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12.03.2012

11:22 Uhr

Rüstungsgeschäft

Chinas entwickelt sich zum wichtigen Waffenexporteur

China wird zunehmend zum bedeutenden internationalen Waffenexporteur aufsteigen. Der Anteil des Landes am internationalen Rüstungsgeschäft ist mittlerweile auf fünf bis sechs Prozent gestiegen.

Größte Kunden Chinas sind Entwicklungsländer, etwa Pakistan. dpa

Größte Kunden Chinas sind Entwicklungsländer, etwa Pakistan.

PekingChina entwickelt sich zunehmend zu einem wichtigen Waffenlieferanten. Sein Anteil am internationalen Rüstungsgeschäft ist auf fünf bis sechs Prozent gestiegen. Damit liegt das Land gleichauf mit Großbritannien auf Platz fünf.

„Die chinesischen Rüstungsexporte steigen von Jahr zu Jahr stärker“, sagt Michael Santo, Verteidigungsexperte und Vorstandsmitglied der deutschen Unternehmensberatung h&z, der Nachrichtenagentur dpa in Peking. Die Rüstungsgeschäfte dienten China auch für andere Zwecke: Rohstoffversorgung, Sicherung von Handelsrouten und Ausweitung seines strategischen Einflusses, heiß es in einer h&z-Studie zu den Waffenlieferungen Chinas.

Von den Exporten profitiert in China neben der Rüstungsindustrie indirekt auch die Volksbefreiungsarmee, deren Haushalt meist mit kräftigen, zweistelligen Zuwachsraten steigt. Am Mittwoch wird der Volkskongress zum Abschluss seiner Jahrestagung in Peking wieder einen Anstieg um 11,2 Prozent beschließen. Wie die Militärausgaben liegen auch die zunehmenden Geschäfte mit Waffen „Made in China“ im Dunkeln. Aus Mangel an Daten musste das Stockholmer Friedensforschungsinstitut (Sipri) in seinem jüngsten Jahresbericht die Rüstungsgeschäfte Chinas ausklammern.

Laut dem h&z-Experten Santo machten Chinas Rüstungslieferungen zwischen 2007 und 2010 insgesamt 8,7 Milliarden US-Dollar aus. In nur 15 Jahren sei China in der klassischen Wehrtechnik zu einem „wichtigen internationalen Wettbewerber aufgestiegen“, schreibt er in seinem Bericht.

Größte Kunden sind Entwicklungsländer, allen voran Pakistan. Die durch alte Freundschaft verbundenen beiden Länder bilden ein Gegengewicht zum Rivalen Indien. Danach folgen Venezuela und der Iran, wichtige Öllieferanten, die auf Konfrontationskurs zu den USA fahren.

„Bei der Kooperation mit dem Iran geht es vorrangig um Know-how und Training, bezüglich Nukleartechnik und Raketen“, sagt Santo. Von der Hilfe für Teheran verspreche sich China, „die US-amerikanische Macht im Nahen Osten zu schwächen“. Auch sichere sich China damit den Iran als wichtigen Öllieferanten und Handelspartner. Größere Abnehmer chinesischer Waffen waren zwischen 2007 und 2010 aber auch Länder wie Ägypten, Nigeria, Bangladesch, Namibia, Saudi Arabien und Sri Lanka.

Kommentare (2)

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Rene

12.03.2012, 12:11 Uhr

Wenn die Grünen und (ganz) Linken zu stark werden, wird Deutschland auch im Rüstungsexport nachlassen und dennoch die Welt mit Waffen überschwemmt.
Folge 1: Ziel des Weltfriendens nicht erreicht.
Folge 2: Senkung der Wohlstandes in Deutschland.

Account gelöscht!

12.03.2012, 14:26 Uhr

Wenn der Westen Chinas Gier nach globaler Macht nicht eindämmt, ist in 10-20 Jahren aus die Maus. Das sollten auch Rußland, Brasilien und Indien wissen.

Der Rückzug aus dem Chinageschäft ist überfällig. Doch mit dummen Leuten kommt keine konzertierte Aktion zustande.

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