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25.02.2004

08:08 Uhr

Reform-Schock einigermaßen verdaut

Umfrage: Verbraucher fassen wieder Vertrauen

Nach Einschätzung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) haben die deutschen Verbraucher den Schock durch die Gesundheitsreform bereits im Februar weitgehend verdaut. „Die Konsumstimmung konnte im Februar ihre Einbrüche des Vormonats mehr als kompensieren. Die Aufregung scheint sich gelegt zu haben“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl am Mittwoch.

HB BERLIN. Der GfK-Konsumklima-Indikator kletterte auf 5,2 von revidiert 5,1 Zählern. Trotz der leichten Verbesserung bleibt die Konsumstimmung damit zwar weiterhin trübe. Die Menschen fassen jedoch wieder Vertrauen in die Wirtschaft und machen sich weniger Geldsorgen. Deshalb spielen derzeit so viele Bürger mit dem Gedanken einer größeren Anschaffung wie seit Einführung des Euro nicht mehr.

Wirtschaftsexperten zeigten sich erleichtert, dass die deutschen Verbraucher ihre Vertrauenskrise vom Jahresanfang überwunden haben. Denn der Konsum gilt derzeit als Achillesferse der deutschen Konjunktur. „Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung... es könnte signalisieren, dass wir auch einen besseren Privatverbrauch sehen werden“, sagte Stefan Bielmeier von der Deutschen Bank. Allerdings sei ungewiss, ob das Abflauen des Pessimismus die Menschen auch wirklich zum Einkaufen animiere. Auch Andreas Scheuerle von der DekaBank schöpfte etwas Hoffnung, weil die Erholung auch von den Verbrauchern abhängt: „In letzter Konsequenz ruhen die deutschen Konjunkturhoffnungen auf den Konsumenten.“

Die GfK-Umfrage veranlasste einige Anleger zum Verkauf von Anleihen, um mit dem Geld Aktien zu kaufen, die im Falle einer Konjunkturerholung in der Regel die bessere Investition sind. „Die Bundesanleihen werden von der stärkeren GfK-Umfrage belastet, aber eine einzige Umfrage sollte einen nicht allzu optimistisch werden lassen“, sagte ein Händler in London.

Die Verbraucher bewerteten in der GfK-Umfrage die Aussichten für die deutsche Wirtschaft so optimistisch wie seit anderthalb Jahren nicht mehr. „Die Konjunkturerwartung schwenkt wieder auf Erholungskurs ein“, kommentierte Bürkl. Die deutschen Firmen hatten im Gegensatz zu den Verbrauchern im Februar bei der Umfrage des Ifo-Instituts etwas pessimistischer in die Zukunft geblickt. Allerdings hatten die von der bisher schlechten Verbraucherstimmung gebeutelten Einzelhändler in der Ifo-Umfrage ihre gegenwärtige Lage positiver bewertet.

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