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06.08.2014

11:31 Uhr

Rekordminus für deutsche Industrie

Weiße Seiten in den Auftragsbüchern

Die Aufträge der deutschen Industrie sind im Juni um 3,2 Prozent gesunken. Dies ist der größte Rückgang seit drei Jahren. Hierfür gibt es vor allem einen Grund.

Gütesiegel „Made in Germany“: Die deutsche Industrie hat im Juni eine schwere Auftragsflaute erlitten. dpa

Gütesiegel „Made in Germany“: Die deutsche Industrie hat im Juni eine schwere Auftragsflaute erlitten.

BerlinDas Neugeschäft der deutschen Industrie ist überraschend eingebrochen. Vor allem ein starker Nachfrage-Rückgang aus der Euro-Zone sorgte im Juni für das größte Auftragsminus seit September 2011. Insgesamt gingen die Bestellungen um 3,2 Prozent zum Vormonat zurück, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hingegen hatten mit einem Plus von einem Prozent gerechnet.

Bereits im Mai hatte es einen Rückgang um 1,6 Prozent gegeben. Das Bundeswirtschaftsministerium begründete die Entwicklung mit geopolitischen Risiken und betonte: „Es ist daher zu erwarten, dass sich die Industriekonjunktur in den kommenden Monaten eher moderat entwickeln wird.“

Größte Volkswirtschaften 2013 - 2028

Rang 10

2013
Kanada
1,8 Billionen Dollar
2028
Kanada
3,7 Billionen Dollar
Quelle: CEBR. Angaben beziehen sich auf das geschätzte Bruttoinlandsprodukt

Rang 9

2013
Italien
2,1 Billionen Dollar
2028
Mexiko
3,7 Billionen Dollar

Rang 8

2013
Russland
2,1 Billionen Dollar
2028
Russland
4,1 Billionen Dollar

Rang 7

2013
Brasilien
2,2 Billionen Dollar
2028
Großbritannien
4,3 Billionen Dollar

Rang 6

2013
Großbritannien
2,65 Billionen Dollar
2028
Deutschland
4,3 Billionen Dollar

Rang 5

2013
Frankreich
2,7 Billionen Dollar
2028
Brasilien
5,1 Billionen Dollar

Rang 4

2013
Deutschland
3,6 Billionen Dollar
2028
Japan
6,4 Billionen Dollar

Rang 3

2013
Japan
5 Billionen Dollar
2028
Indien
6,6 Billionen Dollar

Rang 2

2013
China
8,9 Billionen Dollar
2028
USA
32,2 Billionen Dollar

Rang 1

2013
USA
16,7 Billionen Dollar
2028
China
33,5 Billionen Dollar

Zuletzt hatte die Ukraine-Krise für trübere Stimmung in der deutschen Wirtschaft gesorgt. Vor allem wegen der schärferen Sanktionen gegen Russland kam Verunsicherung auf. Ökonomen betonten allerdings, die schwächelnden Aufträge seien nicht allein auf diesen Konflikt zurückzuführen. „Die heutigen Daten zeigen, dass die Abwärtsrisiken für die deutsche Wirtschaft nicht nur von geopolitischen Spannungen stammen, sondern auch von einer Nachfrageschwäche aus der Euro-Zone, die länger anhält als erwartet“, sagte ING-Bank-Analyst Carsten Brzeski.

Während das gesamte Auslandsgeschäft um 4,1 Prozent nachließ, brachen die Bestellungen aus der Währungsunion um 10,4 Prozent ein. Die Orders von außerhalb der Euro-Zone hingegen blieben stabil. „Möglicherweise hat sogar die kräftigere US-Konjunktur im zweiten Quartal einem noch stärkeren Rückgang entgegengewirkt“, sagte BayernLB-Experte Stefan Kipar. Auch Commerzbanker Ralph Solveen führt die Entwicklung weniger auf geopolitische Risiken zurück. Vielmehr spiegelten die Daten das zuletzt schlechtere konjunkturelle Umfeld wider - "stärkerer Euro, schwächere Weltwirtschaft". „Damit steigt das Risiko, dass die deutsche Wirtschaft - nach einem leichten Minus im zweiten Quartal - auch im dritten Quartal enttäuschen wird“, fügte Solveen hinzu.

Zu Jahresanfang war die deutsche Wirtschaft - beflügelt vom starken Bau im milden Winter - noch kräftig um 0,8 Prozent gewachsen. Für das abgelaufene Quartal rechnen die meisten Ökonomen mit einem deutlich schwächeren Wachstum.

Von

rtr

Kommentare (26)

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Herr Fred Meisenkaiser

06.08.2014, 10:47 Uhr

Marktwirtschaft bedeudet eben dass es einem Markt gibt, auf dem sich Käufer und Verkäufer gegenüberstehen.
Es fehlern zunehmend die Käufer. Das Kapital konzentrietrt sich in immer weniger Händen, die Masse der Bürger hat immer weniger Einkommen. Und diese Einkommens-Vermögensschere öffnet sich immer mehr. Da hilft die ganze Propaganda der Machthaber nichts mehr. Wo nichts gekauft werden kann, muß auch nichts hergestellt werden.

Das erkannte kürzlich ein schwer reicher Millionär in Seattle. Er hatte die 15.- USD Mindestlohn Kampagne in der Stadt zum größten Teil finanziert. Der reiche Unternehmer war der Auffassung, dass die Arbeiter vernünftige Löhne brauchen um auch seine Produkte kaufen zu können.
Er sah das ganze wie bei Monopoly-Spiel. Das Spiel kann nur so lange funktionieren, bis alle auch noch was kaufen können. Hat einer das ganze Geld, ist das Spiel auch schon für ALLE vorbei.

Bis dahin setzt sich der Trend, den wir beim Autoabsatz haben, nun auch in der Industrie fort. Die durch den Westen provozierte Ukrainekrise beschleunigt das Ganze nur noch!

Herr Fred Meisenkaiser

06.08.2014, 10:49 Uhr

und das alles nur, um die Interessen der USA-Reichen durchzusetzen!

Europa wache auf!

[...]

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr richard roehl

06.08.2014, 11:01 Uhr

Man sieht, wir brauchen den Euro und die Euro-Zone immer weniger. Besser Geschäfte machen mit denen, wo man für seine Produkte noch wertige Gegenleistungen erhält und keine wertlosen Schuldscheine. Deutschland kommt mir vor, wie ein vermeintlicher Lottogewinner, der eine Lokalrunde nach der anderen gibt, und sich hinterher alles als Irrtum herausstellt

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