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21.11.2014

12:40 Uhr

Schere beim Arbeitsmarkt

Europa zwischen Massenarbeitslosigkeit und Vollbeschäftigung

Die Arbeitsmarktsituation driftet innerhalb Europas immer weiter auseinander: Während sich Deutschland der Vollbeschäftigung nähert, herrschen in den Südstaaten katastrophale Zustände. EU-Milliarden sollen das ändern.

Eine Frau bittet in Athen um Almosen. Die Arbeitslosigkeit in den südlichen Ländern bleibt enorm hoch. dpa

Eine Frau bittet in Athen um Almosen. Die Arbeitslosigkeit in den südlichen Ländern bleibt enorm hoch.

BrüsselWährend Deutschland laut Bundesagentur für Arbeit auf die Vollbeschäftigung zusteuert, ist die Lage in anderen EU-Staaten katastrophal. In Spanien und Griechenland sind mehr als die Hälfte der jungen Menschen ohne Job. Mit einem 300 Milliarden Euro schweren Investitionsprogramm will die EU-Kommission Europa nun aus der Beschäftigungskrise führen, die im Süden Europas enormen sozialen Sprengstoff birgt.

Europaweit lag die Arbeitslosenquote im September nach den Daten der Statistikbehörde Eurostat bei 10,1 Prozent. Deutschland hatte mit fünf Prozent die niedrigste Erwerbslosenrate unter den 28 Mitgliedstaaten. Die höchste Arbeitslosigkeit wurde in Griechenland (26,4 Prozent) und Spanien (24 Prozent) verzeichnet.

Für und Wider staatlicher Konjunkturprogramme

Weltweite Krisen...

... und sozialpolitische Weichenstellungen der Bundesregierung haben nach Einschätzung von Ökonomen die deutsche Wirtschaft ausgebremst. Auf der IWF-Jahrestagung ist die weltweit lahmende Konjunktur eines der wichtigsten Themen. Soll der Staat bei uns oder anderswo mehr investieren, um gegenzusteuern?

Pro: Mehr Aufträge

Mehr öffentliches Geld etwa für die Sanierung maroder Straßen, den Ausbau moderner Datennetze oder die Energiewende würden Bauwirtschaft und Handwerk Aufträge verschaffen. Das sichert auch Arbeitsplätze.

Pro: Mehr Konsum

Der Staat könnte Steuern und Abgaben senken, damit Haushalte und Unternehmen mehr konsumieren und investieren.

Pro: Mögliche Initialzündung

Idealerweise wird ein staatlicher Investitionsschub zur Initialzündung für die gesamte Konjunktur und bringt den Wachstumsmotor in Schwung.

Contra: „Konjunkturelle Strohfeuer“

Ein Mehr an staatlichen Investitionen ist keine Gewähr für dauerhaftes Wachstum. Kritiker sprechen von „konjunkturellen Strohfeuern“.

Contra: Staat holt Geld an anderer Stelle

Gibt der Staat an einer Stelle mehr Geld aus, muss er dies an anderer Stelle wieder reinholen. Schließlich will die Bundesregierung schon 2015 möglichst keine neuen Schulden machen.

Contra: Steigende Kreditzinsen

Staatliche Konjunkturprogramme können sogar nach hinten losgehen: Die Aussicht auf einen Anstieg des Staatsdefizits könnte die Kreditzinsen steigen lassen und so private Investitionen vermindern.

Am stärksten leiden junge Menschen unter 25 Jahren, die erst noch den Einstieg in einen Beruf suchen. EU-weit sind fast fünf Millionen von ihnen ohne Stelle. Auch hier zeigt sich die Kluft zwischen Nord und Süd: Während die Quote bei der Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland im September bei 7,6 Prozent lag, hat das Problem in Ländern wie Spanien (53,7 Prozent), Griechenland (50,7 Prozent), Italien (42,9 Prozent) oder Kroatien (41,8 Prozent) dramatische Ausmaße erreicht.

Von

afp

Kommentare (2)

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Herr Thomas Behrends

21.11.2014, 15:17 Uhr

Deutschland nähert sich der Vollbeschäftigung ?

Nach den statistischen Exzessen aller Koalitionen seit Rot/Grün (Agenda 2010 / Hartz IV) wird dieser Begriff arg strapaziert.

In Wirklichkeit haben wir mindestens 12-15 % Arbeitslosigkeit.

Realitätsverdränger von Politikern mögen dies aber nicht wahrhaben und fälschen mutwillig alle Zahlen.

Das war in der DDR auch schon einmal so (Sie erinnern sich: Mai 1989 Kommunalwahlen) ...

Herr Thomas Behrends

21.11.2014, 15:17 Uhr

Deutschland nähert sich der Vollbeschäftigung ?

Nach den statistischen Exzessen aller Koalitionen seit Rot/Grün (Agenda 2010 / Hartz IV) wird dieser Begriff arg strapaziert.

In Wirklichkeit haben wir mindestens 12-15 % Arbeitslosigkeit.

Realitätsverdränger von Politikern mögen dies aber nicht wahrhaben und fälschen mutwillig alle Zahlen.

Das war in der DDR auch schon einmal so (Sie erinnern sich: Mai 1989 Kommunalwahlen) ...

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