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29.08.2014

14:11 Uhr

Schätzung bestätigt

Italien fällt zurück in Rezession

Die Wirtschaft Italiens ist im Frühjahr wie befürchtet zurück in die Rezession gefallen, erste Schätzungen wurden am Freitag bestätigt. Ende 2013 war die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone noch leicht gewachsen.

Skeptischer Blick: Die Wirtschaftsleistung Italiens schrumpfte trotz der Reformbemühungen von Regierungschef Matteo Renzi. ap

Skeptischer Blick: Die Wirtschaftsleistung Italiens schrumpfte trotz der Reformbemühungen von Regierungschef Matteo Renzi.

RomItaliens Wirtschaft ist wie befürchtet im Frühjahr zurück in die Rezession gefallen. Die am Freitag veröffentlichten endgültigen Daten der Statistikbehörde Istat bestätigten die erste Schätzung von Anfang August. Die Wirtschaftsleistung schrumpfte trotz der Reformbemühungen von Regierungschef Matteo Renzi im zweiten Quartal um 0,2 Prozent verglichen mit dem ersten Vierteljahr.

Der Rückgang in den Monaten April bis Juni folgte auf ein Minus von 0,1 Prozent im ersten Quartal. Bei zwei aufeinanderfolgenden Quartalen im Minus sprechen Ökonomen von einer Rezession. Ende 2013 war die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone, die unter hohen Schulden ächzt, nach einer langen Durststrecke noch leicht gewachsen.

Die größten Baustellen für Italiens neue Regierung

Wahlrecht

Nachdem das alte Wahlrecht für verfassungswidrig erklärt wurde, braucht Italien dringend ein Neues. Lettas möglicher Nachfolger Matteo Renzi hat bereits einen Vorschlag ausgearbeitet, der bei künftigen Wahlen ein Patt im Parlament verhindern soll.

Arbeitslosigkeit

Die Zahlen kletterten in Italien während der Krise auf Rekordniveau, vor allem junge Menschen sind betroffen. Mehr als 40 Prozent der Italiener unter 25 Jahren haben keinen Job.



Steuersystem

Dieses Thema steht mit ganz oben auf der Agenda. Schon die Regierung Letta hatte Unternehmen und Arbeitnehmern Steuersenkungen in Milliardenhöhe in Aussicht gestellt.

Wirtschaftswachstum

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone steckte zuletzt in der schwersten Rezession der Nachkriegszeit, erst in diesem Jahr hat die Wirtschaft langsam wieder zu wachsen begonnen.



Bürokratieabbau

Die öffentliche Verwaltung muss vereinfacht und reformiert werden - auch dies ist ein erklärtes Ziel Renzis. Zudem will er einen besseren Überblick über die Staatsausgaben bekommen und gezielte Kürzungen durchsetzen.

Arbeitsmarkt

Auch in diesem Bereich hat das Land eine Reform bitter nötig. Letta hatte erste Pläne für eine Liberalisierung entwickelt, die konkrete Umsetzung kommt auf die neue Regierung zu.


Staatsstrukturen

Sowohl das Parlamentssystem mit zwei gleichberechtigten Kammern als auch die Struktur des Landes mit den 20 Regionen stehen immer wieder in der Kritik.



Von

dpa

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