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17.07.2013

13:47 Uhr

Regierungskrise

Portugal muss höhere Zinsen zahlen

Durch die Regierungskrise werden neue Schulden für Portugal immer teurer. Das Land platziert am Mittwoch Schuldtitel im Wert von 1,5 Milliarden Euro . Die Rendite für zwölfmonatige Papiere stieg auf 1,720 Prozent.

Eine Euro-Münze auf einer portugiesischen Flagge. dpa

Eine Euro-Münze auf einer portugiesischen Flagge.

LissabonDie schwelende Regierungskrise in Portugal treibt die Kosten für die Schuldenaufnahme des Landes in die Höhe. Das von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) vor der Pleite gerettete Land platzierte am Mittwoch Schuldtitel im Volumen von 1,5 Milliarden Euro. Es musste dafür aber teils weit höhere Zinsen zahlen als zuletzt.

Die Rendite für zwölfmonatige Papiere stieg auf 1,720 Prozent von 1,232 Prozent bei der vorherigen Auktion im Mai. Höhere Zinsen für Schuldtitel mit dieser Laufzeit hatte es zuletzt im Oktober 2012 gegeben. Bei einem Fünfmonats-Papier gab es nur einen leichten Anstieg auf 1,045 Prozent (zuletzt 1,041 Prozent). Portugal wird von Euro-Rettungsgeldern über Wasser gehalten. Die staatliche Finanzagentur IGCP zapft aber von Zeit zu Zeit den Geldmarkt an, um den Kontakt zu den Investoren nicht abreißen zu lassen.

Die Ratings der Euro-Länder

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Niederlande

S&P Rating: AA+
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Österreich

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Portugal

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BB+
Ausblick: Negativ

Slowakei

S&P Rating: A
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Slowenien

S&P Rating: A-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Negativ

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Zypern

S&P Rating: B
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Caa3

Ausblick: Negativ

Fitch Rating: B-

Ausblick: Stabil

Die jüngste Auktion soll den Auftakt für die regelmäßige Aufnahme von mittel- und langfristigen Schulden in der zweiten Jahreshälfte bilden, bevor die Rettungshilfen im nächsten Jahr auslaufen. Doch die politische Krise verunsichert die Investoren derzeit: Ministerpräsident Pedro Passos Coelho muss sich am Donnerstag einem Misstrauensvotum stellen. Auch wenn er dieses überstehen sollte, bleibt fraglich, ob er kurzfristig einen vom Staatschef gewünschten überparteilichen Kompromiss zimmern kann. Hauptstreitpunkt ist der Spar- und Reformkurs, den die Euro-Partner und der IWF zur Voraussetzung für die milliardenschweren Hilfen gemacht haben.

Von

rtr

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