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29.06.2011

16:28 Uhr

Schulden-Lösung

IWF warnt USA vor einem Sparwahn

Der Internationale Währungsfonds spricht klare Worte: Amerika muss seine Schuldenobergrenze erhöhen. Sonst drohe den internationalen Finanzmärkten ein „ernsthafter Schock“.

Das Logo des Internationale Währungsfonds an dessen Hauptsitz in Washington. Quelle: dpa

Das Logo des Internationale Währungsfonds an dessen Hauptsitz in Washington.

WashingtonDie USA sind hoch verschuldet und müssen sparen – doch in seinem jüngsten Papier warnt der IWF davor, beim Sparen zu übertreiben. Für Washington bestehe die Herausforderung darin, einerseits die öffentlichen Finanzen nachhaltig zu konsolidieren, aber gleichzeitig die zerbrechliche Konjunktur nicht zu gefährden, heißt es in einer gestern veröffentlichten Einschätzung zu den USA. Dabei rät der Fonds der US-Regierung, nicht zu schnell und zu drastisch bei den Ausgaben einzuschneiden, sondern kontinuierlich über einen langen Zeitraum Einsparungen vorzunehmen. Das sei nötig, um einen „ernsthaften Schock“ für den immer noch anfälligen Aufschwung und die internationalen Finanzmärkte zu vermeiden, erklärte der IWF am Mittwoch.

Unmissverständlich sprechen sich die Experten des Weltwährungsfonds dafür aus, die Schuldenobergrenze in den USA zu erhöhen, „um einen Schock für die Wirtschaft und die globalen Finanzmärkte zu vermeiden“. Damit bezieht der Fonds in der anhaltenden hitzigen Debatte darüber, ob der US-Kongress der Anhebung zustimmen soll, klar Position – ein bislang für den IWF eher ungewöhnliches Verhalten.

Der IWF empfiehlt den USA, mit der Defizitreduzierung im Budget für das Jahr 2012 zu beginnen und zwar mit einer jährlichen Rate von 1,5 Prozent des BIP. Nach dieser Rechnung hätte sich der Anstieg der Verschuldung gegen 2016 stabilisiert, danach könne der eigentliche Abbau einsetzen. Damit die Schulden in der Folge nicht wieder ansteigen, müssten jedoch die Sozialsysteme reformiert werden, die durch eine alternde US-Bevölkerung und steigenden Ausgaben für die Krankenversicherung belastet würden. Dabei rät der Fonds auch dazu, sich zusätzliche Einkommensmöglichkeiten durch Einführung einer nationalen Umsatzsteuer zu schaffen.

Kritisch beurteilt der IWF die Budgeteinsparungen, die in der amerikanischen Haushaltsdebatte im Februar vorgeschlagen worden waren. Diese belasteten die Konjunktur zu stark, seien aber gleichzeitig unzureichend, um bis zur Mitte des Jahrzehnts die Verschuldung zu stoppen.

Kommentare (14)

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BIZZY

29.06.2011, 16:42 Uhr

IWF warnt vor Sparwahn ? Wo ist denn die Warnung bei Griechenland ? Was ein Mist, alles ein abgekartetes Spiel!

Buerge-r

29.06.2011, 16:59 Uhr

Diesen Schock nennt man Turkey und er ist unvermeidbar, wenn man weg will von der Kreditdroge. Die Finanznullen sind aber schon so abhängig von dem Stoff, dass sie sich ein Leben ohne gar nicht mehr vorstellen können und deshalb ihre Entzugskur zwar machen wollen aber eben immer nur morgen.

keeper

29.06.2011, 17:07 Uhr

"die USA sind griechischer als Griechenland" Zitat Bill Gross, PIMCO.

Die Weltwirtschaft ist schon seit längerem ein "Monopoly mit Anschreiben lassen":
"die Griechen dieser Welt" werden von den Exportnationen finanziert - obwohl von Anfang an klar ist, daß das Geld verloren ist.

Egal: Hauptsache, das "Spiel" geht noch ein paar Runden weiter.

... denn, eigentlich geht die Warnung des IWF nicht an die "Finanzmärkte", sondern es geht um die weitere Finanzierung und Aufrechterhaltung der globalen Güter - und Schuldzettel - Einbahnstrasse.

... Von "Kreislauf" kann man ja hierbei wirklich nicht mehr sprechen...

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