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09.04.2013

18:48 Uhr

Schrumpfkurs

Dämpfer für deutsche Exporte

Um fast drei Prozent sind deutsche Exporte im Februar zurückgegangen. Grund ist die Flaute in der Eurozone. Die hat sich so heftig ausgewirkt dass auch die Nachfrage außereuropäischer Länder nichts mehr retten konnte.

Containerschiff auf der Elbe: Die deutschen Exporte sind im Februar geschrumpft. dapd

Containerschiff auf der Elbe: Die deutschen Exporte sind im Februar geschrumpft.

WiesbadenDie Wirtschaftsflaute in der Eurozone hat dem deutschen Außenhandel im Februar einen deutlichen Dämpfer verpasst. Die Exporte schrumpften im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,8 Prozent, die Importe sogar um 5,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Nicht einmal die Nachfrage aus den außereuropäischen Ländern habe die Verluste wettmachen können, erklärte der Außenhandelsverband BGA.

Im Vergleich zum Vormonat Januar verringerten sich die Ausfuhren kalender- und saisonbereinigt um 1,5 Prozent, die Einfuhren um 3,8 Prozent. Die ausgeführten Waren hatten im Februar einen Wert von 88,7 Milliarden Euro, die Einfuhren betrugen 71,9 Milliarden Euro.

Die neuen Wachstumsmärkte der deutschen Exporteure

Malaysia

Fast fünf Prozent Wachstum jährlich werden dem aufstrebenden Land bis 2025 vorausgesagt. Im gleichen Zeitraum könnte sich das Bruttoinlandsprodukt verdoppeln. Ein Grund dafür ist die wachsende Wettbewerbsfähigkeit. Im internationalen Standort-Vergleich des World Economic Forum belegt Malaysia Platz 25, knapp hinter Deutschlands wichtigstem Handelspartner Frankreich (21), aber noch vor China (29) und Italien (42). "Malaysia ist eine der offensten Volkswirtschaften der Welt", lobt das Prognos-Institut.

Indonesien

Das muslimisch geprägte Land lockt mit einem riesigen Binnenmarkt: Indonesien ist gemessen an der Bevölkerung die Nummer vier der Welt. 240 Millionen Einwohner leben hier. Bis 2060 wird Indonesien zur sechstgrößten Volkswirtschaft der Welt aufrücken und Deutschland überholen, sagt die Industriestaaten-Organisation OECD voraus. "Das rohstoff- und bevölkerungsreiche Land wird 2012 und 2013 um mehr als sechs Prozent wachsen", prognostiziert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). "Die Wirtschaft des Inselreichs profitiert von niedrigen Zinsen und einer niedrigen Inflation."

Kolumbien

Reiche Rohstoffvorkommen von Kohle über Öl und Gold bis zu Seltenen Erden, die Öffnung der Volkswirtschaft und nicht zuletzt eine deutlich verbesserte Sicherheitslage durch die Friedensgespräche mit den marxistischen FARC-Rebellen lassen auch hier ein jährliches Wirtschaftswachstum um die fünf Prozent erwarten. Für die Weltbank zählt Kolumbien zur Spitzengruppe in den lateinamerikanischen Staaten, wenn es um den Schutz geistigen Eigentums und Regulierung geht. "Das Land wird damit für ausländische Investoren interessanter", so der DIHK. Zusätzliche Impulse kommen von dem in Kraft getretenen Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union. Der DIHK hält deshalb sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten Steigerungsraten von mehr als 20 Prozent für möglich.

Peru

Noch mehr Wachstum wird Peru vorausgesagt: Sechs Prozent kann die Wirtschaftsleistung dort pro Jahr zulegen. Auch Peru hat ein Freihandelsabkommen mit der EU unterzeichnet und verfügt über viele Rohstoffe. Der DIHK hält deshalb ein Ausweitung des Handels um mehr als 20 Prozent für möglich. Besonders gefragt sein dürften Fahrzeuge. Dieser Markt lockt dem Prognos-Institut zufolge mit jährlichen Steigerungsraten von sieben Prozent.

Tunesien

Das World Economic Forum hält Tunesien, wo der arabische Frühling begann, für das wettbewerbsfähigste Land Afrikas. "Zu den größten Pluspunkten gehören die geografische Nähe zu Europa, eine belastbare Infrastruktur sowie die günstigen Lohnkosten", betont das Prognos-Institut. "Das Bildungssystem ist im regionalen Vergleich gut ausgebaut. Zudem haben zahlreiche Tunesier im Ausland studiert."

