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24.01.2008

09:04 Uhr

Rezessionsangst

Britische Wirtschaft wächst langsamer

Im vierten Quartal 2007 wuchs das BIP um nur 0,6 Prozent. Experten rechnen jetzt mit einer empfindlichen Abkühlung der Konjunktur, der Finanzier Soros warnt sogar vor einer Rezession. Die Notenbank hat bereits angedeutet, das sie keine Notfall-Zinssenkung nach dem Vorbild der USA plant.

George Soros fürchtet unm das britische Wachstum. Foto: Reuters

George Soros fürchtet unm das britische Wachstum. Foto: Reuters

mm. LONDON. Die britische Wirtschaft hat im vierten Quartal des vergangenen Jahres die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise zu spüren bekommen. Das Plus beim Bruttoinlandsprodukt fiel im Schlussquartal mit 0,6 Prozent so niedrig aus, wie seit mehr als einem Jahr nicht mehr, wie das nationale Statistikamt am Mittwoch in London in einer ersten Schätzung mitteilte.

Volkswirte werten die Schwäche zum Jahresende als Auftakt einer empfindlichen Abkühlung der britischen Konjunktur. Im Gesamtjahr 2007 wuchs die Wirtschaft auf der Insel den neuen Daten zufolge noch mit einer Rate von 3,1 Prozent und damit so stark wie seit 2004 nicht mehr. Für 2008 sagt die Regierung angesichts der Verwerfungen an den Finanzmärkten nur noch ein Wachstum von 2,0 bis 2,5 Prozent voraus. Viele Volkswirte gehen inzwischen allerdings von einer Rate von unter zwei Prozent aus. Ein noch düstereres Bild zeichnete der Finanzier George Soros. Großbritannien werde 2008 voraussichtlich ähnlich wie die USA in eine Rezession rutschen, warnte Soros in einem Interview mit der BBC.

Angesichts dieser Gemengelage scheint die Bank of England bereit, der Konjunktur mit weiteren Zinssenkungen unter die Arme zu greifen. In einer Rede am Dienstag Abend gab Notenbankchef Mervyn King zwar Signale für eine Zinssenkung Anfang Februar, machte gleichzeitig aber klar, dass die Märkte nicht mit einer radikalen Lockerung der Geldpolitik nach dem Vorbild der US-Notenbank Fed rechnen dürften. Das neue Jahr stelle die Zentralbank vor ihre größten Herausforderungen seit sie vor zehn Jahren in die Unabhängigkeit entlassen wurde, betonte King. Die Wirtschaft müsse derzeit zwei ausgeprägte Schocks verkraften. Einerseits drohe durch die Kreditkrise eine markante Verlangsamung des Wachstums. Andererseits könnten steigende Energie- und Lebensmittelpreise die Inflation nach oben treiben. „Wir stehen im Laufe dieses Jahres vor einem schwierigen Balanceakt“, stellte King klar.

Die Bank of England hatte die Zinsen zuletzt im Dezember gesenkt und den Schlüsselzins für Kredite an Geschäftsbanken um einen viertel Prozentpunkt nach unten gesetzt, um die Folgen der Kreditkrise für die Realwirtschaft abzufedern. Bei ihrer Januar-Sitzung entschieden sich die Notenbank dann allerdings für Abwarten und beließen den Leitsatz bei 5,5 Prozent. Damit liegen die britischen Zinsen nach wie vor so hoch wie in keinem anderen großen Industrieland.

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