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15.09.2011

11:50 Uhr

Schuldenkrise

EU erwartet Wachstumseinbruch in der Euro-Zone

Die Börsenturbulenzen kommen in der Realwirtschaft an: Für 2011 rechnet die EU mit deutlich weniger Wachstum. Einziger Lichtblick: In Deutschland boomt die Wirtschaft weiter - und auch die Preise steigen nicht mehr.

Das Wachstum in der Eurozone wird im zweiten Halbjahr 2011 fast zum Erliegen kommen. dpa

Das Wachstum in der Eurozone wird im zweiten Halbjahr 2011 fast zum Erliegen kommen.

Berlin/BrüsselDie Schuldenkrise und die Börsenturbulenzen sorgen nach Prognose der EU-Kommission für wirtschaftliche Stagnation in der Euro-Zone. Das Wachstum werde „zum Jahresende nahezu zum Erliegen kommen“, hieß es in der am Donnerstag in Brüssel veröffentlichten Herbstprognose. Das werde aber „keinen erneuten Rückfall in die Rezession bewirken“. Die Brüsseler Behörde rechnet für 2011 weiter mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 1,6 Prozent.

Allerdings korrigierte die Brüsseler Behörde am Donnerstag ihre Prognose für die zweite Jahreshälfte deutlich nach unten. Das Bruttoinlandsprodukt in der gesamten EU soll demnach im dritten und vierten Quartal jeweils um 0,2 Prozent wachsen, in der Eurozone um 0,2 und 0,1 Prozent. Im ersten Quartal hatte es in der gesamten EU noch 0,7 Prozent betragen, im zweiten Quartal schon nur noch 0,2 Prozent. Deutschland bleibt Europas Konjunkturlok: Für die größte Volkswirtschaft Europas wurde die Prognose gegenüber dem Frühjahr von 2,6 auf 2,9 Prozent angehoben.

Für die gesamte EU mit ihren 27 Ländern wurde sie dagegen von 1,8 auf 1,7 Prozent gesenkt. „Die Aussichten für die europäische Wirtschaft haben sich verschlechtert“, sagte EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Olli Rehn. „Die Staatsschuldenkrise hat sich verschlimmert und die Turbulenzen an den Finanzmärkten werden die Realwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen.“ Um den Erholungsprozess wieder in Gang zu setzen, müssten die Staatshaushalte saniert werden.

Die Konjunkturexperten der Europäischen Zentralbank (EZB) teilen die Sorgen der EU-Kommission: Nach Einschätzung der Notenbank haben sich die Konjunkturrisiken im Euroraum zuletzt erhöht. Die Risiken für das Wachstum hätten sich verstärkt und seien nach unten gerichtet, heißt es im Monatsbericht der Notenbank vom Donnerstag. Begründet wird die pessimistischere Haltung unter anderem mit den Turbulenzen an den Finanzmärkten und der damit verbundenen hohen Unsicherheit.

Anders als die Brüsseler Behörde und die Zentralbank sieht Star-Investor George Soros die Euro-Zone vor einem jahrelangen wirtschaftlichen Niedergang. „Der Druck zum Defizitabbau wird die Euro-Zone in eine anhaltende Rezession stürzen“, schrieb der US-Milliardär und Hedge-Fund-Manager in einem Gastbeitrag für das Magazin „New York Review of Books“. „Das wird unkalkulierbare politische Folgen haben.“ Eine Große Depression könne nur dann verhindert werden, wenn sich die Politik zu radikalen Maßnahmen entschließe. Dazu gehöre ein europäisches Finanzministerium, das Steuern eintreiben und Schulden aufnehmen könne.

Kommentare (8)

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Pendler

15.09.2011, 13:23 Uhr

Es gibt eigentlich keinen Brund für eine Krise.

Aber über die Notenbanken wird der Geldhahn etwas abgedreht. Und schon kommt es zu Infakten.
Ähnlich, wie beim Herzinfakt, wenn gewisse Herzteile keine Energie mehr bekommen.

Geld ist NIX
Es sind nur Zahlen (Spiele)
allerdings so, dass nur die Zentralbanken diese Zahlen "stuern" dürfen.

no.7

15.09.2011, 13:40 Uhr

Die EU will die fassade von der andauernden erholung aufrechterhalten, wozu auch die angebliche "Konjunkturlokomotive" deutschland maßgeblich beiträgt. Diese Einschätzung ist nichts anderes als Schönfärberei. Dagegen liegt soros richtig: ganz Europa wird ab diesem Quartal in eine lange rezession gehen, wobei die angebliche "Konjunkturlokomotive" das größte minuswachstum einfahren wird. Und, sollten wieder zigmilliarden an die banken verschenkt werden, wird auch die "Konjunkturlokomotive" in den Schuldenstrudel geraten. dann wird die fassade vom "Stabilitätsanker Deutschland" zerfleddern wie nichts.

mike

15.09.2011, 14:14 Uhr

Türkei muss in die EU! Nur in dem letzten Quartal hatte das Land 8,8% Wachstum!

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