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24.03.2017

07:28 Uhr

Rentenerhöhung

Staat kassiert 625 Millionen Euro mehr Steuern

Von der Rentenanpassung im Juli profitiert auch der Fiskus kräftig. Zugleich rutschen mehr Senioren in die Steuerpflicht. Das ist auch eine Folge der seit 2005 erhobenen Rentensteuer.

Zuletzt gab es etwa 21 Millionen Bezieher einer gesetzlichen Rente. Eine jährlich wachsende Gruppe Ruheständler trifft die seit 2005 erhobene Rentensteuer. dpa

Rentensteuer

Zuletzt gab es etwa 21 Millionen Bezieher einer gesetzlichen Rente. Eine jährlich wachsende Gruppe Ruheständler trifft die seit 2005 erhobene Rentensteuer.

BerlinDie im Juli fällige Rentenerhöhung spült in diesem und im nächsten Jahr zusätzliche Steuereinnahmen von 625 Millionen Euro in die Staatskassen. Das geht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Berechnungen des Bundesfinanzministeriums hervor.

Danach führt die geplante Anhebung der gesetzlichen Altersbezüge zum 1. Juli um 1,9 Prozent im Westen und um 3,6 Prozent im Osten im Veranlagungszeitraum 2017 zu Mehreinnahmen für den Fiskus von rund 205 Millionen Euro. Im Zeitraum 2018 sind Steuermehreinnahmen von 420 Millionen Euro zu erwarten.

Zuletzt gab es etwa 21 Millionen Bezieher einer gesetzlichen Rente. Wegen der Rentenanhebung zum Juli steigt auch die Zahl steuerpflichtiger Ruheständler.

Zentrale Zahlen zur Rente

Erhöhung

Zum 1. Juli 2016 gab es eine Rekordanhebung der Rente: In Westdeutschland stiegen die Bezüge im Sommer um 4,25 Prozent, in den neuen Ländern um 5,95 Prozent. Bis 2019 werden nur noch Erhöhungen jeweils unter 3 Prozent prognostiziert.

Rentenniveau

Die Rente hinkt den Löhnen somit immer stärker hinterher. Bis 2035 fällt das Rentenniveau von heute 47,8 Prozent nach Berechnungen des Sozialministeriums auf unter 43 Prozent – bis 2045 könnte es auf 41,6 Prozent sinken. Das will Nahles nun verhindern.

Beitragssatz

Er dürfte nach den vorläufigen Zahlen von heute 18,7 Prozent 2031 auf über 22 Prozent steigen. Der Satz ist nach geltendem Recht auf 22 Prozent bis 2030 begrenzt. Nach den aktuellen Zielen soll er auch bis 2045 nicht über 25 steigen.

Rücklage

Die Reserve der Rentenkasse, die Nachhaltigkeitsrücklage, sank von Juli bis August um mehr als eine Milliarde auf 30,9 Milliarden Euro.

In diesem Jahr werden laut Finanzministerium etwa 4,25 Millionen „Steuerpflichtige mit Rentenbezug“ vom Fiskus belangt. 2018 werden es etwa 4,35 Millionen sein.

Zu beachten ist, dass ein zusammen veranlagtes Paar als ein Steuerpflichtiger zählt. „Steuerpflichtige“ sind also nicht gleichzusetzen mit Personen. Ohne die Rentenanpassung wären 2017 den Angaben zufolge von diesen Ruheständlern rund 40.000 und 2018 rund 80.000 Steuerpflichtige mit Rentenbezug nicht vom Fiskus belangt worden.

Die seit 2005 erhobene Rentensteuer trifft damit weiterhin eine eher kleine, aber jährlich wachsende Gruppe Ruheständler. Infolge des steigenden steuerpflichtigen Teils der Rente sowie von Rentenerhöhungen werden immer mehr Neurentner vom Fiskus belangt.

Im Gegenzug werden aber die von Arbeitnehmern eingezahlten Rentenbeiträge über die Jahre von der Einkommensteuer freigestellt und die Beschäftigten so entlastet.

2005 betrug der steuerpflichtige Rentenanteil 50 Prozent. Ist also jemand vor 2006 in die Rente gegangen, werden nur 50 Prozent seiner Renten in die Besteuerung einbezogen. Dieser Prozentsatz steigt mit jedem weiteren Rentnerjahrgang: für Neurentner 2017 auf 74 Prozent. Somit bleiben also 26 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente steuerfrei. Dieser Anteil gilt also für im Jahr 2017 neu hinzukommende Rentnerjahrgänge. Bei Bestandsrenten bleibt es beim festgesetzten steuerfreien Anteil.

Ob Senioren eine Steuererklärung abgeben müssen, hängt von der Höhe ihrer steuerpflichtigen Einkünfte insgesamt ab - neben Renteneinkünften also auch von weiteren Einnahmen wie Erträge aus Kapitalanlagen, Mieteinnahmen oder Betriebsrenten.

Fällig wird sie, wenn die Gesamteinkünfte eines Rentners über dem Grundfreibetrag (8820 Euro/Verheirate 17.640 Euro) liegen. Wegen der schrittweisen Erhöhung des steuerpflichtigen Anteils der Rente werden viele Senioren, die keine weiteren veranlagungspflichtigen Einkünfte haben, vom Fiskus verschont.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Günther Schemutat

24.03.2017, 10:18 Uhr

Der Staat zeigt es ,Leistung wird in diesen unseren Staat bestraft und Arbeitnehmer die bis zur Rente immer wieder Kürzungen erleben mussten , sollen auch weiterhin
geschröpft werden. Bei Mieten die kaum bezahlbar sind für Rentner und schnell
mehr als die Hälfte der Rente auffressen bleibt vielen nur die Tafel.

Die Rentner sind von Union,SPD ,Grüne längst abgeschrieben. Totes Material das
man nur noch als Wahlvieh bestenfalls benutzen kann und deshalb wird vor Wahlen immer auf die Rentner geachtet und Gerechtigkeit für diese Gruppe gefordert.

Gerechtigkeit die man Jahr für Jahr abgeschafft hat, Ein Rentner der im Monat 800 Euro hat und fast vierzig Jahre gearbeitet hat, vielleicht kaputt ist, muss sehen , dass
der Staat sehr vielen Leuten eine Sozialrente bei zum Tod von 748 Euro zahlt ,die nie oder viel
für die Rente getan haben. Aber kerngesund sind , weil sie nie gearbeitet haben und in Deutschland auch nicht müssen.

Herr Alessandro Grande

24.03.2017, 10:37 Uhr

Wer recherchiert so einen Schwachsinn, pfui, pfui, Handelsblatt!!!
Denn: Falls Sie es noch nicht gewusst haben buttert der Staat p.a. über 80 Mrd. zu den Rentenzahlungen dazu, weil die Beitragseinnahmen schon lange nicht mehr ausreichen.
Wenn nun also aus der Rentenerhöhung eine höhere Steuer auf die Renten fällig wird, dann bekommt der Staat zu dem höheren Betrag, den er auszuzahlen hat, quasi nur einen Minibruchteil zurück bzw. braucht diesen nicht auszuzahlen, zu bezuschussen.
Dies als Mehreinnahmen hinzustellen, ist Dilettantistmus und Dummheit in Reinstform.
Nur Idioten um einen, unglaublich!!!

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