Vietnam

Schon jetzt zählt das asiatische Land mehr Einwohner als Deutschland, 2025 sollen es fast 100 Millionen sein. "Die konsumfreudige und zunehmend kaufkräftige Bevölkerung verspricht ein gewaltiges Absatzpotenzial: In kaum einem anderen Land Asiens wächst die Mittelschicht schneller als in Vietnam", so das Prognos-Institut. Mehr als sechs Prozent jährlich soll das Bruttoinlandsprodukt zulegen. Vietnam verfügt über unzählige billige Arbeitskräfte. Viele Unternehmen haben ihre Produktion deshalb schon aus dem teurer werdenden China in das Nachbarland verlagert.

In die EU-Mitgliedstaaten exportierte Deutschland im Februar Waren im Wert von 51,1 Milliarden Euro. Hier gingen die Ausfuhren im Vergleich zum Februar 2012 um 3,4 Prozent zurück. Im Gegenzug führte Deutschland Waren im Wert von 46,4 Milliarden Euro aus anderen EU-Ländern ein, dies war 4,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

In die Länder der Euro-Zone führte Deutschland 4,1 Prozent weniger Waren aus. Die Einfuhren aus Euro-Ländern nach Deutschland fielen sogar um 5,7 Prozent. Weniger stark waren die Rückgänge beim Handel mit EU-Ländern, die nicht der Euro-Zone angehören: Hier ging der Export um 1,9 Prozent und der Import um 1,5 Prozent zurück.

Die weltweit besten Industriestandorte

Platz 1

Die USA behaupten sich im IQ-Index auf dem ersten Rang. Dort waren die Vereinigten Staaten bereits 1995 zu finden.

Platz 2

Im Vergleich von 45 Industrienationen belegt Schweden den zweiten Rang. Seit 1995 hat sich Schweden damit um zwei Plätze verbessert.

Platz 3

Dänemark macht zwei Plätze gut und springt auf Rang 3. Skandinavien macht derzeit wirtschaftlich eine gute Figur.

Platz 4

Auch Deutschlands Nachbar Schweiz schafft es auf einen der vorderen Plätze – 1995 stand die Alpenrepublik noch auf Rang 7.

Platz 5

Deutschland macht den größten Sprung bei den Top-Industrienationen. 1995 sah das IW-Institut die Bundesrepublik noch auf Platz 14.

Platz 6

Knapp hinter Deutschland folgt Australien auf Platz 6 – sogar mit dem gleichen Indexwert aus den 58 einzelnen Kategorien.

Platz 7

Platz 7 geht an die Niederlande – damit verschlechtert sich unser Nachbar deutlich. Die Holländer lagen 1995 noch an zweiter Stelle des IW-Rankings.

Platz 8

Auch Kanada muss einen Rückschlag hinnehmen. Der nordische Nachbar der USA stürzt um satte fünf Plätze ab.

In die sogenannten Drittländer außerhalb der Europäischen Union wurden Waren im Wert von 37,2 Milliarden Euro exportiert. Im Vergleich zum Februar 2012 waren dies 1,9 Prozent weniger. Die Importe aus diesen Ländern beliefen sich auf 25,5 Milliarden Euro. Hier wurde ein Rückgang von 8,3 Prozent gegenüber Februar 2012 verzeichnet.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

09.04.2013, 19:47 Uhr

Gestern bin ich durch fast leere Gänge auf der Hannovermesse gelaufen. Die Aussteller, bei denen keine Roboter tanzen, klagen über mangelndes Publikum. Diese 3% hier wohl geschönt. 10% Enbruch würden mich nicht wundern, 20 sind auch möglich. Aber Eurozone und rosa Brille gehören nun mal untrennbar zusammen.

Account gelöscht!

09.04.2013, 20:11 Uhr

und heute schmeisst mir die FDP ( Herr Brüderele ) schon mal Wahlwerbung in den Briefkasten und faselt was von stabiler Währung und 4 guten Jahren für Deutschland.
Na warte im September schlägt die Stunde der Wahrheit.
AfD wählen......

merlot-56

09.04.2013, 22:17 Uhr

Wer soll uns denn den ganzen Krempel noch abkaufen? Durch Merkels Geizpolitik schein die ganze Kohle faktisch verschwunden zu sein. Also los EZB, Geld drucken - Unmengen - dann läuft auch die Wirtschaft wieder und das Ende des verhassten Euros wird sich beschleunigen. Danach können wir ja wieder damit beginnen, reelle Geschäfte abzuwickeln. AfD - die wähl ich. Westerwelle, Rösler und Brüderle, nächstes Jahr wird man sich fragen "Wer war das?"

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