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06.02.2012

11:52 Uhr

Reallöhne

Inflation frisst Lohnerhöhung auf

Von dem ursprünglichen Lohnplus über 3,3 Prozent blieb wegen der stark angezogenen Verbraucherpreise nicht so viel übrig wie noch 2010. Daran ist vor allem die teurere Energie schuld.

Im ersten Halbjahr 2011 stiegen die Löhne sehr stark. dapd

Im ersten Halbjahr 2011 stiegen die Löhne sehr stark.

BerlinDie deutschen Reallöhne sind 2011 das zweite Jahr in Folge gestiegen - wegen der höheren Inflation aber deutlich langsamer als 2010. Die Bruttomonatslöhne vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer legten preisbereinigt um durchschnittlich 1,0 Prozent zu, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. 2010 waren sie noch um 1,5 Prozent gestiegen, im Krisenjahr 2009 dagegen um 0,4 Prozent gesunken.

Einen höheren Kaufkraftgewinn verhinderten stark steigende Verbraucherpreise: Sie zogen vor allem wegen teurer Energie mit 2,3 Prozent mehr als doppelt so stark an wie 2010. Dadurch blieb von dem Lohnplus von 3,3 Prozent nur ein Prozent an realem Zuwachs übrig.

Mit einem Plus von mehr als vier Prozent stiegen die Löhne in der ersten Jahreshälfte sehr stark - „vor allem durch den weiteren Abbau der Kurzarbeit sowie höhere Tarifabschlüsse und Sonderzahlungen“, schrieben die Statistiker. Im Schlussquartal zogen die Preise dagegen etwas stärker an als die Löhne. Das hatte es zwei Jahre lang nicht mehr gegeben.

Angesichts der Rekordbeschäftigung und der nachlassenden Inflation gehen viele Experten davon aus, dass die Reallöhne trotz der Konjunkturflaute auch in diesem Jahr zulegen. Der Deutschen Bank zufolge wird die Teuerungsrate auf etwa 1,5 Prozent fallen. Die Forderungen der Gewerkschaft bei den anstehenden Tarifrunden liegen teils deutlich darüber.

In den vergangenen zehn Jahren waren die Verbraucherpreise deutlich stärker als die Nettolöhne und -gehälter gestiegen, wie das Statistische Bundesamt im Dezember zum zehnten Jahrestag der Einführung des Euro mitgeteilt hatte. Die Inflationsrate von Januar 2002 bis November 2011 betrug demnach 17 Prozent, der Anstieg der Löhne und Gehälter nur 11,2 Prozent. Im Jahr 2008 etwa stiegen die Reallöhne nur um 0,5 Prozent, im Krisenjahr 2009 sanken sie um 0,4 Prozent, und auch im Wachstumsjahr 2010 kletterten sie nur um 1,5 Prozent.

In diesem Jahr wollen die Gewerkschaften für die Arbeitnehmer mehr herausholen: Sie haben Lohnforderungen von fünf bis sieben Prozent angekündigt. Verhandlungen stehen im öffentlichen Dienst, in der Metall- und Elektroindustrie, im Bankgewerbe, in der chemischen Industrie, in der Textil- und Bekleidungsindustrie, im Kfz-Gewerbe und im Hotel- und Gaststättengewerbe an. Die Ausgangssituation sei aber «ungünstiger als im Vorjahr», erklärte jüngst die Hans-Böckler-Stiftung, denn es werde allgemein mit einer Stagnation der wirtschaftlichen Entwicklung gerechnet.

Kommentare (6)

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06.02.2012, 09:36 Uhr

Ist nichts neues. Es steigen nur die Einnahmen und Vermögen der Reichen, die werden deshalb ja auch nicht besteuert. Sonst hätte man die permaneten Krisen ja nicht.

Die Arbeitnehmereinkommen sinken seit 20 Jahren, ist ja nichts Neues. Seit der Ostblock zusammengebrochen ist, können die Machthaber im Westen allenthalben "die Sau rauslassen"!

GHI

06.02.2012, 12:15 Uhr

Sommer u. die Gewerkschaften sind die Verräter der Arbeitnehmer !

Warum kündigen die Gewerkschafter nicht ihre Mitgliedschaft bei den Gewerkschaften ,wenn sowieso nur
noch Minilohnerhöhungen beschlossen werden u. das verteilt auf 2 Jahre .

Man könnte meinen , die Gewerkschaften sind die Arbeitgeber.Es ist einfach nur noch eine Zumutung wie die Gewerkschaften sich von den Arbeitgebern dirigieren lassen .

Die Euro-Bankrottländer haben höhere Tarifabschlüsse als
deutsche AN . Man kann einfach nur noch kotzen .

Die OSCE hat der Bundesregierung vorgeworfen ,DE ist auf dem untersten Stand der Reallöhne in der EURO-Zone .

Der öffentliche Dienst in DE bietet nur noch lachhafte Lohnerhöhungen über 2 Jahre an ,so dass die Beschäftigten nicht mehr davon leben können u. einen Zweitjob annehmen müssen.

Beamte in Rhld-Pfalz haben für 2012 lachhafte Gehaltserhöhungen von einem Prozent bekommen ! Da kann man
nur noch sagen "arme Familien ".Explizit laufen die Preiserhöhungen doch den Reallöhnen davon .

Alles nur noch teurer u. teurer ,diese Preistreiber .

Hauptsache die Politiker kassieren kräftig ab .

Und dann sollen die Deutschen Normalbürger noch kräftig für die EURO-Bankrottländer abgezockt werden .

Das Ende des EUROS kann nur noch die Erlösung vor einer Knechtschaft der Normalbürger in DE sein .

Kritiker

06.02.2012, 16:01 Uhr

1.)Die Gewerkschaften stecken doch mit den Arbeitgebern unter einer Decke. Die Gewerkschaften sind die Hauptschuldigen daran, dass die Arbeitnehmer immer mehr verarmen. Ich bin schon 1988 aus der Gewerkschaft ausgetreten - öffentlicher Dienst.
Bei den Inflationszahlen wird genau so betrogen wie beiden offiziellen Atrbeitslosenzahlen. Da rechnet man die über 58-jährigen heraus, Mini-Jobber, Leute die in ABM-Maßnahmen sind etc. So wird gefälscht ohne Ende, das hat Methode - nicht nur in Griechenland.
Ein fragwürdiger Warenkorb und eine hedonische Berchnung der Inflation ???? Geht mal googeln :-), führen zu immer mehr Verarmung. Unter Bill Clinton wurde die hedonische Berechnung in den USA eingeführt. Während man in der EU und in Deutschland die Inflation jedes Jahr zwischen 2 und 3 Prozent angibt errechnen unabhängige Statistiker die Inflation bei uns mit ca. 6 Prozent jedes Jahr.
Zum Vergelich - ein Barrel Rohöl kostete im Jahr 2002 ca. 20 Dollar, heute über 100 Dollar ???? Wer mal die Geschichte von Zahlungsmitteln bzw. Geld nachvollzieht wird feststellen, dass die Regierenden das Volk immer betrogen und abgezockt haben.

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