Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.02.2012

11:47 Uhr

Reformen notwendig

Weltbank sieht Chinas Entwicklung am „Wendepunkt“

So geht es nicht weiter: Chinas Wachstumsmodell ist nicht mehr zukunftsfähig. Die Weltbank rät zu einer grundlegenden Wende in der Wirtschaftspolitik - mit mehr Markt und weniger Staat.

Ein chinesischer Bauarbeiter auf einer Baustelle in Xuzhou. dpa

Ein chinesischer Bauarbeiter auf einer Baustelle in Xuzhou.

PekingChina hat nach Warnungen der Weltbank einen Wendepunkt erreicht und benötigt dringend eine neue Entwicklungsstrategie. „China gegenwärtiges Wachstumsmodell ist nicht aufrecht zu erhalten“, sagte Weltbank-Präsident Robert Zoellick am Montag bei der Vorlage eines „China 2030“ genannten Berichts in Peking. Die zweitgrößte Volkswirtschaft müsse tiefgreifende marktwirtschaftliche Reformen umsetzen. Die globale Wirtschaftskrise verstärke den Reformdruck noch: „Jetzt ist nicht die Zeit, um sich nur durchzuwurschteln.“

Nach drei Jahrzehnten mit 9,9 Prozent Wachstum im Jahr erreiche Chinas gegenwärtige Wirtschaftsstruktur „die Grenzen des Wachstums“. Ein neues Wachstumsmodell sei notwendig. Der Exportweltmeister müsse seine Abhängigkeit von Ausfuhren und Investitionen verringern und dafür seine heimische Nachfrage ausweiten. Die Dominanz staatlicher Unternehmen müsse verringert und der Privatsektor gestärkt werden. Auch bleibe China nichts anderes übrig, als seinen Markt stärker dem Wettbewerb zu öffnen, heißt es in dem 468-Seiten-Bericht.

Zu den Gefahren für China zähle kurzfristig das Risiko einer „harten Landung“ seiner Wirtschaft, deren Wachstum bis 2030 stetig zurückgehen werde. Langfristig drohten die Alterung der Gesellschaft, eine schrumpfende Zahl von Arbeitskräften, die wachsende Einkommenskluft und Umweltzerstörung. Der Bericht werfe „ernste Fragen“ auf, sagte Zoellick. „Hinzu kommt, dass das globale Umfeld auf absehbare Zeit unsicher und sprunghaft bleiben wird, wodurch die Notwendigkeit für Veränderung noch größere Bedeutung gewinnt.“

Es müsse vermieden werden, dass China jetzt bei seiner Entwicklung in der „Falle der mittleren Einkommen“ steckenbleibe, wie es anderen Ländern schon passiert sei, betonte der Weltbankbericht. Damit ist gemeint, dass ein Land mit dem Erreichen eines mittleren Einkommensniveaus die Vorteile als Billigproduzent verliert und neue Motoren des Wachstums finden muss.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

matze

27.02.2012, 12:13 Uhr

na klar, uk und us sind super aufgestellt ( gelddrucken und party und nochmals party), nur europa und asien und china und der golf und russland haben "nur" wertarbeit, industriestrukturen, rohstoffe und die geistlosen menschen die niedere arbeiten als ingeneure usw. ausüben.

DERRichter

27.02.2012, 14:06 Uhr

Die Weltbank ist ganz überwiegend mit jenen unheiligen neoliberalen Kreaturen durchseucht, deren verblendetes
Denken uns in den letzten 2 Jahrzehnten eine Krise nach der anderen eingebracht hat. China ist mit unideologischer asiatischer Weisheit gewachsen und gewachsen. Auch dieses Jahr werden es wohl wieder 8-9 Prozent wirtschaftliches
Realwachstum sein. So sehen Sieger aus, und sie werden es auch zukünftig sein. In Peking lacht man sich doch nur krumm über das dumme Gelaber westlicher, neoliberal gearteter (Pseudo?-Fachleute. China braucht solche Ratschläge aus der Verliererecke nun wirklich nicht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×