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06.05.2015

19:42 Uhr

Rente in Gefahr

EZB-Niedrigzinspolitik schadet den Sozialkassen

Negativzinsen gefährden die Rücklagen der Rentenversicherung. Die Sozialkassen werden gezwungen, in sichere Anlagen zu investieren – die werfen derzeit kaum Rendite ab. Einige Töpfe müssen bereits Negativzinsen zahlen.

Das Niedrigzinsumfeld schadet auf Dauer auch den Rücklagen der Rentenversicherung. ddp

Den Sozialkassen droht Ebbe

Das Niedrigzinsumfeld schadet auf Dauer auch den Rücklagen der Rentenversicherung.

Berlin, DüsseldorfDie Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) bringt Krankenkassen, die Rentenversicherung und die Bundesagentur für Arbeit zunehmend in Schwierigkeiten. Die deutschen Sozialversicherungen sind nach Informationen des Handelsblatts vom negativen Zinssatz betroffen, den die EZB für Einlagen bei den Notenbanken fixiert hat. Gegenwärtig sind dies minus 0,2 Prozent, wie eine Sprecherin der Bundesbank bestätigte.

Die Rücklagen der Sozialkassen betrugen Ende 2014 mehr als 75 Milliarden Euro. Wäre das gesamte Sozialkassen-Vermögen dauerhaft bei der Bundesbank geparkt, wären rechnerisch 2015 mehr als 150 Millionen Euro Negativzinsen fällig. Allerdings versuchen Rentenversicherung, Krankenkassen und Arbeitsagentur alles Erdenkliche, die Strafzinsen zu vermeiden. So räumen sie die Konten bei der Bundesbank schnellstmöglich leer und verteilen das Geld auf Privatbanken. „Insgesamt stehen wir mit über 40 in Deutschland ansässigen Banken in Geschäftsbeziehungen“, sagt ein Sprecher der Rentenversicherung. „Wir konnten es daher bisher vermeiden, Anlagen mit negativem Zins zu tätigen.“

Mittlerweile verlangen aber auch viele Geschäftsbanken Strafzinsen, zumindest für große Beträge. Und der Druck entsteht nicht nur durch Negativzinsen. Die Sozialkassen sind per Gesetz gezwungen, in sichere Anlagen zu investieren, vor allem Staatsanleihen. Seit die EZB aber Staatsanleihen aufkauft, werfen diese Papiere kaum Rendite ab.

Das Bundesversicherungsamt, das über Krankenkassen und Gesundheitsfonds wacht, hat nach Handelsblatt-Informationen aus Finanzkreisen die Bundesregierung alarmiert. „Da dem Gesundheitsfonds keine risikoreichen Anlagen erlaubt sind, führt das gegenwärtige Zinsumfeld teilweise auch zu Anlagen mit Negativzinsen“, bestätigt die Behörde auf Anfrage.

Die Lage ist so angespannt, dass die Sozialkassen einen heiklen Vorstoß wagen: Sie wollen künftig das Geld auch in riskantere Anlagen stecken dürfen, die mehr Rendite versprechen. Darüber werden die Aufsichtsbehörden der Sozialversicherung des Bundes und der Länder bei ihrem Treffen Ende Mai diskutieren.

Kommentare (2)

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Herr Teito Klein

06.05.2015, 21:05 Uhr

Reiche Rentner, arme H4-ler
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Die "superreichen" Rentner machen eine drei-monatliche Kreuzfahrt durch die Karibik
In dieser Zeit durchwühlen unsere H4-ler die Mülltonnen nach Essensresten.
Die heutigen Rentner sind so reich wie nie zuvor.
Sie vererben Billionenvermögen.

Natürlich sind die Beamtenpensionen NICHT in Gefahr! Hier zahlt das "Steuervieh"!

Herr Heinz Siepenkothen

08.05.2015, 08:36 Uhr

Guten Morgen an alle wirklich reichen Rentner bzw. Pensionäre,
es ist ein Märchen das es "reiche" Rentner gib. Wen man der ZEDER-Tabelle glauben kann
sind das im Hinblick unserer Gesamtrentnerzahl ganz wenige.
Aber der Fiskus betraft nun mal die "Rentner" die etwas fürs Alter getan haben mit zusätzlichen
GKV-Beträgen, die bei 8 Mio. Rentnern ein GKV-Beitragsvolumen bereits im Jahr 2014 von
5,2 Milliarden erreicht hat. Berechnung wird mir AG + AN-Anteil erhoben. Keine Freigrenzen mehr,
die es ermöglicht eine Zusatzrente zu erhalten, die nun mal damals den Vorsorgegedanken ausgelöst hat. Das macht u.U. 20 % des Anlagepotentials auf 10 Jahre bei einer BAV aus. Kann man das als Altersversorgung noch tolerieren? Nein, wir werden bei diesem Gesetz vor vollendeten
Tatsachen gesetzt. Das Gesetz datiert aus der Zeit der Regierung in 2003. Eine Rot/Grüne Fraktion. Sozial ist anders, obwohl man in der letzten Zeit Revidierungsmöglichkeiten gehabt hätte.
Ist schon sehr verwunderlich wie unsere Kaste an Abgeordnete in Berlin so "bürgerfreundlich" handeln. Aber bei solchen Bezügen trifft man sich selbst nicht. Aber Rentner der jetzigen Zeit die in den vergangenen Jahren nicht arbeiten "Durften", nicht vom allgemeinen teihaben "Konnten",
sind heute keine reichen Rentner, obwohl man auch mehr als 40 Jahre Beiträge gezahlt hat. Die heutige Rente reicht noch nicht einmal für ein Leben nach HARTZ4 aus.
MFG
HGS

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