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11.04.2013

13:40 Uhr

Reformen gefährdet

EZB zweifelt an der Konjunkturerholung

Die Hoffnung auf eine rasche Erholung der Konjunktur im Euroraum verblasst. Europas Währungshüter sehen wieder mehr Risiken - vor allem der nachlassende Reformeifer einiger Krisenländer könnte den Aufschwung gefährden.

Die EZB unter Mario Draghi warnt vor der nachlassenden Reformbereitschaft in Europa. dpa

Die EZB unter Mario Draghi warnt vor der nachlassenden Reformbereitschaft in Europa.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) sieht Risiken für eine rasche Konjunkturerholung im Euroraum. Die für die zweite Jahreshälfte erwartete wirtschaftliche Entspannung könne durch eine schwächere Binnennachfrage gefährdet werden, berichtet die Notenbank in ihrem am Donnerstag in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht. Die Währungshüter warnen auch vor Bremsspuren durch eine unzureichende Umsetzung von Strukturreformen im Eurogebiet.

Zu Jahresbeginn habe sich die Konjunkturschwäche zunächst fortgesetzt. Im Schlussquartal 2012 war die Wirtschaftsleistung im Euroraum um 0,6 Prozent zum Vorquartal gesunken.

Die größten Schuldenmacher in der Euro-Zone

Irland

Das höchste Defizit in der Euro-Zone hat Irland. Es beträgt 8,3 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Griechenland

Rund 7,3 Prozent beträgt das Haushaltsdefizit Griechenlands für 2012.

Spanien

Der Krisenstaat auf der Iberischen Halbinsel kommt auf ein Haushaltsdefizit von 6,9 Prozent.

Slowakei

Platz vier unter den größten Schuldensündern belegt mit einem Defizit von 4,8 Prozent die Slowakei.

Portugal

Knapp hinter der Slowakei reiht sich Portugal ein: Hier schlägt 2012 ein Defizit von 4,7 Prozent des Bruttosozialprodukts zu Buche.

Frankreich

Mit Hilfe von Steuererhöhungen und Einsparungen will Frankreich sein Haushaltsdefizit im nächsten Jahr eindämmen. Dieses Jahr beträgt es noch 4,5 Prozent.

Niederlande

Rund 20 Milliarden Euro müssten die Niederlande sparen, um ihr Defizit unter drei Prozent zu drücken. Derzeit liegt es bei 4,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Slowenien

Auch Slowenien ringt mit steigender Verschuldung und schrumpfendem Wirtschaftswachstum. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 4,3 Prozent.

Zypern

„Sparen, kürzen, streichen“: So lautet auch das Motto in Zypern. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 3,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Anfang April hatte EZB-Präsident Mario Draghi daher betont, dass die EZB ihre lockere Geldpolitik so lange wie notwendig fortsetzen werde. Sollte sich die Lage verschlechtern, könnte sie die Zügel sogar noch weiter schleifen lassen: „Wir sind bereit zu handeln.“ Zunächst macht die Notenbank Zentralbankgeld aber nicht noch billiger. Der Leitzins im Euroraum verharrt seit Juli 2012 auf dem Rekordtief von 0,75 Prozent.

Denn trotz der zuletzt wieder gestiegenen Risiken und der Sparzwänge im öffentlichen und im privaten Bereich: Die EZB rechnet nach wie vor mit einer allmählichen Erholung im zweiten Halbjahr 2013.

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„Im Hinblick auf die nähere Zukunft sollte das Exportwachstum im Eurogebiet von einer Erholung der weltweiten Nachfrage profitieren, und die Inlandsnachfrage sollte durch den geldpolitischen Kurs gestützt werden“, schrieben die Experten.

Gegen weitere Senkungen spricht, dass die niedrigen Leitzinsen in einigen Krisenländern derzeit nicht ankommen. Kleine und mittelständische Unternehmen sowie Verbraucher müssen in Ländern wie Spanien oder Italien deutlich höhere Zinsen für Bankkredite zahlen als in stabilen Ländern wie Deutschland. Das müsse sich ändern, hatte Draghi betont: „Es ist zwingend, dass die Fragmentierung der Kreditmärkte in Europa weiter verringert wird.“

Von

dpa

Kommentare (21)

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Account gelöscht!

11.04.2013, 13:48 Uhr

Das Geld der EZB wird nur in den Markt geschwemmt, damit die Banken ihre Staatsanleihen "in bare Münze" zurückbekommen ... in Dollar tauschen ... und in den Dow Jones und co. fliessen. DAS IST DRAGHI'S fatale AUFGABE !

Das heisst, die ESM-Schulden liegen bei der EZB (beim deutschen Steuerzahler für die nächsten 100 Jahre) und das Geld landet an der NYSE. Prima Transfers !

Allerdings haben die Gläubiger der Staatsanleihen natürlich auch das Recht irgendwann ihre Investition "ausbezahlt" zu bekommen. Der SCHULDIGE ist der Staat, der Jahrzehte auf Pump gelebt hat. Seine ausbezahlten Anleihen überschwemmen jetzt die Märkte.

Account gelöscht!

11.04.2013, 13:48 Uhr

Die EURO's werden kräftig in Dollar getauscht und wandern dort an die Aktien-Märkte.

CNBC: "Money goes where it's welcome, save and productive".

Die 3 Voraussetzungen kann EZB und "EU in Brüssel" nicht mehr garantieren. Darum fliesst der ganze Reichtum ab nach Amerika. Kann ich gut nachvollziehen ... wer will schon Banken sanieren oder vom Staat sein Geld "abgeschnitten" bekommen und ab 100.000 EUR als "reich und vogelfrei" gelten ??

CNBC: "Money goes where it's welcome, save and productive". Es geht um verschiedene Ideologien dabei. In Europa machen sich die Politiker reich und der Rest der Bevölkerungen Europas sollen sich gegenseitig von ihrem Ersparten ernähren.
In den USA kann man sich auf freien Geldfluss, unangetastete Konten und neuerstarkende Wirtschaft verlassen.

Das ist der grosse Unterschied und die Leute begreifen das langsam. Weg mit dem Geld aus Europa !

observer

11.04.2013, 13:56 Uhr

Die EU ist schon ein echtes mega-Ereignis.

Da wird eine Krise nach der anderen vom Zaun gerissen, nur um uns wieder eine neue "Segnung" zukommen zu lassen.

- die letzte Krise brachte uns ESM (GESTAPO Vollmachten für die Kommisare)

. Zypern brachte uns die Blaupause für die kommenden Enteignungen

Mal sehen, was wir dann als nächstes bekommen werden

+++++++++++++++++++++++++++manager magazin +++Euro-Krise
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