestimmte Hochtechnologiegüter an das Militär, etwa Verschlüsselungssysteme sowie für Hochleistungscomputer.

Ölförderung

Ausfuhrverbote für Spezialtechnik zur Ölförderung. Zielt auf Geräte, die für Ölbohrung und -förderung etwa in der Arktis gebraucht werden. Auch Dienstleistungen für die Förderung von Öl aus der Tiefsee oder aus der Arktis sowie für Schieferöl-Projekte in Russland dürfen nicht mehr erbracht werden.

Zugang zu Kapitalmärkten

Der Zugang russischer Unternehmen zu den EU-Kapitalmärkten wird weiter erschwert. EU-Bürger und -Firmen dürfen fünf großen staatlichen russischen Banken keine Darlehen mehr geben. Anleihen mit einer Laufzeit von mehr als 30 Tagen, die von diesen Banken begeben wurden, dürfen nicht mehr gehandelt werden.

EU-Finanzmärkte

Drei große russische Rüstungsunternehmen und drei Energieunternehmen dürfen ihre Schulden nicht mehr über die EU-Finanzmärkte finanzieren. Auch die Vermittlung solcher Finanzierungen ist EU-Unternehmen verboten.

Dual Use Goods

Güter und Technologie, die sowohl für zivile als auch militärische Zwecke genutzt werden könnten (Dual Use Goods), dürfen an neun Unternehmen nicht mehr geliefert werden.

Unternehmen auf der schwarzen Liste

Eine schwarze Liste verbietet 23 Unternehmen oder Organisationen, Geschäfte mit der EU zu machen. Ihr Vermögen in der EU wird eingefroren. Dies sind vor allem Firmen, die von der Annexion der Krim durch Russland profitierten.

Einreiseverbote

Die Liste jener Personen, die nicht mehr in die EU reisen dürfen und deren in der EU befindliches Vermögen eingefroren wird, wird um 24 Namen erweitert. Insgesamt erhöht sich die Zahl der von Kontensperren und Visaverboten betroffenen Personen damit auf 119. Bei den 24 Personen handelt es sich um solche, die zur politischen Führung im Donbass und in der Regierung der annektierten Krim gehören sowie „um russische Entscheidungsträger und Oligarchen“.

„Die westlichen Sanktionen verbieten zwar nicht ausdrücklich den Kauf von Gold. Doch westliche Banken sind vorsichtig geworden bei Geschäften mit russischen Instituten“, sagte einer der Experten. Der russischen Zentralbank sei daher nichts anderes übriggeblieben, als den heimischen Geldhäusern beizuspringen.

Nach Daten des World Gold Council, des Sprachrohrs der Goldindustrie, hat Russland seine Käufe dieses Jahr insgesamt forciert. Demnach wurden die Goldreserven im laufenden Jahr um 115 Tonnen aufgefüllt. 2013 wurden lediglich 77,5 Tonnen zusätzlich eingelagert.

Die russische Zentralbank ist bereits seit zehn Jahren äußerst aktiv am Goldmarkt. Ihre Bestände haben sich in diesem Zeitraum fast verdreifacht. Damit steht die Moskauer Notenbank auf Rang sechs weltweit.

Die Zentralbank hat zugleich den Wechselkurs der Landeswährung Rubel freigegeben und hält sich Interventionen zur Stützung der trudelnden Währung offen. Russland leidet wegen der im Zuge des Ukraine-Konflikts vom Westen verhängten Sanktionen unter einer Kapitalflucht.

Ministerpräsident Dmitri Medwedew geht davon aus, dass sich die Rubel-Talfahrt nicht beschleunigen wird. Daher gebe es auch keinen Grund, Devisenverkäufe zu beschränken. „Regierung und Zentralbank sind sich darin vollkommen einig“, betonte Medwedew.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Frau Dr. Max Motte

12.11.2014, 14:30 Uhr

Wir befinden uns seit 2009 inmitten eines gewaltigen Wirtschafts- und Währungskriegs, der auch ein Goldkrieg ist.

Von den Massenmedien totgeschwiegen, stehen sich das westliche Bankenkartell um die private Fed und die aufstrebenden Nationen um die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) gegenüber und kämpfen um jeden einzelnen Barren Gold.

Nach Syrien wurde auch die Ukraine zu einem Spielball im erbitterten Machtkampf zwischen Ost und West, bei dem es nicht um Menschen geht, sondern um geostrategisches Kalkül und um Ressourcen wie Öl, Gas und Gold.

Es geht beim Ukrainekonflikt um die Weltherrschaft, denn die Ukraine ist die Verbindung zwischen Russland und Europa - und die wollen bestimmte Kräfte in den USA mit allen Mitteln zerstören. Aus Sicht des Fed-Kartells muss eine friedliche Einheit aus Russland und Europa verhindert werden.

Dafür scheint Washington offenbar bereit, einen Krieg gegen Russland anzuzetteln – oder will man nur für eine Weile von den massiven Problemen in der Weltwirtschaft und im Schuldgeldsystem ablenken?

Auf jeden Fall war eine der ersten Amtshandlungen der vom Westen eingesetzten ukrainischen Marionettenregierung, die Goldreserven des Volkes, rund 40 Tonnen, im März 2014 still und heimlich vom Flughafen Boryspil aus nach New York zu schaffen!

Für dieses "Geschenk" an die private Fed erhielt die Ukraine im Gegenzug umgehend Kredite vom IWF. Die Fed braucht solche "Goldspritzen" ganz dringend, denn ihre Tresore sind leer!
All das Gold anderer Nationen, das hier zur Sicherheit eingelagert war, ist weg.
Es wurde verleast, verborgt, verkauft. ( Auch das deutsche Gold )

Die Zentralbanken der größten westlichen Nationen wie den USA, Großbritannien und Deutschland, haben nicht annähernd so viel Gold, wie sie behaupten – vermutlich haben sie gar keines mehr.

Seit einigen Jahren findet in einigen Teilen der Welt ein neuer Goldrausch statt, der von den westlichen Medien totgeschwiegen wird.

Herr Pom Muc

12.11.2014, 17:21 Uhr

@ Dr. Max Motte

Na ich hoffe dass da schon noch ein paar physische Barren zum Verkaufen da sind. Sonst muss man halt "wegen Ebola" ein paar afrikanische Staaten "demokratisieren".

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