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02.02.2004

11:07 Uhr

Reuters-Einkaufsmangerindex

Erholung in Industrie kommt voran

Laut dem Reuters-Einkaufsmanagerindex (EMI) hat sich die wirtschaftliche Erholung in den Industriebetrieben mit unvermindertem Tempo fortgesetzt - das trifft sowohl auf die Euro-Zone als auch Deutschland zu. Der EMI für Deutschland verharrte im Januar auf seinem Drei-Jahreshoch bei 53,0 Punkten. Auch der Index für die Euro-Zone erklomm nach Angaben des britischen Forschungsinstituts NTC vom Montag den höchsten Stand seit drei Jahren.

HB BERLIN. Die Firmen konnten sich trotz der Euro-Stärke über ein kontinuierliches Wachstum von Aufträgen und Produktion freuen.

Werte über 50 Punkte signalisieren eine Verbesserung der Geschäfte im Vergleich zum Vormonat. Analysten hatten mit einem Anstieg des deutschen EMI auf 53,5 Zähler gerechnet, nachdem zuletzt auch andere Frühindikatoren wie der Ifo-Geschäftsklimaindex zu Jahresanfang eine wachsende Zuversicht unter den Firmen signalisiert hatten. Beim Index für die Euro-Zone, der leicht auf 52,5 von 52,4 Punkten anstieg, hatten sie einen Wert von 52,9 erwartet.

Die Einkaufsmanager in Deutschland zeigten sich ermutigt durch eine steigende Nachfrage aus Schlüsselbranchen wie Zulieferern und Investitionsgüterherstellern. Trotz des Euro-Höhenflugs zum Jahresanfang verbuchten die Firmen besonders aus den USA, Asien und Osteuropa viele Bestellungen. In anderen Ländern berichteten die Manager dagegen, wegen des starken Euro hätten die Bestellungen aus den USA weniger stark zugenommen als Ende vergangenen Jahres. Sie machten vor allem die Nachfrage aus der Euro-Zone für ihren Auftragsanstieg verantwortlich.

Der Index Auftragseingang für Deutschland blieb mit 56,6 Punkten fast unverändert nach einem Dezember-Wert von 56,8. Viele Firmen konnten die vielen Neuaufträge nicht komplett abarbeiten, so dass ihr Auftragsbestand weiter anstieg. In den übrigen Ländern der Euro-Zone beschleunigte sich der Auftragseingang im Gegensatz zu Deutschland.

Die Firmen in Deutschland und der übrigen Euro-Zone fuhren angesichts der steigenden Nachfrage ihre Produktion weiter hoch: Dieser Teilindex signalisierte in Deutschland mit einem minimalen Anstieg auf 55,0 von zuletzt 54,9 Zählern das stärkste Wachstum seit Februar 2001. Am deutlichsten stieg die Produktion in Österreich, Frankreich und Deutschland.

Die Einkaufsmanager berichteten jedoch, dass viele Firmen wegen des harten Wettbewerbs auch im Januar Mitarbeiter entließen. Der starke Euro habe viele Firmen zu Preissenkungen gezwungen, was ihre Gewinne schmälere und Sparmaßnahmen erfordere. Der Index Beschäftigung näherte sich in Deutschland jedoch mit einem geringen Anstieg auf 48,7 Zähler weiter der Schwelle von 50 Zählern, die ein Ende der Arbeitsplatzverluste zeigen würde. Auch im europäischen Ausland entließen die Firmen Mitarbeiter, um ihre Produktivität zu steigern.

Die Industriefirmen sahen sich höheren Kosten für Rohstoffe ausgesetzt, obwohl viele der Materialien wie zum Beispiel Öl in Dollar abgerechnet werden. Die hohe Nachfrage erlaubte es den Rohstoff-Lieferanten, ihre Preise zu erhöhen, hieß es.

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