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21.03.2013

11:51 Uhr

Rückschlag für die Konjunktur

Einkaufsmanagerindex überraschend stark gefallen

Schlechte Nachrichten aus der deutschen Industrie: Die Produktion ist stark zurückgegangen, der Einkaufsmanagerindex ist im März stark gefallen. Ökonomen hat die Entwicklung überrascht.

Der Winter bringt schlechte Nachrichten für die deutsche Industrie. dpa

Der Winter bringt schlechte Nachrichten für die deutsche Industrie.

FrankfurtDer Einkaufsmanagerindex für die Deutsche Industrie ist im März überraschend auf 48,9 gefallen, nachdem er im Februar noch bei 50,3 gelegen hatte. Für den Dienstleistungsbereich ergab sich ein Rückgang auf 51,6 von 54,7. Ein Stand unter 50 deutet eine Kontraktion an.

Die Indizes blieben damit auch hinter den Erwartungen von Volkswirten zurück, die nach Umfragen von Bloomberg mit 50,5 bis 55,0 gerechnet hatten.

“Der Rückgang der Dynamik der Industrieproduktion war der Größte, seit der Einkaufsmanagerindex Mitte 2011 eine deutliche Verlangsamung angezeigt hatte”, schrieb Tim Moore, Volkswirt des Marktforschungsunternehmens Markit Economics, in dem Bericht zu den Daten.

"In der Industrie wirkte sich vor allem die rückläufige Exportnachfrage seitens der Länder Südeuropas und der Lagerabbau bei einigen Kunden negativ aus, während die Nachfrage nach Industrie-Erzeugnissen 'Made in Germany' aus Asien und Nordamerika anzog", hieß es.

Die weltweit besten Industriestandorte

Platz 1

Die USA behaupten sich im IQ-Index auf dem ersten Rang. Dort waren die Vereinigten Staaten bereits 1995 zu finden.

Platz 2

Im Vergleich von 45 Industrienationen belegt Schweden den zweiten Rang. Seit 1995 hat sich Schweden damit um zwei Plätze verbessert.

Platz 3

Dänemark macht zwei Plätze gut und springt auf Rang 3. Skandinavien macht derzeit wirtschaftlich eine gute Figur.

Platz 4

Auch Deutschlands Nachbar Schweiz schafft es auf einen der vorderen Plätze – 1995 stand die Alpenrepublik noch auf Rang 7.

Platz 5

Deutschland macht den größten Sprung bei den Top-Industrienationen. 1995 sah das IW-Institut die Bundesrepublik noch auf Platz 14.

Platz 6

Knapp hinter Deutschland folgt Australien auf Platz 6 – sogar mit dem gleichen Indexwert aus den 58 einzelnen Kategorien.

Platz 7

Platz 7 geht an die Niederlande – damit verschlechtert sich unser Nachbar deutlich. Die Holländer lagen 1995 noch an zweiter Stelle des IW-Rankings.

Platz 8

Auch Kanada muss einen Rückschlag hinnehmen. Der nordische Nachbar der USA stürzt um satte fünf Plätze ab.

“Die deutschen Werte sind vor dem Hintergrund der verbesserten ZEW-Umfrage sehr unbefriedigend”, stellte Volkswirt Ulrich Wortberg von der Helaba in einem Kommentar zu den Indizes fest. “Die Vorgaben für den morgigen ifo- Geschäftsklimaindex sind uneinheitlich. Überraschungen auf der Oberseite wird es wohl nicht geben.”

Die Bundesbank geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im laufenden Quartal expandieren wird, nachdem sie in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres um 0,6 Prozent geschrumpft war. Die politischen Unwägbarkeiten in Italien und die Gefahr eines Sturms auf Banken in Zypern gefährden aber weiterhin die wirtschaftliche Erholung in der Eurozone, dem größten Exportmarkt Deutschlands.

Die Zypern-Krise dürfte für Verunsicherung sorgen und die Investitionsbereitschaft bremsen. Viele Unternehmen kalkulieren nur mit einer moderaten Erholung. "Kunden disponieren weiterhin sehr vorsichtig", sagte etwa der Chef des Chemiekonzerns Lanxess, Axel Heitmann. Auch der Bahntechnikkonzern Vossloh spürt die Zurückhaltung in den Märkten - vor allem in den Euro-Krisenstaaten.

"Während bei vielen Marktteilnehmern - inklusive der EZB - die Hoffnung aufgekeimt sein mag, die Euro-Zone stabilisiere sich im zweiten Quartal, breiten sich nun wieder Krisenängste aus", sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

21.03.2013, 12:09 Uhr

"Ökonomen hat die Entwicklung überrascht. "

Manchmal frage ich mich wirklich, ob ich im Irrenhaus lebe. Wirtschaftspresse, wie tief seid ihr nur gesunken ? ZEW usw. Experten, was macht ihr den ganzen Tag ? Woher bezieht ihr nur Eure pos. Indikatoren ? Aus Berlin von Mutti ?

allesluege

21.03.2013, 12:27 Uhr

Die Meldung ist entweder falsch oder ganz bewußt als Lüge eingestellt worden! Jeden Tag hören und lesen wir, wie gut doch alles läuft und das man nur noch von positiven Daten überrollt wird, die eine alternativlose Anlage in Aktien notwendig machen. Die prognostizierte Rendite in diesem Asset ist doch gar nicht zu schlagen, wenn man die "0" Prozent Renditen im Rentenbereich für die nächsten 10 Jahre hochrechnet! Da will doch wohl nicht jemand die schöne Party vorzeitig verlassen und haut uns hier die Taschen voll!!! Ich sehe in Europa nur ein einziges Problem. Das ist der EURO und alles was da dran hängt!

observer

21.03.2013, 12:32 Uhr

Diesen EXPERTEN zu glauben, ist schon etwas blauäugig, denn sie wurden alle bei ebay geschult.

Wer am meisten zahlt, bekommt den Zuschlag.

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"Traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast" ist ein Zitat, welches in kaum einem Artikel oder Buch über Statistik fehlt. Es kommt auch in der Form "Ich traue, keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe" vor. Meistens wird dieser Ausspruch Winston Churchill zugesprochen. Mit großer Wahrscheinlichkeit stammt er jedoch nicht von dem ehemaligen britischen Premierminister Sir Winston Churchill.

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